Wadi-Wuraya-Schutzgebiet
Wasserfall in den Vereinigten Arabischen Emiraten
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Das Wadi-Wuraya-Schutzgebiet (arabisch وادي الوريعة, DMG Wādī al-Wuraiʿa) liegt in den Vereinigten Arabischen Emiraten im nördlichen Teil des Emirats Fudschaira in der Küstenregion des Golfs von Oman einige Kilometer vor der Küste, bereits im Hadschar-Gebirge, einige Kilometer südwestlich des Küstendorfes al-Bidiya. Es umfasst eine Fläche von 129 Quadratkilometern und wurde am 16. März 2009 durch Scheich Hamad ibn Muhammad asch-Scharqi eingerichtet. Damit ist es das erste Gebirgsschutzgebiet der Vereinigten Arabischen Emirate.[1] Im Jahr 2010 wurde das Wadi zudem als Ramsar-Gebiet, d. h. als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, ausgewiesen.[2]
Klima, Geographie und Vegetation
Das Klima ist extrem heiß und trocken. Im Sommer können die Temperaturen auf bis zu 50 °C steigen. Im Winter ist es kühler. In dieser Zeit erhält das Gebiet auch die größten Niederschläge. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge des Gebietes liegt bei etwa 180 mm. Das Gebiet umfasst trockenes Bergland, in dem aber auch Gewässer mit teilweise sehr sauberem Wasser liegen. Einmalig für Wadi Wuraya sind Wasserfälle, die nicht austrocknen. Die höchste Erhebung liegt 956 m über dem Meeresspiegel. Das Gebiet beherbergt etwa 300 verschiedene Pflanzenarten. Darunter fallen größere Gehölze, wie etwa Akazien am meisten auf.[3]
Flora und Fauna
Zu den vorkommenden Pflanzenarten zählen Rohrkolben und die Germerblättrige Stendelwurz (Epipactis veratrifolia),[4] eine Orchideenart, die Schwebfliegen als Bestäuber anlockt, indem sie chemische Alarmsubstanzen von Blattläusen nachahmt.[5]
Im Reservat leben zudem einige der seltensten Säugetiere der Welt. So bildet es eine der drei weltweit letzten Hochburgen des seltenen Arabischen Tahrs. Mit Kamerafallen konnte eine seltene Unterart der Wildkatze (Felis silvestris gordoni) nachgewiesen werden. Auch der Wüstenluchs, die Arabische Berggazelle (Gazella gazella cora), der Afghanfuchs sowie möglicherweise noch einige Exemplare des Arabischen Leoparden (Panthera pardus nimr) kommen im Gebiet vor. Von den zwölf nachgewiesenen Säugetierarten sind 60 % bedroht. Darüber hinaus beherbergt das Reservat 75 Vogelarten und 17 Reptilien- beziehungsweise Amphibienarten. Zu diesen zählen unter anderem die Oman-Sandrasselotter (Echis omanensis), Pristurus celerrimus aus der Familie der Sphaerodactylidae, die Eidechsenart Omanosaura cyanura und die Krötenart Sclerophrys arabica. An Wirbellosen wurden Arten aus 74 verschiedenen Familien identifiziert.[4] Die einzige im Wadi natürlich vorkommende Fischart ist die Oman-Barbe (Garra barreimiae).
Ein Problem für die lokale Tierwelt sind invasive Arten, darunter drei der 100 als besonders problematisch angesehenen invasiven Arten. So wurden in einigen Wasserbecken im Jahr 2007 die Nordamerikanische Buchstaben-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta) sowie im Jahr 2008 Mosambik-Buntbarsche (Oreochromis mossambicus) entdeckt, woraufhin deren Entfernung von lokalen Behörden und Emirates Nature-WWF organisiert wurde. Eine weitere vorkommende invasive Art ist der Hirtenmaina, eine Vogelart, die sich vor allem im oberen Teil des Wurayah-Einzugsgebiets ausbreitet.[6]
- Tiere im Wadi Wuraya
- Segellibellenart Zygonyx torridus
Literatur
- Christophe Tourenq, Mike Brook, Sandra Knuteson, Maral Khaled Shuriqi, Moaz Sawaf & Lisa Perry: Hydrogeology of Wadi Wurayah, United Arab Emirates, and its importance for biodiversity and local communities. In: Hydrological Sciences Journal. Band 56, Nr. 8, 2011, S. 1407–1422, doi:10.1080/02626667.2011.631139 (englisch).
Weblinks
- Wadi Wurayah. Man and the Biosphere Programme (MAB). UNESCO (englisch).
- Wadi Wurayah National Park. Ramsar Sites Information Service (englisch).
- Beschreibung des Schutzgebietes auf der Seite des WWF (englisch)
- Lage und Abgrenzung des Schutzgebiets
- Einzugsgebiet