Vogtsweiler

Wüstung nordwestlich von Allmersbach im Tal im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Vogtsweiler, schwäbisch auch Fautschweiler genannt, ist eine Wüstung, die nordwestlich von Allmersbach im Tal im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis liegt. Über die ehemalige Siedlung ist heute nicht mehr viel bekannt.

Lage

Vogtsweiler befand sich auf der Flur Fautschweiler, etwa 1 Kilometer nordwestlich der historischen Ortsmitte von Allmersbach im Tal an der Landesstraße L 1080.

Geschichte

Vogtsweiler entstand auf der Gemarkung des Urdorfs Heiningen, mutmaßlich nach dem Jahr 1050,[1][2] als Backnang im Besitz der Markgrafen von Baden war. Für diese späte Datierung spricht, dass der Ortsname auf das mittelhochdeutsche Wort Faut (Vogt) zurückgeht. Vogtsweiler lag an einem alten Fernhandelsweg, der aus dem mittleren Neckargebiet durch die Backnanger Bucht ins Remstal führte. Der Weg durchquerte die heutig Gemarkung von Allmersbach. Die heutige Landesstraße L 1080 zwischen Backnang und Allmersbach verläuft im Wesentlichen auf der Trasse des mittelalterlichen Handelswegs.[3]

Erstmals erwähnt wurde Vogtsweiler als Vautswyler in einer Urkunde von 1245. In dieser Urkunde bestätigte Papst Innozenz IV. dem Stift Backnang Besitztümer in Vogtsweiler und im benachbarten Heutensbach (Hittinspach).[4] 1459 war der Ort noch existent. In diesem Jahr erließ Graf Ulrich V. Vogtsweiler Hellerzinsen. 1480 wurde der Ort Vogtzwyler genannt. 1502 wird Foutzwyler als wüst bezeichnet.[3]

1528 wird Vogtsweiler in einem Lagerbuch erwähnt. Darin heißt es: „Vogtsweiler ist etwan ein Hof gewesen, allda hat die Herrschaft Wirtemberg alle Obrigkeit“.[3] Daraus kann geschlossen werden, dass Vogtsweiler vor 1528 abgegangen sein muss. Die genauen Gründe hierfür sind unbekannt.

Vogtsweiler hatte eine eigene Gemarkung, die 135 Morgen Ackerfläche und 24 Morgen Wiesen. Im Jahre 1555 erwarb die Gemeinde Allmersbach die Markung des ehemaligen Vogtsweiler (Fautschweyller hoff) mit allem Zubehör von dem Stift Backnang.[1][5] Zu dieser Zeit war die Siedlung schon längst abgegangen.

Das Gebiet wird heute landwirtschaftlich genutzt. An den Ort erinnern heute noch die Flurnamen Fautschweiler und Fautschweilerhalde. Bemerkenswert sind die Flurnamen Oberer, Mittlerer und Unterer Hof, welche nördlich der Wüstung vorkommen und ebenfalls alle auf der Markung von Allmersbach im Tal liegen. Möglicherweise gehörten diese abgegangenen Bauernhöfe zu Vogtsweiler oder standen in enger Verbindung.

Literatur

  • Karl Eduard von Paulus (Hrsg.:) Beschreibung des Oberamts Backnang. Stuttgart 1871, S. 159.
  • Emil Kost: Das Urdorf Heiningen und die frühdeutsche Besiedlung der Backnanger Bucht. In: Württembergisch Franken. Jahrbuch des historischen Vereins für württembergisch Fanken. Band 24/25. Schwäbisch Hall 1950, S. 87f.

Einzelnachweise

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