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Wahl zum 20. Niedersächsischen Landtag

Wahl in Niedersachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Wahl zum 20. Niedersächsischen Landtag wird, wenn die Legislaturperiode regulär abläuft, im Herbst 2027 stattfinden.

Plenarsaal des Niedersächsischen Landtages in Hannover

Wahlrecht

Die Niedersächsische Verfassung legt fest, dass der Landtag auf fünf Jahre gewählt wird. Der nächste Landtag wird regulär frühestens 56, spätestens 59 Monate nach Beginn der Wahlperiode gewählt.[1]

Der 19. Niedersächsische Landtag hat sich am 8. November 2022 konstituiert. An diesem Tag begann somit die Wahlperiode. Der frühestmögliche reguläre Wahltermin wäre somit Sonntag, 11. Juli 2027, das späteste Datum, Sonntag, 3. Oktober 2027.

Nachdem der Staatsgerichtshof die Wahlkreiseinteilung im Dezember 2024 für verfassungswidrig erklärt hatte wegen zu großer Abweichungen der Bevölkerungszahlen vieler Wahlkreise vom Landesdurchschnitt, beschloss der Landtag am 3. März 2026 mit den Stimmen der Regierungsparteien SPD und Grüne gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen von CDU und AfD einen Neueinteilung, wodurch sich die Zahl der Wahlkreise von 87 auf 90 erhöht. Gleichzeitig wurde die Sitzverteilung auf die Parteien vom D’Hondt-Verfahren auf das Sainte-Laguë-Verfahren umgestellt.[2][3]

In jedem der 90 Wahlkreise ist der Bewerber mit meisten Erststimmen gewählt. Die 135 Sitze im Landtag werden gemäß den Zweitstimmen nach dem Sainte-Laguë-Verfahren proportional verteilt. Hierbei gilt eine Fünf-Prozent-Hürde. Erhält eine Partei mehr Sitze, als sie in den Wahlkreisen errungen hat, werden die restlichen über ihren Landeswahlvorschlag besetzt.

Erhält eine Partei in den Wahlkreisen mehr Sitze, als ihr nach dem Zweitstimmenanteil zustehen, so behält sie diese zusätzlichen Sitze (Überhangmandate) und die übrigen Parteien erhalten Ausgleichsmandate. Die Sitzzahl des Landtags wird über 135 hinaus angehoben um das Doppelte der Anzahl der Überhangmandate und die Sitzverteilung erneut nach dem Sainte-Laguë-Verfahren berechnet. Sollten auch hiernach Überhangmandate vorhanden sein, bleiben sie ohne Ausgleich bestehen.[4]

Ausgangslage

Vorherige Wahl 2022

Wahl zum Landtag 2022
 %
40
30
20
10
0
33,4
28,1
14,5
11,0
4,7
2,7
5,6

Die SPD blieb trotz leichter Verluste mit 33,4 Prozent stärkste Partei in Niedersachsen, gefolgt von der CDU, die mit 28,1 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit Jahrzehnten erreichte. Bündnis 90/Die Grünen gewannen hinzu und wurden mit 14,5 Prozent der Stimmen erneut drittstärkste Kraft im Landtag. Die AfD gewann trotz interner Querelen und einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz auf 10,9 Prozent hinzu. Die FDP scheiterte mit 4,7 Prozent der Stimmen knapp am Wiedereinzug in den Landtag. Die Linke verpasste den Einzug in den Landtag mit nur noch 2,7 Prozent nun deutlich.

Durch die Wahl erhielt eine von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) angestrebte rot-grüne Landesregierung erstmals seit 2017 wieder eine Mehrheit. Weil kündigte noch am Wahlabend an, Koalitionsverhandlungen mit den Grünen aufnehmen zu wollen. Diese führten schließlich zur Bildung des Kabinetts Weil III.

Rückzug Weils

Am 1. April 2025 kündigte Ministerpräsident Stephan Weil seinen vorzeitigen Rückzug von seinen politischen Ämtern an. Er begründete dies unter anderem mit „persönlichen Motiven“ und nannte Schlafstörungen und einen hohen Druck, die ihn belasteten. Vertreter der CDU kritisierten die Entscheidung hingegen als Wortbruch und parteitaktisches Manöver und legten Neuwahlen nahe. Als seinen Nachfolger, sowohl im Amt des Ministerpräsidenten als auch als Vorsitzender des SPD-Landesverbands, schlug Weil den bisherigen Minister für Wirtschaft, Bauen, Verkehr und Digitalisierung Olaf Lies vor.[5] Dieser wurde am 20. Mai 2025 zum Ministerpräsidenten gewählt und führt das Kabinett Lies an.[6]

Im Landtag vertretene Fraktionen

Weitere Informationen Fraktion / Landesverband, Kurzbe- zeichnung ...
Fraktion / Landesverband Kurzbe-
zeichnung
Sitze
20222026
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 57 57
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 47 47
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 24 24
Alternative für Deutschland AfD 18 17
Werteunion (fraktionslos) WU 0 1
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Parteien und Kandidaten

Parteien müssen bis zu einem noch festzulegenden Termin ihre Teilnahme an der Wahl anzeigen. Sie müssen zur Zulassung ihrer Landesliste fristgerecht mindestens 2000 Unterstützerunterschriften beziehungsweise je 100 Unterstützungsunterschriften für jeden Kreiswahlvorschlag einreichen. Auch Einzelbewerber benötigen jeweils 100 Unterstützungsunterschriften. Davon ausgenommen sind Parteien, die in Bundes- oder Landtag vertreten sind oder auf die bei der letzten Bundestagswahl mindestens 5 Prozent der gültigen Stimmen in Niedersachsen entfielen.

Umfragen

Sonntagsfrage

INSA-Umfrage vom 22. April 2026
im Vergleich zur Landtagswahl 2022
 %
30
20
10
0
25
25
20
12
7
4
3
4
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2022z
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−8,5
−3
+9
−2,5
+4,5
−0,5
+3
−1,5
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
z Vergleichswerte auf halbe Prozentpunkte gerundet
Weitere Informationen Institut, Datum ...
Institut Datum SPD CDU Grüne AfD FDP Linke FW BSW Sonst.
INSA[7] 22.04.2026 25 % 25 % 12 % 20 % 4 % 7 % 3 % 4 %
Allensbach[7] 25.02.2026 26 % 27 % 10 % 21 % 3 % 7 % 6 %
Infratest dimap[7] 19.11.2025 26 % 26 % 12 % 20 % 3 % 6 % 3 % 4 %
Bundestagswahl 23.02.2025 23,0 % 28,1 % 11,5 % 17,8 % 4,1 % 8,1 % 0,7 % 3,8 % 2,9 %
INSA[7] 19.02.2025 25 % 30 % 10 % 16 % 5 % 5 % 5 % 4 %
Allensbach[7] 05.12.2024 27 % 33 % 10 % 16 % 4 % 4 % 4 % 2 %
INSA[7] 12.11.2024 26 % 31 % 10 % 16 % 4 % 2 % 6 % 5 %
Infratest dimap[7] 08.11.2024 25 % 32 % 12 % 15 % 4 % 12 %
Europawahl 09.06.2024 19,5 % 31,4 % 12,2 % 13,2 % 5,3 % 2,1 % 1,2 % 4,5 % 10,6 %
Allensbach[7] 05.02.2024 29 % 30 % 11 % 21 % 4 % 2 % 3 %
Infratest dimap[7] 14.11.2023 26 % 28 % 13 % 18 % 5 % 10 %
INSA[7] 19.10.2023 27 % 29 % 13 % 17 % 4 % 3 % 7 %
Allensbach[7] 12.07.2023 32 % 29 % 13 % 14 % 5 % 3 % 4 %
Forsa[7] 16.02.2023 33 % 26 % 17 % 10 % 5 % 3 % 6 %
Landtagswahl 2022 09.10.2022 33,4 % 28,1 % 14,5 % 11,0 % 4,7 % 2,7 % 0,8 % 4,8 %
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Siehe auch

Einzelnachweise

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