Vietnam Electricity
From Wikipedia, the free encyclopedia
Vietnamesische Elektrizitätsgesellschaft (kurz EVN; vietnamesisch Tập đoàn Điện lực Việt Nam, englisch Vietnam Electricity) ist das staatliche Energieversorgungsunternehmen Vietnams. Es ist zuständig für die Erzeugung, Übertragung und Verteilung von elektrischer Energie im gesamten Land. EVN spielt eine Schlüsselrolle in der Energiepolitik Vietnams und betreibt vorwiegend Kohle- und Wasserkraftwerke und investiert zunehmend in erneuerbare Energie. Das Unternehmen ist dem vietnamesischen Energieministerium unterstellt. 2020 produzierte die Gesellschaft 58 Prozent der nationalen Stromerzeugung.[1]
| Vietnam Electricity (EVN) | |
|---|---|
| Rechtsform | Staatsunternehmen |
| Gründung | 1995 |
| Sitz | Hanoi, |
| Leitung | Nguyen Anh Tuan, (Präsident und CEO, Stand 2025) |
| Mitarbeiterzahl | ca. 100.000 (geschätzt, inkl. Tochterunternehmen) |
| Umsatz | ca. 645 Billionen VND (etwa 26,3 Mrd. USD; 2025) |
| Branche | Energie |
| Website | en.evn.com.vn |
Geschichte
EVN wurde 1995 durch ein Dekret der Regierung Vietnams als Nachfolgeorganisation der Elektrizitätsbehörde Vietnams gegründet. Der Aufbau des Konzerns diente der Modernisierung des vietnamesischen Stromsektors nach der wirtschaftlichen Öffnung („Đổi Mới“).[2] Durch den wirtschaftlichen Aufschwung im Land wuchs der Strombedarf rasch an. In den 2000er-Jahren begann EVN mit dem Ausbau großer Wasserkraftwerke sowie dem landesweiten Netzausbau.
2006 wurde der Stromsektor in drei Hauptaktivitätsbereiche – Erzeugung, Übertragung und Verteilung – strukturell getrennt, wobei EVN als Holding fungierte. Zur Förderung des Wettbewerbs wurde der Großhandelsmarkt für Strom schrittweise geöffnet. Im Rahmen dieser Reformen wurden mehrere Tochtergesellschaften für Kraftwerksbetrieb, Netzbetrieb (National Power Transmission Corporation – NPT) sowie regionale Versorgungsunternehmen gegründet.[2] 2010 wurde die Gruppe in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, die vom Staat kontrolliert wird.[3]
EVN investierte stark in den Bau großer Projekte wie das Wasserkraftwerk Sơn La (2,4 GW, in Betrieb seit 2012), das damals größte seiner Art in Südostasien. In den 2010er Jahren folgte die Integration von Solar- und Windkraftwerken in das Netz. Seit 2021 beteiligt sich EVN an grenzüberschreitenden Stromhandelsprojekten mit Laos und China.
Aktivitäten
EVN ist verantwortlich für die Bereitstellung eines bedeutenden Teils des in Vietnam erzeugten Stroms (Stand: 2025).[4] Die Aktivitäten umfassen:
- Erzeugung: Betrieb von Kraftwerken auf Basis von Wasser-, Kohle-, Gas- und erneuerbaren Energien. EVN betreibt Dutzende Großkraftwerke, darunter die Wasserkraftwerke Hòa Bình und Sơn La, sowie mehrere thermische Anlagen. Der Anteil erneuerbarer Energien wächst stetig (über 25 % im Jahr 2025).
- Netzbetrieb: Über die Tochtergesellschaft EVNNPT betreibt EVN das nationale Hochspannungsübertragungsnetz.
- Verteilung: Zuständig sind fünf regionale Tochtergesellschaften, darunter EVNHCMC (Ho-Chi-Minh-Stadt) und EVNNPC (Nordvietnam).
- Stromhandel: EVN agiert als Großhandelsakteur im vietnamesischen Elektrizitätsmarkt.
