Villenkolonie Hohe Warte
Von Josef Hoffmann geplantes Bauensemble
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Die Villenkolonie Hohe Warte war eine Künstlerkolonie, die im Umfeld der Wiener Werkstätte und Wiener Secession entstand. Sie befindet sich auf der gleichnamigen Erhebung im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling, im Bereich Wollergasse, Steinfeldgasse und Geweygasse. Die noch erhaltenen Gebäude sind Teil der baulichen Schutzzone Heiligenstadt.[1] Mit Ausnehme der Villa Moll II stehen sie unter Denkmalschutz.
Geschichte
Die Planungen gingen auf die Initiative der Künstler der Künstler Carl Moll, Koloman Moser, Hugo Henneberg und Friedrich Viktor Spitzer (die letzten beiden bedeutende Fotografen) zurück, es konnten 1900 die Grundstücke im östlichen Bereich der Hohen Warte erworben werden. Ursprünglich war Joseph Maria Olbrich als Architekt vorgesehen, er ging allerdings noch im selben Jahr nach Darmstadt, wo er an der in einem ähnlichen Konzept gehaltenen Künstlerkolonie Mathildenhöhe mitarbeitete. In Folge konnte Josef Hoffmann gewonnen werden. Die erste Villa, ein Doppelhaus für Moser und Moll, wurde bereits 1901 fertiggestellt, die restlichen Gebäude in weiterer Folge bis 1911. Der Zweite Weltkrieg und vor allem spätere Umbauten bewirkten eine Reduktion des Bestands, einige Häuser sind nicht mehr erhalten oder stark verändert.
Die Bauten
Das Konzept ist von der englischen Gartenstadtbewegung beeinflusst und in ästhetischer Hinsicht von der Arts-and-Crafts-Bewegung. Trotz der zwischenzeitlich entstandenen Verluste ist es das umfassendste, eines um die Jahrhundertwende entwickelten Konzepts von einem aus Architektur, Ausstattung und Umgebung gebildeten Bauensembles. Die Villen bilden kubische Baukörper, die durch farblich abgestufte Fachwerke, Giebel und Holzwerk akzentuiert werden, aber auf ostentativen Dekor verzichten. Sie haben zentrale Hallen mit offenen Stiegenhäusern und Atelierräume in den Obergeschoßen. Der Einsatz von Fachwerk ist in der ostösterreichischen Bautradition unüblich, er ist niemals anders als dekorativ, kam im Villenbau um 1880 auf und findet sich auch im alpine Formen aufnehmenden Heimatstil.[2]
Die in der zweiten Phase vor 1910 erbauten Häuser unterscheiden sich durch ihre stärkere neoklassizistische Orientierung: sie sind einfacher und flächiger. Es werden neue Materialien eingesetzt und es erscheint der für Hoffmann typischen Rechteckdekor. Am meisten hebt sich das späteste Gebäude (Haus Ast) hervor, das an der Fassade durch Kannelierungen gegliedert ist - ein klassizistisches Element, das aber anders als im Klassizismus üblich eingesetzt wird.[2]
| Foto | Baujahr | Name | Standort | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|
| 1900–1903 | Doppelhaus Moser-Moll | Steinfeldgasse 6 und 8 Standort |
Doppelwohnhaus für Koloman Moser und Carl Moll Anmerkung: Nr. 8 wurde in späterer Folge – nicht zuletzt durch einen Anbau – stark verändert. |
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| 1900–1903 | Haus Spitzer | Steinfeldgasse 4 Standort |
Wohnhaus für Friedrich Viktor Spitzer | |
| 1900–1903 | Haus Dr. Henneberg | Wollergasse 8 Standort |
zerstört Wohnhaus für Hugo Henneberg |
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| 1906 | Haus Moll II | Wollergasse 10 Standort |
zweites Haus für Carl Moll, mit typischem Rechteckdekor Anmerkung: 1928 Zubau |
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| 1906–1907 | Haus Hochstetter | Steinfeldgasse 7 Standort |
zerstört Anmerkung: Durch Umbau zerstört |
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| 1909–1911 | Haus Brauner | Geweygasse 11 Standort |
zerstört Anmerkung: Im 2. Weltkrieg zerstört |
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| 1909–1911 | Haus Ast | Steinfeldgasse 2 Standort |
Anmerkung: Ausstattung, Interieur und Gartengestaltung teilweise erhalten |
Literatur
Dehio Wien Vororte 1996, S. 601