Vito Kraigher
Slowenischer Jurist, Politiker und Widerstandkämpfer
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Vito Kraigher (eigentlich Viktor Kraigher; * 15. Juli 1911 in Lenart v Slovenskih goricah (deutsch Sankt Leonhard in Windischbüheln), Österreich-Ungarn; † 4. Mai 1945 in Podsmrečje pri Turjaku, jetzt Gemeinde Velike Lašče) war ein slowenischer Jurist, Politiker und Widerstandskämpfer während des Zweiten Weltkriegs.

Leben und Ausbildung
Victor Kraigher absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Ljubljana. Im Jahr 1937 heiratete er die Ärztin Emica Kreps, die als Sympathisantin der Kommunistischen Partei galt. Im selben Jahr ermöglichte ihm ein Stipendium der französischen Regierung ein Auslandsstudium in Paris. Während seines Aufenthalts in Frankreich pflegte er engen Kontakt zu slowenischen Kommunisten, insbesondere zu dem Schriftsteller und Politiker Prežihov Voranc.
Nach seiner Rückkehr nach Maribor im Herbst 1938 engagierte er sich in der Parteiorganisation der Mariborer Juristen. Im Sommer 1940 zog er nach Kranj, wo er in einer Anwaltskanzlei tätig war.[1]
Widerstand im Zweiten Weltkrieg
Nach der Besetzung Jugoslawiens im Jahr 1941 schloss sich Kraigher der slowenischen Widerstandsbewegung an. Er wurde Mitglied der Befreiungsfront (Osvobodilna fronta, OF) und war innerhalb der Justizverwaltung im Untergrund tätig.
Im Herbst 1941 wurde er in den Sicherheitsgeheimdienst VOS (Varnostno-obveščevalna služba, VOS) in Ljubljana berufen. Dort übernahm er die Verantwortung für den militärischen Geheimdienst.
Gefangenschaft und Tod
Während der letzten deutschen Offensive gegen die Partisanen wurde Kraigher am 1. April 1945 in der Region Goriška gefangen genommen. Er wurde den Einheiten der Slowenischen Heimwehr übergeben und in die Gefängnisse der politischen Polizei nach Ljubljana überstellt. Dort war er schweren Verhören und Folterungen ausgesetzt. In der regimefreundlichen Zeitung Slovensko domobranstvo wurde am 25. April 1945 die Nachricht seiner Festnahme veröffentlicht. Der Artikel bezeichnete ihn als einen der „größten kommunistischen Verbrecher“ und warf ihm die Organisation von Attentaten in den Straßen von Ljubljana in den Jahren 1942 und 1943 vor.[2] In der Nacht vom 3. auf den 4. Mai 1945 – nur wenige Tage vor dem Ende des Krieges in Europa – wurde Kraigher zusammen mit 28 weiteren Gefangenen nach Turjak transportiert. Dort wurden sie heimlich exekutiert und in einem Massengrab, einer sogenannten „Wolfsgrube“ (volčja jama), verscharrt.[3]
Familie
Vito Kraigher war der ältere Bruder des späteren jugoslawischen Staatsoberhauptes in den Jahren 1981 und 1982, Sergej Kraigher.
Erinnerung
In Maribor trägt die Ulica Vita Kraigherja den Namen von Vito Kraigher.