Villenkolonie Hohe Warte

Von Josef Hoffmann geplantes Bauensemble From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Villenkolonie Hohe Warte war eine Künstlerkolonie, die im Umfeld der Wiener Werkstätte und Wiener Secession entstand. Sie befindet sich auf der gleichnamigen Erhebung im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling, im Bereich Wollergasse, Steinfeldgasse und Geweygasse. Die noch erhaltenen Gebäude sind Teil der baulichen Schutzzone Heiligenstadt.[1] Mit Ausnehme der Villa Moll II stehen sie unter Denkmalschutz.

Geschichte

Die Planungen gingen auf die Initiative der Künstler der Künstler Carl Moll, Koloman Moser, Hugo Henneberg und Friedrich Viktor Spitzer (die letzten beiden bedeutende Fotografen) zurück, es konnten 1900 die Grundstücke im östlichen Bereich der Hohen Warte erworben werden. Ursprünglich war Joseph Maria Olbrich als Architekt vorgesehen, er ging allerdings noch im selben Jahr nach Darmstadt, wo er an der in einem ähnlichen Konzept gehaltenen Künstlerkolonie Mathildenhöhe mitarbeitete. In Folge konnte Josef Hoffmann gewonnen werden. Die erste Villa, ein Doppelhaus für Moser und Moll, wurde bereits 1901 fertiggestellt, die restlichen Gebäude in weiterer Folge bis 1911. Der Zweite Weltkrieg und vor allem spätere Umbauten bewirkten eine Reduktion des Bestands, einige Häuser sind nicht mehr erhalten oder stark verändert.

Die Bauten

Das Konzept ist von der englischen Gartenstadtbewegung beeinflusst und in ästhetischer Hinsicht von der Arts-and-Crafts-Bewegung. Trotz der zwischenzeitlich entstandenen Verluste ist es das umfassendste, eines um die Jahrhundertwende entwickelten Konzepts von einem aus Architektur, Ausstattung und Umgebung gebildeten Bauensembles. Die Villen bilden kubische Baukörper, die durch farblich abgestufte Fachwerke, Giebel und Holzwerk akzentuiert werden, aber auf ostentativen Dekor verzichten. Sie haben zentrale Hallen mit offenen Stiegenhäusern und Atelierräume in den Obergeschoßen. Der Einsatz von Fachwerk ist in der ostösterreichischen Bautradition unüblich, er ist niemals anders als dekorativ, kam im Villenbau um 1880 auf und findet sich auch im alpine Formen aufnehmenden Heimatstil.[2]

Die in der zweiten Phase vor 1910 erbauten Häuser unterscheiden sich durch ihre stärkere neoklassizistische Orientierung: sie sind einfacher und flächiger. Es werden neue Materialien eingesetzt und es erscheint der für Hoffmann typischen Rechteckdekor. Am meisten hebt sich das späteste Gebäude (Haus Ast) hervor, das an der Fassade durch Kannelierungen gegliedert ist - ein klassizistisches Element, das aber anders als im Klassizismus üblich eingesetzt wird.[2]

Weitere Informationen Foto, Baujahr ...
Foto   Baujahr Name Standort Beschreibung
Seitenansicht von der Geweygasse
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1900–1903 Doppelhaus Moser-Moll
Steinfeldgasse 6 und 8
Standort
Doppelwohnhaus für Koloman Moser und Carl Moll

Anmerkung: Nr. 8 wurde in späterer Folge – nicht zuletzt durch einen Anbau – stark verändert.

Haus Spitzer
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1900–1903 Haus Spitzer

HERIS-ID: 56624
Objekt-ID: 66136
Steinfeldgasse 4
Standort
Wohnhaus für Friedrich Viktor Spitzer
Haus Dr. Henneberg Datei hochladen 1900–1903 Haus Dr. Henneberg Wollergasse 8
Standort
zerstört
Wohnhaus für Hugo Henneberg
Haus Moll II Datei hochladen 1906 Haus Moll II
Wollergasse 10
Standort
zweites Haus für Carl Moll, mit typischem Rechteckdekor

Anmerkung: 1928 Zubau

Haus Hochstetter Datei hochladen 1906–1907 Haus Hochstetter Steinfeldgasse 7
Standort
zerstört

Anmerkung: Durch Umbau zerstört

Haus Brauner Datei hochladen 1909–1911 Haus Brauner Geweygasse 11
Standort
zerstört

Anmerkung: Im 2. Weltkrieg zerstört

Haus Ast
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1909–1911 Haus Ast

HERIS-ID: 56625
Objekt-ID: 66137
Steinfeldgasse 2
Standort

Anmerkung: Ausstattung, Interieur und Gartengestaltung teilweise erhalten

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Literatur

Einzelnachweise

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