Vygon
Medizintechnikunternehmen
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Vygon ist ein französisches Medizintechnik-Unternehmen mit Hauptsitz in Écouen in der Île-de-France. Es beschäftigt weltweit 2.783 Mitarbeiter in 26 Niederlassungen mit 11 Produktionsstätten. Das Unternehmen produziert jährlich etwa 210 Millionen Medizinprodukte und vermarktet diese in 120 Ländern weltweit. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Vygon einen Umsatz von 417,9 Mio. Euro. Durch Forschung und Entwicklung hat das Unternehmen 183 Patente angemeldet.[1]
| Vygon | |
|---|---|
| Rechtsform | Société Anonyme |
| Gründung | 1. Dezember 1962 |
| Sitz | Écouen, Frankreich |
| Leitung | Stéphane Regnault |
| Mitarbeiterzahl | 2783 (2025) |
| Umsatz | 417,9 Mio. EUR (2024) |
| Branche | Medizintechnik |
| Website | www.vygon.com |
Geschichte
Vygon wurde am 1. Dezember 1962 vom belgischen Ingenieur Pierre Simonet in Écouen gegründet. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Katheter, Drainagen und Absaugkatheter aus Kunststoff. Bereits 1968 gründete Pierre Simonet gemeinsam mit François Briolant die Vygon GmbH & Co. KG als erste ausländische Niederlassung in Aachen. Von 1970 bis 1990 wurden zusätzliche Produktionsstätten in Deutschland, Frankreich und Belgien errichtet und zahlreiche Niederlassungen in ganz Europa sowie in den USA und Indien eröffnet. 2002 gründete Vygon die Niederlassung in Italien und dehnte in den darauf folgenden Jahren seine Aktivitäten im osteuropäischen Raum sowie im Nahen Osten und Japan aus. Um ihre Präsenz in den USA zu stärken, erwarb die Vygon-Gruppe die amerikanischen Unternehmen Advanced Medical Systems und Churchill Medical Products und verlegte ihren amerikanischen Firmensitz nach Montgomery (Pennsylvania). Mit der Übernahme des Motorola-Werkes im englischen Swindon von 2011[2] und der Gründung der Niederlassung in Norwegen 2012 baute der Vygon-Konzern seinen europäischen Standort noch weiter aus.
2014 erwarb die Gruppe das französische Unternehmen Medwin mit Sitz in Les Aires im Departement Hérault, das auf enterale Ernährung spezialisiert ist. Durch die Übernahme des Unternehmens Perouse Medical von 2015 baute Vygon wiederum neue Expertise im kardiovaskulären Markt auf. 2019 wurde das Unternehmen Pilot übernommen, das auf Lokalisierungs- und Navigationsgeräte für EKG-Zentralvenenkatheter spezialisiert ist. 2020 erwarb die Vygon-Gruppe Advanced Perfusion Diagnostics (APD), ein Start-up-Unternehmen, das sich auf innovative Geräte zur Überwachung des Patientenzustands fokussiert. In Verbindung mit dem Angebot von Vygon bietet die IKORUS-Technologie von APD Ärzten eine umfassende Überwachungslösung der viszeralen Mikrozirkulation für die Intensivstation und den Operationssaal. Vygon unterzeichnete außerdem eine Partnerschaft mit Oncomfort für die Vermarktung von Sedakit, einer Lösung für digitale Sedierung mittels virtueller Realität, sowie eine Exklusivvereinbarung mit Medovate für den Vertrieb von Geräten für die Lokalanästhesie. Im März 2022 übernahm Vygon das peruanische Unternehmen Macatt Medica, das zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Gruppe wurde. Damit stärkte Vygon seine Präsenz in Südamerika erheblich. Im Juni 2023 unterzeichnete Vygon einen Exklusivvertrag mit Carmat, einem französischen Hersteller des weltweit ersten bioprothetischen Kunstherzens, welches hochgradig hämokompatibel, pulsierend und selbstregulierend ist. Diese Technologie bietet das Potenzial, das Leben von Tausenden Patienten zu retten, die sich jährlich auf der Warteliste für eine Herztransplantation befinden.[1]
Klinische Fachbereiche
Vygon entwickelt, produziert und vertreibt Medizinprodukte aus verschiedenen Fachbereichen:[3]
Vygon in Deutschland
In den Anfangsjahren bestand die Produktionspalette von Vygon Deutschland am Standort Aachen aus Stopfen, Konnektoren und anderen Spritzgussartikeln. Beständiges Wachstum und Innovationen sorgten für eine schrittweise Ausweitung der angebotenen Produkte und Fertigungsprozesse. Dabei entwickelte sich die Aachener Produktion zu einem Spezialisten für technologisch anspruchsvolle Produkte. Sie verfügt über eine eigene Extrusion und setzt den Schwerpunkt auf ein- und mehrlumige Wirkstoffkatheter für die Neonatologie bis hin zum Erwachsenenbereich, sowie auf kardiologische Stimulations- und Ballonkatheter. Der Standort in Aachen beschäftigt 360 Mitarbeiter. Die eigene Fertigung erfolgt unter Reinraumbedingungen auf insgesamt 3000 Quadratmetern. Die Produktions- und Vertriebsprozesse sind nach ISO 9001 und ISO 13485 zertifiziert.[3]
