Virginia Brunner
österreichische Lehrerin, Vereinsfunktionärin und Parteifunktionärin
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Leben
Brunner war die Tochter des Universitätsprofessors Franz Hochegger und wuchs an wechselnden Orten auf. In Wien besuchte sie die Höhere Töchterschule, in Innsbruck legte sie die Befähigungsprüfung zur Lehrerin ab. Diesen Beruf übte sie bis zur Heirat mit dem Chemiker Karl Brunner im Jahr 1886 aus. Der spätere Anglist Karl Brunner war einer der beiden Söhne des Paars.
In ihrer Zeit in Prag veröffentlichte sie um 1895 eine Anleitung zu einer neuen Stopfmethode für Strümpfe, die mehrere Auflagen erlebte und auch an Schulen eingeführt wurde.[4]
Brunner war eine führende Persönlichkeit der Tiroler Frauenbewegung. Sie gründete 1905 den Tiroler Hausfrauenverein, der auch eine Koch- und Haushaltungsschule betrieb.[5] 1911 zog sie sich aus gesundheitlichen Gründen zurück,[6] gründete aber kurz darauf einen Zweigverein der Vereinigung arbeitender Frauen,[7] 1915 außerdem die Innsbrucker Ortsgruppe der Reichsorganisation der Hausfrauen Österreichs[8], diese wurde 1921 wieder aufgelöst.[9] Ab 1916 war sie auch Mitglied eines „Hausfrauenbeirats bei der Tiroler Statthalterei“.[10] Während des Ersten Weltkriegs hielt sie zudem zahlreiche Vorträge über Haushaltsführung in der kriegsbedingten Mangelwirtschaft. Zu dieser Thematik verfasste sie auch eine Reihe von Schriften im Selbstverlag.[9]
Sie kandidierte für die Österreichische Frauenpartei um Marianne Hainisch für die Innsbrucker Gemeinderatswahlen 1931. Sie blieb bis ins hohe Alter in verschiedenen Frauenvereinen Innsbrucks aktiv.
1932 wurde sie mit dem goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.[11] Am 21. März 1947 starb sie um 7.30 Uhr im LKH Innsbruck.[3]
Werke
- Anleitung zur Stopfmethode. Sallmeyer, Wien (3. Auflage 1897).
- Handbüchlein für Hausfrauen. Einlegen von Obst ohne Zucker. Dörren von Obst und Gemüse. Kochkiste. Selbstverlag, Innsbruck 1918.
- Kriegs-Speisen. Hafer-, Mais-, Topfen-, Kraut- und Kartoffel-Speisen sind besonders berücksichtigt. Selbstverlag, Innsbruck 1918.
- Hafer-Speisen. Selbstverlag, Innsbruck 1918.
Literatur
- Brunner, Virginia. In: Sophie Pataky (Hrsg.): Lexikon deutscher Frauen der Feder. Band 2. Verlag Carl Pataky, Berlin 1898, S. 492 (literature.at).
- Frau Virginia Brunner zu ihrem 60. Geburtstage.: Der Bund. Zentralblatt des Bundes österreichischer Frauenvereine, Jahrgang 1917, S. 14 f. (online bei ANNO).
- Ellinor Forster: Virginia Brunner: „Mutter saß daheim und brütete … Pläne aus“. In: Innsbruck informiert. Nr. 12. Innsbruck Dezember 2005, S. 44 (issuu.com).
- Gunda Barth-Scalmani: „Was kann man im dritten Kriegsjahr kochen?“ Virginia Brunner und ihr Engagement für die Tiroler Hausfrauen. In: Michael Forcher, Bernhard Mertelseder (Hrsg.): Gesichter der Geschichte. Schicksale aus Tirol 1914–1918. Haymon, Innsbruck / Wien 2015, ISBN 978-3-7099-7217-5, S. 252–257 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Brunner Virginia, geb. Hochegger. In: Ilse Korotin (Hrsg.): biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1: A–H. Böhlau, Wien 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 447 (PDF).
Weblinks
- Virginia Brunner in der Datenbank Frauen in Bewegung 1848–1938 der Österreichischen Nationalbibliothek
