Viktor Paschinger
österreichischer Geograph
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Viktor Paschinger (* 27. November 1882 in Murau/Steiermark; † 21. Januar 1963 in Klagenfurt) war ein österreichischer Geograph.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Matura 1902 am Staatsgymnasium Klagenfurt studierte Viktor Paschinger Geographie, Geologie, Geschichte und Deutsch an der Universität Graz. Dort promovierte er 1907 zum Dr. phil. bei Robert Sieger. Ein Jahr später (1908) legte er die Staatsprüfung für das Lehramt an Mittelschulen ab. Bis zum Eintritt in den Ruhestand 1947 war er im Schuldienst tätig, zunächst in Graz und Marburg an der Drau. Von 1913 bis 1947 lehrte er (mit dem Titel Professor) an der Bundesgewerbeschule in Klagenfurt. Von 1915 bis 1917 war er Artillerieoffizier im Ersten Weltkrieg. Während des Dritten Reiches arbeitete er am Institut für Kärntner Landesforschung und in der SS-Organisation „Ahnenerbe“ mit.
Viktor Paschinger legte im Laufe seines Lebens zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Geologie und Geomorphologie der Alpen und der Gletscherforschung vor und führte regelmäßige Messungen durch. Er betätigte sich in mehreren wissenschaftlichen Vereinen und Gesellschaften, u. a. im Österreichischen Alpenverein. Paschinger war korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In Klagenfurt ist eine Straße nach ihm benannt (Paschingergasse).[2]
Sein ältester Sohn ist der Geographieprofessor Herbert Paschinger.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die Schneegrenze in verschiedenen Klimaten. Perthes, Gotha 1912 (= Dissertation Universität Graz).
- (Bearb., mit Franz Lex u. Martin Wutte): Landeskunde von Kärnten. Gutenberghaus Merkel, Klagenfurt 1923 (2. umgearb. Aufl. u.d.T.: Landeskunde von Kärnten und Osttirol. Kollitsch, Klagenfurt 1949).
- Lehrbuch der Erdkunde für die höheren Abteilungen der gewerblichen Bundeslehranstalten. Drei Bände. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1927–1929.
- Pasterzenstudien (= Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten, Bd. 2). Kleinmayr, Klagenfurt 1948.
- Des Glockners Eisgefilde. Ein Volksbuch von der Pasterze. Kärntner Druck- u. Verlagsges., Klagenfurt 1951.
- Natur und Geschichte. Verlag des Landesmuseums für Kärnten (= Kärntner Museumsschriften, Bd. 10). Klagenfurt 1956.
- Geographischer Atlas (= Kärntner Heimatatlas, Teil A). Verlag des Geschichtsvereins für Kärnten, Klagenfurt 1956.
- Die verschwundenen Gletscher der Ostalpen (= Abhandlungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, Bd. 18). Wien 1959.
- Beziehungen zwischen einigen Formelementen und Kleinschwankungen von Alpengletschern (= Denkschriften / Österreichische Akademie der Wissenschaften / Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, Bd. 110, 4). Springer, Wien 1963.
Außerdem zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften.