Villeret BE
Gemeinde im Kanton Bern in der Schweiz
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Villeret [] ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Berner Jura des Kantons Bern in der Schweiz.
| BE ist das Kürzel für den Kanton Bern in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Villeret zu vermeiden. |
| Villeret | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Verwaltungskreis: | Berner Jura |
| BFS-Nr.: | 0448 |
| Postleitzahl: | 2613 |
| Koordinaten: | 568214 / 223280 |
| Höhe: | 740 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 722–1594 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 16,24 km²[2] |
| Einwohner: | 938 (31. Dezember 2025)[3] |
| Einwohnerdichte: | 58 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 17,1 % (31. Dezember 2025)[4] |
| Gemeindepräsident: | Richard Habegger (FDP) |
| Website: | www.villeret.ch |
Villeret vom Zug aus fotografiert | |
| Lage der Gemeinde | |
Geographie
Villeret liegt auf 740 m ü. M., 17 km westlich von Biel (Luftlinie) und 1,5 km nordöstlich von Saint-Imier. Das Dorf erstreckt sich im zentralen Teil des Juralängstals Vallon de Saint-Imier beidseits des Flusslaufs der Schüss (französisch Suze), an der Einmündung des Baches Le Bez, der aus der Schlucht Combe Grède herunterfliesst.
Die Fläche des 16,2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen verhältnismässig schmalen Abschnitt des Talbeckens des Sankt-Immer-Tals. Den zentralen Teil nimmt die hier rund 300 m breite Talniederung der Schüss ein. Im Norden reicht das Gebiet auf die Antiklinale der Montagne du Droit (bis 1255 m ü. M.) und bis in die Senke bei Les Breuleux. Nach Süden erstreckt sich Villeret auf die Höhe der Chasseral-Kette, auf der mit 1590 m ü. M. nur wenig westlich des Chasseral-Gipfels der höchste Punkt der Gemeinde liegt. Auf dem Scheitel der Chasseral-Kette wurde das harte Deckgestein aufgebrochen und wegerodiert, wodurch im Laufe der Jahrmillionen ein nördlicher und ein südlicher Kamm entstanden. Dazwischen befindet sich ein Antiklinaltal, das bereits bis auf die nächste harte Gesteinsschicht ausgeräumt ist. Der nördliche Kamm, in der Cornette 1494 m ü. M., ist auf dem Gemeindegebiet von Villeret durch ein markantes Erosionstal, die Combe Grède, unterbrochen. Ein Teil der Schlucht und die Umgebung ist unter Naturschutz gestellt. Auf den breiten Kämmen der Montagne du Droit und der Chasseral-Kette befinden sich ausgedehnte Jurahochweiden mit den typischen mächtigen Fichten, die entweder einzeln oder in Gruppen stehen. Die Höhe des Chasseral liegt bereits über der regionalen Waldgrenze. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 4 % auf Siedlungen, 51 % auf Wald und Gehölze, 44 % auf Landwirtschaft, und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.
Zu Villeret gehören zahlreiche Einzelhöfe, die weit verstreut im Tal und auf den Jurahöhen liegen. Nachbargemeinden von Villeret sind Saint-Imier, Nods und Cormoret im Kanton Bern, Les Breuleux und Muriaux im Kanton Jura sowie Val-de-Ruz im Kanton Neuenburg.
Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung von Villeret ist in einer Urkunde aus dem Jahr 1330 überliefert. Das Dorf gehörte bis 1797 zur Herrschaft Erguel, die dem Fürstbistum Basel unterstand, wobei auch die Stadt Biel zeitweise grösseren Einfluss ausübte und 1530 die Reformation einführte. Ab 1725 begann sich die Uhrmacherei in Heimarbeit der sogenannten Bauernuhrmacher und in kleinen Werkstätten zu entwickeln.
Von 1797 bis 1815 gehörte Villeret zu Frankreich und war anfangs Teil des Département Mont-Terrible, das 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden wurde. Mit dem Wiener Kongress kam der Ort 1815 an den Kanton Bern zum Bezirk Courtelary.
Villeret war bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hauptsächlich von der Landwirtschaft geprägt. Bis im 19. Jahrhundert wurden die Wälder für die Herstellung von Holzkohle ausgebeutet. Mitte des 19. Jahrhunderts setzte mit der Gründung von Uhrenfabriken ein rascher wirtschaftlicher Aufschwung ein.
Im Generalstreik 1918 entschied sich die Arbeiterschaft einstimmig zum Streik.[5] Die Uhrmacherei war von wiederkehrender Arbeitslosigkeit gezeichnet. Der in Villeret geborene Goldschmied in der Uhrenindustrie Maurice Gerber[6] machte in der Not das Beste aus seiner Begabung und wurde Maler. Seine Werke bot er an den Ausstellungen regionaler Künstler von 1930 bis 1960 neun Mal in Villeret zum Verkauf an. 1933 waren sie in Tramelan, sowie ebendort 1934 am ersten Salon jurassien zu sehen. 1936 stellte er in Saint-Imier aus. Seine Werke befinden sich heute auch im Musée de Saint-Imier.
Das Unternehmen Straumann ist seit dem Jahr 2000 hier niedergelassen.[7] Es kündigte 2025 die Streichung von 250 Stellen in Villeret an.[8] Schliesslich wurden bis November 2025 fast 200 Angestellte entlassen.[9]
Bevölkerung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1850 | 970 |
| 1900 | 1'422 |
| 1910 | 1'507 |
| 1930 | 1'253 |
| 1950 | 1'155 |
| 1960 | 1'125 |
| 1970 | 1'057 |
| 1980 | 884 |
| 1990 | 986 |
| 2000 | 901 |
| 2022 | 923 |
Mit 938 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) gehört Villeret zu den mittelgrossen Gemeinden des Berner Juras. Von den Bewohnern sind 83,1 % französischsprachig, 11,3 % deutschsprachig, und 2,4 % sprechen Albanisch (Stand 2000). Nach einem Höchststand 1910 hat die Bevölkerungszahl von Villeret bis 1950 um fast 25 % abgenommen. Eine vorübergehende Stagnationsphase wurde während der Wirtschaftskrise der 1970er Jahre erneut durch eine deutliche Bevölkerungsabnahme abgelöst.
Politik
Gemeindepräsident ist seit 2010 Richard Habegger (FDP, Stand 2024).[10]
Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Villeret (in Klammern die Veränderung im Vergleich zu den Wahlen 2019 in Prozentpunkten): SVP 35,55 % (+0,39), SP 19,91 % (+4,23), Grüne 13,81 % (−6,80), FDP 7,98 % (+1,05), glp 5,38 % (−1,49), EDU 4,69 % (+3,60), EVP 3,65 % (+0,02), Mitte 3,00 % (−1,95), SD 1,80 % (+0,22), PdA/Sol. 0,00 (−1,21).[11]
Wirtschaft
Arbeitsplätze gibt es in der Uhrenindustrie (Cartier), in der Medizinaltechnologie (Straumann) sowie im lokalen Gewerbe. Die Landwirtschaft spielt noch eine bedeutende Rolle, wobei Viehzucht und Milchwirtschaft überwiegen, im Tal gibt es etwas Ackerbau.
Verkehr
Die Gemeinde ist verkehrsmässig gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse 30 von Biel nach La Chaux-de-Fonds.
Am 30. April 1874 wurde die Eisenbahnlinie von Biel nach Convers mit einem Bahnhof in Villeret eröffnet.
Sehenswürdigkeiten
Die reformierte Dorfkirche wurde 1935–1936 errichtet. Im Ortskern befinden sich sowohl alte Bauernhäuser aus dem 18. Jahrhundert als auch Bauten im Stil des Klassizismus, die während der Hochkonjunktur der Uhrenindustrie erstellt wurden. Das Schulgebäude stammt von 1865. Die moderne Architektur ist durch das nach Plänen von Jean Nouvel errichtete Gebäude der Firma Cartier vertreten.
Bilder
Persönlichkeiten
- Paul-Alcide Blancpain (1839–1899), Brauereiunternehmer
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Villeret (französisch)
- Christine Gagnebin-Diacon: Villeret. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

