Volker Knauf

deutscher Schmuckgestalter und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Volker Knauf (* 4. Oktober 1941 in Halle/Saale; † 16. Januar 1997 in Heidelberg) war ein deutscher Schmuckgestalter und Hochschullehrer.

Werkstatt Volker Knauf

Leben und Werk

Knauf absolvierte von 1959 bis 1960 eine Lehre als Grafischer Zeichner. Nach der Ableistung des Wehrdienstes bei der NVA machte er von 1962 bis 1964 an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein ein Praktikum als Goldschmied. 1964 erwarb er dort das Abitur. Von 1964 bis 1969 studierte er im Fachbereich Schmuckgestaltung der Hochschule, und von 1969 bis 1971 hatte er eine Aspirantur. Danach war er bis 1989 als Hochschullehrer Leiter der Schmuckwerkstatt. 1971 erhielt er anlässlich der 125-Jahr-Feier der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig die ehrenvolle Aufgabe eine neue Amtskette zu schaffen. Die alte Amtskette ist seit den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs verschollen.

Knauf gehörte auf dem Gebiet der Schmuckgestaltung zu den prägenden Persönlichkeiten an der Burg. Seine Arbeiten sind „gekennzeichnet durch einen bildhauerischen Charakter und die Vorliebe für starke Stilisierungen.“[1]

Knauf hatte in der Zeit der DDR mehrere Einzelausstellungen und war an wichtigen Gruppenausstellungen beteiligt, u. a. von 1972 bis 1988 an der VII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden und von 1981 bis 1980 vier Mal an der Internationalen Bijouterie-Ausstellung in Jablonec. Dort erhielt er 1971 eine Gold- und 1974 eine Bronzemedaille.

Von 1989 bis 1994 arbeitete Knauf in Halle freiberuflich, und von 1994 bis zum Ausscheiden aus dem Hochschuldienst 1996 leitete er an der Hochschule die Werkstatt im Fachbereich Malerei/Glas.

Grabstein Volker Knauf

Mitgliedschaften

Weitere Ehrungen

  • 1982: Anerkennung im DDR-Schmuckwettbewerb
  • 1986: I. Preis der IV. Quadriennale des Kunsthandwerks sozialistischer Länder in Erfurt

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Knaufs

Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung

  • 1993: Leipzig, Grassi-Museum für Angewandte Kunst; Zons, Kreismuseum; Hanau Deutsches Goldschmiedehaus („Schmuck - Burg Giebichenstein 1970 – 1992“)
  • 1994/1995: Frankfurt/Main, Museum für Kunsthandwerk; Leipzig, Grassi Museum für Angewandte Kunst („Triennale Zeitgenössisches Deutsches Kunsthandwerk“)

Literatur

  • Fritz Kämpfer, Klaus G. Beyer: Kunsthandwerk im Wandel. Aus dem Schaffen dreier Jahrzehnte in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1984
  • Schmuck. Burg Giebichenstein. 1970–1992. Arnold’sche Verlagsanstalt, Stuttgart, 1992; ISBN 3-925369-27-9; S. 74–83
  • Angela Dolgner (Hrsg.): Burg Giebichenstein. Die hallesche Kunstschule von den Anfängen bis zur Gegenwart. Halle/Saale, 1993, S. 522
  • Cornelia Weihe (Hrsg.): Volker Knauf. Schmuck. Staatliche Galerie Moritzburg, 1998 (Ausstellungskatalog)
  • Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 454

Einzelnachweise

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