Vimseltinib

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Vimseltinib ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antineoplastika. Unter dem Namen Romvimza (Hersteller: Deciphera Pharmaceuticals) wurde er 2025 in den USA und in der EU zugelassen zur oralen Behandlung des symptomatischen tenosynovialen Riesenzelltumors (tenosynovial giant cell tumor, TGCT), einer seltenen Erkrankung der Schleimhaut in Gelenken oder Sehnenscheiden.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Vimseltinib
Allgemeines
Freiname Vimseltinib[1]
Andere Namen
  • 3-Methyl-5-(6-methyl-5-{[2-(1-methyl-1H-pyrazol-4-yl)pyridin-4-yl]oxy}pyridin-2-yl)-2-[(propan-2-yl)amino]pyrimidin-4(3H)-on
  • DCC-3014
  • DP-6865
Summenformel C23H25N7O2
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff (Dihydrat)[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1628606-05-2
PubChem 86267612
ChemSpider 95499700
DrugBank DB17520
Wikidata Q106440798
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antineoplastika

Wirkmechanismus

Kinase-Inhibition

Eigenschaften
Molare Masse 431,49 g·mol−1
Aggregatzustand

Fest[2]

Dichte

1,29 g·cm−3[3]

Löslichkeit

sehr schwer löslich in Wasser (Dihydrat)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]

Achtung

H- und P-Sätze H: 315319
P: 264280302+352321305+351+338332+313362+364337+313[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

Vimseltinib ist eine schwache Base. Pharmazeutisch wird der Wirkstoff als Vimseltinib-Dihydrat eingesetzt, einem weißen bis off-weißen kristallinen Pulver, das sehr schwer wasserlöslich ist.[2]

Vimseltinib ist ein Kinaseinhibitor, der den Rezeptor für den koloniestimulierenden Faktor 1 (CSF1R) hemmt. In vitro hemmte Vimseltinib die Autophosphorylierung des CSF1R, die durch die CSF1-Ligandenbindung induzierte Signalübertragung und die Proliferation von Zellen, die CSF1R exprimieren.[2]

Medizinische Verwendung

Das zugelassenen Anwendungsgebiet umfasst die Behandlung von Erwachsenen mit symptomatischen tenosynovialen Riesenzelltumoren, bei denen eine chirurgische Resektion möglicherweise die Funktionseinschränkung verschlimmern oder zu schwerer Morbidität führen würde.[4]

Klinische Prüfung

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der doppelblinden, multizentrischen, randomisierten, placebokontrollierten Studie MOTION. Nach der 25-wöchigen Doppelblind-Phase konnten die Patienten die Behandlung mit Vimseltinib fortsetzen und die Patienten, die Placebo erhielten, auf Vimseltinib umsteigen. Die Randomisierung wurde nach Tumorlokalisation (untere Extremität versus andere Stelle) und Region (USA versus Nicht-USA) stratifiziert. Das wichtigste Maß für die Wirksamkeit war die Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR) nach 25 Wochen, die radiologisch unter Anwendung der „Kriterien zur Bewertung des Ansprechens bei soliden Tumoren“ (RECIST) erhoben wurde. Sie betrug 40 % im Vimseltinib-Arm gegenüber 0 % im Placebo-Arm. Die mediane Ansprechdauer (median duration of response, DOR) wurde im Vimseltinib-Arm nach 25 Wochen nicht erreicht. Basierend auf einer zusätzlichen Nachbeobachtungszeit von sechs Monaten hatten 85 % der Responder eine DOR von mindestens sechs und 58 % eine DOR von mindestens neun Monaten. Der primäre Endpunkt wurde durch statistisch signifikante Verbesserungen des aktiven Bewegungsumfangs und der von Patienten berichteten körperlichen Funktionsfähigkeit und Schmerzen unterstützt, die in Woche 25 beobachtet wurden.[4][5]

Nebenwirkungen

Als häufigste unerwünschte Wirkungen wurden erhöhte Leberwerte (ASAT, ALAT), periorbitales Ödem, Müdigkeit, Hautausschlag, erhöhter Cholesterinspiegel, periphere Ödeme, Gesichtsödeme, verminderte Neutrophile, verminderte Leukozyten und Juckreiz beobachtet.[2]

Sonstiges

In Deutschland ist die Therapie mit Vimseltinib im Rahmen des Härtefallprogramms (bis Februar 2026) möglich.[6] Im September 2025 wurde Vimseltinib als Romvimza auch in der EU zugelassen.[7]

Handelsnamen

Romvimza (USA, EU)

Einzelnachweise

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