Vivian Silver

kanadisch-israelische Friedensaktivistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Vivian Silver (hebräisch וִיוִיאֶן סִילְבֶר; geboren am 2. Februar 1949 in Winnipeg; gestorben am 7. Oktober 2023 in Beʾeri) war eine kanadisch-israelische Friedens- und Frauenrechtsaktivistin. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 wurde sie vermisst. Erst Wochen später konnten ihre Überreste gefunden und identifiziert werden. Sie wurde am 13. November 2023 für tot erklärt.

Leben

Silver wurde in Winnipeg geboren und wuchs dort auf. 1974 erfolgte die Alija.[1] Zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen zog sie in den Kibbuz Beʾeri in der Nähe des Gazastreifens. Im Jahr 1998 wurde Silver Geschäftsführerin des Negev Institute for Strategies of Peace and Development, einer NGO mit Sitz in Beʾer Scheva, die sich für ein Zusammenleben von Juden und Arabern engagiert und über 45.000 Mitglieder hat.[2] Sie arbeitete mit der Beduinengemeinschaft in Israel und im Gazastreifen zusammen.[3] Sie startete Hilfsprogramme für Menschen aus dem Gazastreifen und half ihnen dabei, in Israel medizinisch behandelt zu werden.[4] Dieses Programm hatte den Namen Road to Recovery.[5] 2014 war sie eine der Gründerinnen der Frauenfriedensinitiative Women Wage Peace, die 2019 mit dem Bremer Friedenspreis ausgezeichnet wurde.[6]

Gedenkfeier für Vivian Silver in Gezer, wo sie von 1974 bis 1990 gelebt hatte. In der Bildmitte ihre beiden Söhne Chen und Yonatan Zeigen sowie deren Lebenspartnerinnen.

Am 7. Oktober 2023, als Terroristen der Hamas die Siedlung Beʾeri unweit der Grenze zum Gazastreifen stürmten und das Massaker von Beʾeri verübten, versteckte Vivian Silver sich in ihrer Wohnung und schrieb Angehörigen. Anschließend gab es zunächst keine Informationen zu Silvers Verbleib.[7] Erst Wochen später konnten ihre Überreste gefunden und nach Untersuchung des Nationalen Zentrums für Forensische Medizin identifiziert werden.[6] Am 13. November 2023 wurde Vivian Silver für tot erklärt.[8]

Am 16. November 2023 fand eine öffentliche Gedenkfeier für Vivian Silver mit ungefähr 2000 Teilnehmern im Kibbuz Gezer statt, am Tag darauf wurde sie im engsten Familienkreis auf dem Friedhof in Beʾeri begraben.[9]

Auszeichnungen und Ehrungen

Gedenkstein für Vivian Silver und Amer Abu Sabila in Warschau.
  • Im Juni 2011 erhielt Vivian Silver gemeinsam mit Amal Elsana Alh’jooj den 7th annual Victor J. Goldberg IIE Prize for Peace in the Middle East.[10]
  • Im September 2024 wurde Vivian Silver gemeinsam mit Amer Abu Sabila im Garten der Gerechten in Warschau mit einem Gedenkstein geehrt.[12]

Vivian Silver Impact Award

Im Jahr 2024 stifteten Familie und Freunde von Vivian Silver den Vivian Silver Impact Award, mit dem jedes Jahr jeweils eine Person palästinensischer und eine Person jüdischer Herkunft ausgezeichnet werden sollen, die sich um den Aufbau einer arabisch-jüdischen Partnerschaft verdient gemacht haben, insbesondere um die Förderung des Friedens zwischen Israel und Palästina und um die Förderung von Frauen in Führungspositionen. Dieser Preis soll dafür sorgen, dass das über 50 Jahre währende Engagement Vivian Silvers in der Zukunft nicht vergessen, sondern weitergetragen wird. Der mit umgerechnet 15000 Dollar dotierte Preis wird im November jeden Jahres überreicht.[13]

2024 wurden Dr. Rula Hardal and May Pundak ausgezeichnet, die beiden Ko-Direktorinnen von "A Land for All", einer Friedensinitiative, die auf ein Zwei-Staaten-Konföderation hinarbeitet.[14]

Im Jahr 2025 ging der Preis an Dror Rubin und Ghadir Hani. Die beiden hatten sich um das Einsammeln von Nahrungsmitteln und Hilfsgütern für diejenigen bemüht, die in letzter Zeit von der Nord- und Südgrenze Israels vertrieben wurden. Darüber hinaus hatten sie auch die Lebensgeschichten von vertriebenen Frauen aufgezeichnet.[15]

Einzelnachweise

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