Wahid Samadzai
afghanischer Journalist, Drehbuchautor und Medienmanager
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Abdul Wahid Samadzai (* 7. November 1954 in Kabul, Afghanistan; † 27. Mai 2025 in Hamburg, Deutschland) war ein afghanischer Journalist, Drehbuchautor, Medienkritiker[1][2] und Medienmanager. Bekannt wurde er vor allem durch seine langjährige Tätigkeit bei der staatlichen Rundfunkanstalt Radio Television Afghanistan (RTA), wo er in führenden Funktionen das Hörfunk- und Fernsehprogramm mitgestaltete.

Leben und Karriere
Über Samadzais frühe Biografie und Ausbildung liegen bislang keine verlässlichen publizierten Angaben vor. Seine journalistische Laufbahn begann nach Angaben afghanischer Medien in den 1980er-Jahren bei Radio Afghanistan.[3] Später wechselte er zum neu organisierten Staatsrundfunk RTA, wo er zur leitenden Figur der Kultur‐ und Dramaredaktion aufstieg.
- Samadzai leitete zunächst bei RTA (Kabul) die Abteilung Hörspiel- und Fernseh-Dramatik und avancierte schließlich zum Generaldirektor der Dramenabteilung. In dieser Funktion beaufsichtigte er Eigenproduktionen, Drehbuchentwicklung und Literatur-Magazine.[3][4]
- Bekannte Formate: Samadzai war der Drehbuchautor und Regisseur der bekannten[5] Comedy-Dramaserie Shirin Gol & Sher Agha.
- Print- und Lehrtätigkeit: Außerhalb des Rundfunks war Samadzai Chefredakteur der Kulturzeitschrift Hunar („Kunst“) und stellvertretender Chefredakteur der staatlichen Tageszeitung Anis[6].
- Samadzai lehrte er an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Kabul und betreute Nachwuchsjournalisten.[6][7]
In den letzten Jahren vor seinem Tod arbeitete er als Berater für den privaten afghanischen Sender TV One sowie erneut für RTA.[3] Er arbeitete zudem als stellvertretender Vorsitzender und Sprecher der kulturell-sozialen Organisation Afghan House e.V.[6]
Tod
Samadzai starb am 27. Mai 2025 in Hamburg. Über die Todesursache liegen keine öffentlichen Angaben vor.[7]
Rezeption
Afghanische Kultur- und Medienverbände würdigten ihn als „multimedialen Pionier“ und „Mentor einer ganzen Journalistengeneration“.[8] Die Nachrichtenagentur Shafaqna schrieb, dass „der Verlust einer solchen Persönlichkeit einen herben Rückschlag für die intellektuelle und organisatorische Kapazität im Bereich Kunst und Medien dar[stellt]“.[4]
Weblinks
- Nachruf bei 8 Sobh (persisch)