Vier Halbe

Musikalbum der Formation Die Enttäuschung From Wikipedia, the free encyclopedia

Vier Halbe ist ein Musikalbum der Formation Die Enttäuschung. Die 2012 in Berlin entstandenen Aufnahmen erschienen am 26. Oktober 2012 auf Intakt Records.

Veröffent-
lichung

26. Oktober 2012

Aufnahme

2012

Format(e)

CD, Download

Schnelle Fakten Studioalbum von Die Enttäuschung, Veröffent-lichung ...
Vier Halbe
Studioalbum von Die Enttäuschung

Veröffent-
lichung

26. Oktober 2012

Aufnahme

2012

Label(s)

Intakt Records

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

21

Länge

1:11:31

Besetzung

Chronologie
Die Enttäuschung 5
(2009)
Vier Halbe Lavaman
(2017)
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Hintergrund

Seit den 1990er Jahren haben die vier Musiker von Die Enttäuschung, der Trompeter Axel Dörner, Holzbläser Rudi Mahall, Bassist Jan Roder und Schlagzeuger Uli Jenneßen alle möglichen Kombinationen aus Bassklarinette, Trompete, Kontrabass und Schlagzeug durchgespielt. In Zusammenarbeit mit Alexander von Schlippenbach gelang ihnen, Thelonious Monks gesamtes Œuvre, an einem Abend als Live-Konzert zu präsentieren und in einer 3-CD-Box (Monk’s Casino) dokumentiert zu veröffentlichen.

Auf Vier Halbe dagegen finden sich nur eigene Kompositionen: 21 kompakte Stücke, selten mal über vier Minuten lang, „mit definitiven, kürzelhaften Themen, die aber ins Ungefähre abdrehen, indem die Bläser eben nur annähernd dasselbe intonieren und dabei freiwillig-unfreiwillig in einen brüchig-falschen Kontrapunkt stolpern,“ so Hans-Jürgen Schaal.[1]

Titelliste

  • Die Enttäuschung – Vier Halbe (Intakt Records Intakt CD 211)[2]
  1. Die Übergebundenen (Rudi Mahall) 2:52
  2. Verzählt (Axel Dörner) 3:08
  3. Aqua Satin Flame (Uwe Jennessen) 3:45
  4. Das Jan Vom Stück (J. Roder) 2:24
  5. Falsches Publikum (R. Mahall) 3:09
  6. Vermöbelt (A. Dörner) 3:31
  7. Jitterbug Five (U. Jennessen) 4:36
  8. Gekannt (A. Dörner) 5:34
  9. Trompete für Fortgeschrittene (R. Mahall) 3:00
  10. Wie Axel (R. Mahall) 2:06
  11. Eine Halbe (R. Mahall) 3:03
  12. Hereich (A. Dörner) 3:19
  13. Hello My Loneliness (U. Jennessen) 4:06
  14. Vier Halbe (R. Mahall) 2:40
  15. Children’s Blues (U. Jennessen) 3:47
  16. Möbelrücken (R. Mahall) 2:21
  17. The Easy Going (J. Roder) 4:14
  18. Verkannt (A. Dörner) 3:21
  19. Trompete Für Anfänger (R. Mahall) 3:55
  20. Trompete für Profis (R. Mahall) 3:31
  21. Schlagzeug für Anfänger (R. Mahall) 2:27

Rezeption

Rudi Mahall auf dem Moers Festival 2018

„Feinsinnig im Humor, irreparabel gut im musikalischen Zusammenspiel, aufopfernd fortschrittlich im innovativen Fortschritt“ würden sich Axel Dörner, Rudi Mahall, Jan Roder und Uli Jennessen auf „Vier Halbe“ in den Kernbereich zeitgenössischer Jazzmusik begeben, schrieb Klaus Hübner in Westzeit. Das bedeute ganz einfach, die Konventionen über die Schulter nach hinten werfen, ohne sie zu zerstören, und dann dem Wunsch nach Komplexität und Fantasie freien Lauf lassen. Halbe – der Begriff würde Fragen offen lassen und für verwirrende Klarheit sorgen. „Sind die Musiker nur vier halbe Portionen, stolzieren sie auf lediglich vier halbe Noten herum, drängt es sie nach der Aufnahmesession auf vier halbe Bier?“ Vielleicht sei es von allem etwas, aber immer ganz nah am Puls der Gegenwart.[3]

Der neue, freie Jazz der sechziger Jahre habe „die Schönheit der Unschärfe“ entdeckt, meint Hans-Jürgen Schaal (Fidelity online), und bei Die Enttäuschung sei das Verhuschte und Brüchige der beiden Bläser längst zum kultigen, liebgewordenen Markenzeichen geworden: dieses ungenaue Zusammenspiel, dieses souveräne „So-in-etwa“, dieses rumpelige „Nicht-so-wichtig“. An keinen Band-Sound der Jazzgeschichte erinnere Die Enttäuschung stärker als an den des frühen Ornette-Coleman-Quartetts. Nur dass Rudi Mahall Bassklarinette und Baritonsaxophon spiele und nicht Altsaxophon wie Ornette. Gleichzeitig werde hier frenetisch geswingt, fröhlich geboppt und fantasievoll gefreet. Eine Enttäuschung wie diese sei ein Gewinn, denn sie würde für Klarsicht sorgen, „den Verlust der Illusionen, das Ende aller billigen Tricks“. Unterm Strich bleibe eine ungeschönte, täuschungsfreie, brüchig-stolze, würdevoll verschmierte Wahrheit. Dies sei „große, verhuschte Kunst“.[1]

Einzelnachweise

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