Voslapper Groden-Süd
Naturschutzgebiet in Niedersachsen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Voslapper Groden-Süd ist der Name eines Naturschutzgebietes in der niedersächsischen Stadt Wilhelmshaven. Der Voslapper Groden-Süd ist für Vogelarten ausgedehnter durchfluteter Röhrichte eines der wichtigsten Brut-, Durchzugs- und Überwinterungsgebiete in Niedersachsen.
Voslapper Groden-Süd
| ||
Im Vordergrund der Stadtteil Voslapp, hinter der Deponie dann das Naturschutzgebiet, dahinter der JadeWeserPort und die Innenjade (Blickrichtung: Osten, Mai 2012) | ||
| Lage | Nördlich vom Stadtzentrum der kreisfreien niedersächsischen Stadt Wilhelmshaven | |
| Fläche | 388 ha | |
| Kennung | NSG WE 246 | |
| WDPA-ID | 378375 | |
| Geographische Lage | 53° 36′ N, 8° 6′ O | |
|
| ||
| Meereshöhe | von −2 m bis 2 m | |
| Einrichtungsdatum | 1. Juni 2006 | |
| Verwaltung | NLWKN | |
Das Naturschutzgebiet liegt südlich der Wilhelmshavener Raffineriestraße und östlich des Wilhelmshavener Stadtteils Voslapp. Die Fläche des Naturschutzgebiets beträgt 388 Hektar. Das Gebiet steht seit dem 1. Juni 2006 unter Naturschutz. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist die Stadt Wilhelmshaven.
Folgende geschützte Vogelarten sind im NSG zu finden:[1]
- Rohrdommel (Botaurus stellaris)
- Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana)
- Blaukehlchen (Luscinia svecica)
- Rohrschwirl (Locustella luscinioides)
- Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus)
- Wasserralle (Rallus aquaticus)
- Gesamtüberblick über den Voslapper Groden (Blickrichtung Nordwesten). Das NSG Voslapper Groden-Süd ist auf dem unteren Bildteil zu sehen.
- Teich im Naturschutzgebiet
- Vegetation im Naturschutzgebiet
Geschichte
In der Zeit von April 1971 bis Dezember 1974 entstand durch Eindeichung und Aufspülung des Voslapper Grodens mit einer Gesamtfläche von 13,2 km². Die neu entstandenen Flächen waren für Industrieansiedlungen vorgesehen. Im September 1976 ging zunächst die Erdölraffinerie der Mobil Oil AG in Betrieb, im Juni 1981 nahm das PVC-Werkes der ICI seinen Betrieb auf. Bis 1979 wurden weitere Teilbereiche als Spülflächen genutzt. Weitere Ansiedlungspläne, u. a. für ein Flüssigerdgasterminal[2] konnten nicht umgesetzt werden und so entwickelte sich auf den langjährig nicht genutzten Flächen unbeabsichtigt eine Vielfalt von Biotoptypen, die insbesondere geschützten Vogelarten günstige Lebensbedingungen bietet.
Parallel zu dieser Entwicklung führte die Europäische Union mit der Vogelschutzrichtlinie ein Netz streng geschützter Gebiete ein. Nach diesen Regeln mussten viele Flächen, die für den Vogelschutz besonders wichtig sind, von den Mitgliedstaaten der EU gemeldet und geschützt werden. Im Fall des heutigen NSG Voslapper Groden-Süd wurde daher das Gebiet zunächst als EU-Vogelschutzgebiet V61 gemeldet und auf dieser Grundlage national durch niedersächsische Verordnung am 24. Mai 2006 zum Naturschutzgebiet Voslapper Groden-Nord erklärt.[3] Entscheidend war also nicht die ursprüngliche Flächennutzungsplanung zur Industrieansiedlung, sondern der tatsächliche Zustand und dessen ökologische Bedeutung bei der Bewertung im Jahr 2006/2007, als die Schutzentscheidung vorbereitet wurde.



