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Vorhofflattern

Herzrhythmusstörung From Wikipedia, the free encyclopedia

Vorhofflattern, eine Form der absoluten Arrhythmie, ist eine vorübergehende (paroxysmale = anfallweise) oder andauernde (permanente) Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe des Herzens in Ruhe regelmäßig 240- bis 340-mal pro Minute erregt[1] werden, die Kammern hingegen meist langsamer schlagen.

Ausschnitt eines Langzeit-EKGs bei nächtlichem paroxysmalem Vorhofflattern
Links: Vorhofflattern
Mitte: Sinusknotenstillstand mit präautomatischer Pause für ca. 2,7 Sekunden
Rechts: Einsetzen des Sinusrhythmus
Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
I48.3 Vorhofflattern: typisch
Vorhofflattern, Typ I
I48.4 Vorhofflattern: atypisch
Vorhofflattern, Typ II
I48.9 Vorhofflimmern und Vorhofflattern: Nicht näher bezeichnet
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Video beschreibt den Mechanismus der Vorhofflattern. Englisch mit deutschen Untertiteln.

Krankheitsentstehung

Die Ursache liegt meist in einer Erregungsausbreitungsstörung im rechten Vorhof. Dabei kommt es zu einer kreisenden Erregung, wobei ein elektrischer Impuls entlang der Trikuspidalklappe immer wieder zurückkehrt und das Gewebe erneut erregt. Dabei kommt es zu Vorhoffrequenzen von 250–350/min.[2]

Diese Erregungen werden aber meist nicht komplett auf die Herzkammern weitergeleitet, weil der AV-Knoten typischerweise nur jede zweite Erregung der Vorhöfe auf die Kammern überleitet (2:1-Überleitung). Dadurch führt das Vorhofflattern meist zu einem „Herzrasen“ in Form einer regelmäßigen Pulsbeschleunigung (Tachykardie) auf 120 bis 170 Schläge pro Minute.

Bei gestörter Erregungsleitung und unter dem Einfluss AV-Knoten-blockierender Arzneimittel (z. B. Verapamil, Amiodaron, Betablocker oder Digitalis) erhöht sich das Blockierungsverhältnis (z. B. auf 3:1 oder 4:1 oder unregelmäßig), so dass die Herzkammern langsamer und evtl. unregelmäßig schlagen.

Es kann allerdings auch zu einer 1:1 Überleitung kommen, wobei alle Vorhoferregungen die Herzkammern erreichen. In diesen Fällen kann es zu bedrohlichen Kammertachykardien kommen.[3]

Ursachen

Als Ursache des Vorhofflatterns kommen Herzerkrankungen wie Herzmuskelentzündung, Koronarsklerose, Mitralklappenfehler und Thyreotoxische Myopathie durch Hyperthyreose (Thyreotoxikose) in Frage.[4]

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt über das EKG, wo sägezahnartige Muster in den Ableitungen II, III und aVF typisch sind.

L. Brent Mitchell: Vorhofflattern. MSD Manuals, 1. Januar 2023, abgerufen am 1. Juni 2024.

Einzelnachweise

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