Vivaldi und ich
Film von Damiano Michieletto (2025)
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Vivaldi und ich (Originaltitel Primavera) ist ein italienisch-französischer Spielfilm aus dem Jahr 2025 mit Michele Riondino als Antonio Vivaldi und Tecla Insolia. Regie führte Damiano Michieletto, der gemeinsam mit Ludovica Rampoldi das Drehbuch schrieb, angelehnt an den Roman Stabat Mater von Tiziano Scarpa.[1][2]
| Film | |
| Titel | Vivaldi und ich |
|---|---|
| Originaltitel | Primavera |
| Produktionsland | Italien, Frankreich |
| Originalsprache | Italienisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 110 Minuten |
| Produktionsunternehmen |
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| Stab | |
| Regie | Damiano Michieletto |
| Drehbuch |
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| Produktion |
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| Musik | Fabio Massimo Capogrosso |
| Kamera | Daria D’Antonio |
| Schnitt | Walter Fasano |
| Besetzung | |
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Handlung
In Venedig lebt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Violinistin Cecilia im Waisenhaus Ospedale della Pietà, wo sie bereits als Findelkind aufgenommen wurde. Die Einrichtung feiert zwar ihre musikalische Exzellenz, versteckt die für die Adelsfamilien der Stadt spielenden Frauen und Mädchen aber hinter Gittern. Für die Frauen arrangiert das Institut Ehen zu einem in harten Verhandlungen vereinbarten Kaufpreis, als verheiratete Frauen dürfen sie nicht mehr musizieren. Cecilia ist dem Grafen Sanfermo zur Ehe versprochen, den sie heiraten soll, sobald er vom Krieg gegen die Türken zurückkehrt.
Nachdem das Waisenhaus Antonio Vivaldi als Dirigent engagiert, wählt er Cecilia für die Erste Geige aus, weil sie nicht nur spielt, um gelobt zu werden, sondern weil sie in der Musik lebt und durch sie selbst lebendiger wird. Unter Vivaldis Leitung erlebt das Orchester einen Aufschwung und die Mädchen dürfen nun auch vor Publikum auftreten, ihre Gesichter mit Masken verhüllt. Cecilia hofft insgeheim, dass ihre ihr unbekannte Mutter sie eines Tages aus dem Ospedale abholt, schreibt ihr heimlich immer wieder Briefe, und sucht im Archiv des Instituts nach der Hälfte des Zeichens, das ihre Mutter bei ihrer Aussetzung hinterlassen hat. Eine Mutter, die ihre Tochter auslösen möchte, könnte die andere Hälfte der Priorin, dem Vormund der Mädchen, als Identifikationsmerkmal zeigen. Cecilias Zeichen ist eine Kompassrose.
Zu Ehren von Friedrich IV. lässt Vivaldi die Mädchen eine Sonate spielen, die ein Violinsolo enthält. Cecilia spielt dieses mit solcher Leidenschaft, dass der König verlangt, dass sie ihre Maske abnimmt. Nach Ende des Krieges kehrt Graf Sanfermo zurück und fordert die Heirat mit Cecilia. Sie versucht zu erreichen, auch danach weiterspielen zu dürfen, ihr Ansuchen wird aber abgelehnt. Selbst Vivaldi kann nichts für sie bewirken. Cecilia verführt daher einen jungen Gemüsehändler, um ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, sodass Sanfermo kein Interesse mehr an ihr hat. Vivaldi erreicht zwar, dass sie doch weiterspielen darf, aber Sanfermo bricht ihr das Handgelenk.
Vivaldi komponiert das Oratorium Juditha triumphans, um Venedigs Sieg zu feiern. Cecilia bittet darum, heimlich dem Konzert beiwohnen zu dürfen, zu dem auch Sanfermo erwartet wird. Während der Aufführung entfernt sie sich und die Priorin befürchtet, dass sie sich an Sanfermo rächen und ihn töten wolle. Tatsächlich aber möchte Cecilia fliehen, die Priorin hilft ihr dabei. Das Konzert ist ein Erfolg, aber Vivaldi kann ihn nicht feiern, weil er Cecilias Verschwinden bemerkt. Sie verlässt Venedig und schreibt einen letzten Brief an ihre Mutter. Vivaldi verbringt rund vierzig Jahre im Ospedale della Pietà und stirbt in Armut.
Produktion und Hintergrund
Die Dreharbeiten fanden vom 27. September bis zum 4. November 2024 in Italien statt.[3] Drehorte waren Rom und Venedig.[4] Die Szenen, die in den Palazzi in Venedig spielen, wurden in einem Palast im Zentrum von Rom aufgenommen.[5]
Der Film wurde von der italienischen Indigo Film, der französischen Moana Films und Warner Bros. Entertainment Italia produziert, als Produzenten fungierten Carlotta Calori, Nicola Giuliano, Marc Missonnier, Carlos Prada und Viola Prestieri.[2][6]
Das Drehbuch schrieb Ludovica Rampoldi in Anlehnung an den Roman Stabat Mater von Tiziano Scarpa, der 2009 mit dem Premio Strega ausgezeichnet wurde.[4] Die Kamera führte Daria D’Antonio, die Montage verantwortete Walter Fasano. Das Production-Design gestaltete Gaspare De Pascali, das Kostümbild Maria Rita Barbera und den Ton Gianluca Scarlata.[2][3][6] Opernregisseur Damiano Michieletto gab mit diesem Film sein Kinodebüt.[1] Das Budget betrug rund acht Millionen Euro.[7]
Musik
Die Musik von Fabio Massimo Capogrosso wurde vom Chor und Orchester des Teatro La Fenice unter der Leitung von Carlo Boccadoro eingespielt. Der Soundtrack zum Film wurde im Dezember 2025 bei CAM Sugar veröffentlicht. Die Stücke von Vivaldi spielt das Ensemble I Solisti Aquilani unter der Leitung von Daniele Orlando, der auch die Solovioline spielt.[8][9]
- Primo sguardo di Cecilia
- Dove sei, madre
- Un nuovo maestro
- Volti che non esistono
- Inseguendo la follia
- Inverno di Cecilia
- Allegro molto RV 152 (Antonio Vivaldi)
- Morte musica soldi
- Echi di primavera
- Festa a palazzo
- Largo RV 207 (Antonio Vivaldi)
- Cipria
- Sacrificio
- Largo RV 565 (Antonio Vivaldi)
- Violino spezzato
- Una nuova vita
- Die vier Jahreszeiten: Allegro RV 269, La Primavera (Antonio Vivaldi)
Veröffentlichung
Premiere war im September 2025 am Toronto International Film Festival 2025.[3][6] In Italien kam die Produktion am 25. Dezember 2025 in die Kinos.[3]
Der deutsche Kinostart ist für den 21. Mai 2026 im Verleih von X Verleih vorgesehen.[2][10] In Österreich soll der Film am 12. Juni 2026 im Verleih von Filmladen in die Kinos kommen.[3]
Rezeption
Gaby Sikorski vergab auf filmstarts.de 3,5 von 5 Sternen. Der Film sei ein kluges, sinnliches Drama mit viel Musik und einer faszinierenden Hauptfigur. Visuell verweigere sich dieser der erwartbaren Postkartenromantik. Inhaltlich ziele Vivaldi und ich ganz eindeutig auf weibliche Selbstbestimmung, zusätzlich gehe es in einer sehr eleganten Art und Weise um die Kunst an sich und um das Geschenk des Talents, das auch ein Fluch sein könne.[1]
Auszeichnungen und Nominierungen
Chicago International Film Festival 2025
- Auszeichnung mit dem Publikumspreis für den besten internationalen Spielfilm[11]
Rencontres du cinéma italien à Toulouse 2025
- Auszeichnung mit dem Publikumspreis[12]
- Auszeichnung mit dem Jurypreis
Victoria Film Festival 2026
- Auszeichnung für den besten Spielfilm[13]
Gasparilla International Film Festival 2026
- Auszeichnung mit dem Jurypreis für den besten internationalen Spielfilm[14]
Weblinks
- Vivaldi und ich bei IMDb
- Vivaldi und ich in The Movie Database
- Vivaldi und Ich auf x-verleih.de
- Vivaldi und Ich auf filmladen.at