Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery
Film von Rian Johnson (2025)
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Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery ist ein US-amerikanischer Kriminalfilm des Regisseurs Rian Johnson, der am 12. Dezember 2025 ins Programm von Netflix aufgenommen wurde. Nach Knives Out – Mord ist Familiensache (2019) und Glass Onion: A Knives Out Mystery (2022) ist es der dritte Fall, bei dem Daniel Craig als Detektiv Benoit Blanc ermittelt.
| Film | |
| Titel | Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 140 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Rian Johnson |
| Drehbuch | Rian Johnson |
| Produktion | Rian Johnson, Ram Bergman |
| Musik | Nathan Johnson |
| Kamera | Steve Yedlin |
| Schnitt | Bob Ducsay |
| Besetzung | |
| |
| → Synchronisation | |
| Chronologie | |
Handlung
Der junge katholische Priester Jud Duplenticy, ein ehemaliger Boxer, wird nach einem handgreiflichen Streit mit einem Diakon in die Gemeinde Chimney Rock in Upstate New York versetzt. Dort umgibt deren Vorsteher, Monsignor Jefferson Wicks, eine knapp sechzig Jahre alte Geschichte über das Vermögen seines Großvaters Prentice von achtzig Millionen US-Dollar. Auf dieses Geld hatte sich dessen Tochter, Jeffersons Mutter Grace, Hoffnungen gemacht. Nach dem Tod von Prentice war das gesamte Vermögen jedoch spurlos verschwunden, sodass Grace wütend die gesamte Kirche zerstörte. Jefferson beschaffte als Erinnerung daran niemals ein neues Kreuz über dem Altar. Kirchendame Martha Delacroix hat in ihrer Kindheit all das persönlich miterlebt. Inzwischen hat Jefferson durch zunehmend gezielt auf Gemeindemitglieder abzielende Predigten die Besucherschaft seiner Messen stark reduziert. Lediglich ein kleiner Kreis aus Hausmeister Samson Holt, Anwältin Vera Draven, Politiker Cy Draven, Stadtarzt Nat Sharp, Autor Lee Ross und Cellistin Simone Viviane hält noch treu zu ihm. So zeichnet Cy dessen Predigten für das Internet auf, Lee schreibt ein Buch über ihn in der Hoffnung auf ein Comeback und Simone erhofft sich für großzügige Spenden eine Wunderheilung ihrer Beine.
Als Jud Duplenticy in diese Gemengelage stößt, versucht er zunächst, mit einer gemeinsamen Gesprächsrunde das Eis zu brechen, stößt jedoch auf Ablehnung. In der Beichte gestehen Jud und Jefferson einander ihre Fehler, nämlich die unbeabsichtigte Tötung eines Konkurrenten im Ring und häufige Masturbation, jedoch bleibt ihr Verhältnis extrem angespannt. Jefferson schlägt und tritt Jud, nachdem dieser sich heimlich Dokumente über dessen Prostatektomie angesehen hat, wodurch ihm klar wurde, dass Jefferson bezüglich der gebeichteten Ejakulation gelogen hat. Jud verspricht Jefferson, alles zu tun, um ihn wie ein Geschwür aus der Kirche zu schneiden, was von Cy gefilmt wird. Wütend reißt Jud am Abend in einer Bar einen Teufelskopf von einer Lampe und wirft diesen durch ein Kirchenfenster, was Samson beobachtet. Bei der nächsten Messe betritt Jefferson nach seiner Predigt für eine kurze Ruhepause eine nach allen Seiten verschlossene Kammer in der Wand der Kirche und fällt plötzlich für alle hörbar um. Jud betritt die Kammer und einige Momente später folgt die Gemeinde, der Jud seine blutverschmierten Finger zeigt. Inmitten des Blutflecks auf dem Rücken von Jefferson befindet sich genau der rote Teufelskopf, den Nat anschließend zusammen mit einem langen daran befestigten Messer herauszieht.
Jud gilt wegen seiner gewalttätigen Vergangenheit sowie dem Hass auf Jefferson und der kurzen Gelegenheit in der Kammer sofort als Hauptverdächtigter. Polizeichefin Geraldine Scott holt Detektiv Benoit Blanc für den Fall hinzu. Zunächst durch reine Intuition von der Unschuld von Jud überzeugt, zieht dieser den Roman Der verschlossene Raum als Hilfe für verschiedene Szenarien hinzu. Seine Vermutung, dass das Messer in der Kammer durch eine Fernsteuerung ausgelöst worden sei, gewinnt an Wahrscheinlichkeit, als er in einer zeitgleich von Samson aufgenommenen Aufnahme eines Baseballspiels ein kurzes Rauschen entdeckt. Die genauere Untersuchung der Aufnahme zeigt jedoch, dass dieses Rauschen erst nach dem Zusammenbruch von Jefferson in der Kammer erfolgte. Geraldine hat zudem zwei rote Fäden in der Kammer gefunden. Abends konfrontiert Blanc Jud damit, dass dieser vermutlich mehr wisse, weil er von seinem Platz aus während der Gottesdienste direkten Sichtkontakt auf die offene Kammertür hat. Daraufhin gibt dieser zu, dass Jefferson während der angeblichen Ruhepausen immer unbeobachtet aus einem Flachmann Alkohol trank. Er selbst habe kurz vor Ankunft der Polizei am Tatort die leere Flasche aus der Kammer entfernt, um den Ruf von Jefferson unbeschädigt zu lassen.
Als Nächstes konfrontiert Blanc die Gemeinde damit, dass es kurz vor Jeffersons Tod bei einem Gemeindetreffen zu Auseinandersetzungen gekommen war, die mit Mordmotiven einzelner Gemeindemitglieder in Verbindung stehen könnten. Gegen starken Protest der restlichen Gemeinde zeigt Cy Blanc daraufhin eine Aufzeichnung dieses Gemeindetreffens. Wie sich nun zeigt, hatte Jefferson dabei angekündigt, sein Priesteramt niederzulegen und in den Predigten, die ihm bis dahin noch bleiben, auch den Rest der Gemeindemitglieder noch bloßzustellen. So habe er den dauernden Alkoholkonsum von Nat an seine Arbeitgeber weiterleiten und sich gegen die Veröffentlichung von Lees Buch aussprechen wollen. Zudem hatte Jefferson bei dem Gemeindetreffen offengelegt, dass Cy sein leiblicher Sohn ist und von Vera lediglich auf seine Anweisung als Adoptivsohn großgezogen worden war. Jefferson hatte weiterhin angekündigt, nun die bisher klägliche politische Karriere von Cy zu unterstützen.
Mit diesen Hinweisen auf eine Verbindung zum Erbe seiner Familie lässt Blanc sich von Jud bei der Suche nach dem verlorenen Vermögen helfen, doch eine vielversprechende Spur schlägt fehl. Blanc besucht anschließend die Beerdigung von Jefferson in dem Mausoleum, in welchem sich auch der Sarg von Prentice befindet und deren Steintür von außen nur mit einer speziellen Maschine bewegt, aber von innen mit viel Kraft umgekippt werden kann.
Überraschend stellt sich heraus, dass diese Maschine noch vor seinem Tod von Jefferson selbst bestellt wurde. Nachts beobachtet Jud auf dem Weg von der Kirche, wie eine dunkle Gestalt, vermutlich Samson, sich dem Mausoleum nähert, dessen Steintür anschließend von innen aufgestoßen wird. Heraus tritt scheinbar Jefferson. Jud rennt sofort zu ihm, wird aber ohnmächtig geschlagen und erwacht anschließend neben der erstochenen Leiche von Samson. Obwohl Geraldine ihn nun endgültig festnehmen will und Jud sich treu seinem Glauben sogar freiwillig stellen will, verhindert Blanc dies und fährt mit ihm zum Haus von Nat. Als einziger der Gemeinde ist dieser nicht zum Mausoleum gefahren, um sich selbst von der vermeintlichen Auferstehung zu überzeugen. Tatsächlich ist der Sarg von Jefferson im Mausoleum aufgebrochen und leer, was insbesondere Martha ununterbrochen anbetet. Blanc und Jud finden derweil im Keller des Hauses von Nat dessen in Säure aufgelöste und komplett skelettierte Leiche sowie die Leiche von Jefferson. Beide melden den Fund und fahren zurück.
Jud wird in der Kirche von Geraldine und der Gemeinde zu einer Erklärung aufgefordert, jedoch unterbricht Blanc dies demonstrativ auf der Orgel und beginnt den Fall aufzuklären: Nat, nach dem Gemeindetreffen besorgt über die Bedrohung seiner Karriere als Arzt, hatte aus der Bar einen zweiten Teufelskopf entwendet und vor der Predigt mit Blut gefüllt am Umhang von Jefferson befestigt, welches durch Fernsteuerung freigesetzt werden konnte. Ohnmächtig wurde Jefferson kurz davor durch ein starkes Beruhigungsmittel in seinem Flachmann. Als Martha weinend vor der Kammer zusammenbrach, konnte Nat bei einer Untersuchung der angeblichen Leiche den angenähten Teufelskopf abreißen, was die Fäden erklärt, sowie ein echtes Messer unbeobachtet in den Rücken rammen. Zufrieden mit dieser Erklärung will die gesamte Gemeinde nun auch das Mysterium hinter der angeblichen Auferstehung erfahren, doch Blanc behauptet dazu nur, dieses nicht zu kennen. Enttäuscht verlässt die Gemeinde die Kirche in Begleitung von Geraldine, jedoch stellt sich heraus, dass Blanc das ganze Geheimnis doch kennt und Martha dessen Beichte vor Jud überlassen will.
Martha gesteht, alles eingefädelt zu haben. So konnte sie den von ihr in der Kirche gefundenen Teufelskopf für den Plan benutzen und am Umhang anbringen sowie durch den Zusammenbruch vor der Kammer für Ablenkung sorgen. Jud hatte sie nach Ankunft durch seine Ernsthaftigkeit herausgefordert, ob sie wirklich ihr tiefstes Geheimnis beichten würde. Daraufhin beichtete sie vor Jefferson, dass dessen Großvater Prentice vor seinem Tod mit seinem gesamten Vermögen einen Diamanten kaufte, genannt Evas Apfel, und diesen in ihrer Anwesenheit schluckte. Seine Mutter Grace zerlegte nur auf der Suche danach die Kirche, nicht aus Hass. Seit dieser Zeit befand sich der Diamant in Prentices Leiche im Mausoleum. Als sie zufällig mitbekam, wie Jefferson die Maschine zur Öffnung bestellte und kurz danach vor der Gemeinde seinen Rücktritt ankündigte, wurde ihr sein wahres Ziel klar, den Diamanten seines Großvaters zu stehlen. Daraufhin plante sie mit Nat seine Ermordung und angebliche Auferstehung, auch um seinen Hass zu beenden und den Glauben an die Kirche wieder herzustellen. Nach Jeffersons Ermordung wurde dessen Leiche in Nats Keller entsorgt, während sich in Jeffersons Sarg bei der Beerdigung der noch lebendige Samson befand, der daraufhin im Mausoleum den Diamanten an sich bringen und nachts das Mausoleum verlassen konnte. Nat empfing ihn bei der Öffnung der Mausoleumstür, wurde jedoch gierig und ermordete ihn, hängte dies Jud an – der zufällig Zeuge der Grabesöffnung geworden war – und stahl den Diamanten. Martha erkannte diesen Verrat Nats jedoch rechtzeitig, als die beiden sich trafen, um die Leiche von Jefferson in Säure aufzulösen. Sie tauschte ihre Kaffeetassen, sodass Nat sich selbst mit seinem Pentobarbital tödlich vergiftete.
Detektiv Blanc hat einen Grund, dies nicht bei seiner vorherigen Ansprache selbst der Gemeinde präsentiert zu haben, sondern Martha vor Jud beichten zu lassen: Während er den Ablauf des Mordes erklärte, fielen ihm Marthas trockene Lippen auf und er erkannte, dass sie inzwischen selbst den Rest des Pentobarbitals genommen hatte. Sie ist also dem Tod geweiht, sodass es keinen Sinn hat, ihre Verbrechen vor der gesamten Gemeinde auszubreiten. Jud spricht Martha in seinen Armen in ihren letzten Momenten von aller Sünde los und gestattet ihr, nun auch allen Hass loszulassen. Überraschend fällt dabei der Diamant aus ihrer Hand, den sie ursprünglich zerstören oder ins Meer werfen wollte.
Sowohl Blanc als auch Jud behaupten später, nicht zu wissen, wo er sich befindet, als Cy ihn als der Erbe Jeffersons einfordert. Blanc verabschiedet sich, als Jud sich an den Wiederaufbau der Kirche macht. Ein Jahr später heißt sie Our Lady of Perpetual Grace und hat endlich ein neues Kreuz mit einer Holzschnitzerei von Jesus Christus. Dabei zeigt die untergehende Sonne, dass der schimmernde Diamant nun in ihr als dessen Herz versteckt ist.
Produktion
Nach dem finanziellen Erfolg von Knives Out – Mord ist Familiensache bot Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson mögliche Fortsetzungen den Streaminganbietern Netflix, Amazon und Apple zum Kauf an. Im Bieterwettstreit sicherte sich Netflix für 469 Millionen US-Dollar die Rechte an zwei Fortsetzungen, von denen der erste Film Glass Onion: A Knives Out Mystery im Dezember 2022 beim Streamingdienst veröffentlicht wurde.[2] Für den dritten Teil sollen neben Johnson auch Hauptdarsteller Daniel Craig und Produzent Ram Bergman zurückkehren, die jeweils eine Gage von über 100 Millionen US-Dollar erhielten.[3]
Johnson begann Anfang 2023 mit den Arbeiten am dritten Film und gab an, dass dieser sich thematisch und tonal erneut von den beiden Vorgängerfilmen unterscheiden werde.[4] Die Fortsetzung sollte so eine düstere und geerdete Atmosphäre wie in Werken von Agatha Christie oder Edgar Allan Poe aufweisen.[5] Nachdem er den Schreibprozess von Mai bis Oktober 2023 aufgrund des Streiks der Autoren-Gewerkschaft Writers Guild of America aussetzen musste, verkündete Johnson, dass er den dritten Film soweit fertig konzipiert habe, allerdings noch kein fertiges Drehbuch vorliege.[6]

Als Neuzugänge schlossen sich Josh O’Connor, Cailee Spaeny,[7] Andrew Scott,[8] Kerry Washington,[9] Glenn Close,[10] Jeremy Renner,[11] Mila Kunis,[12] Daryl McCormack,[13] Josh Brolin und Thomas Haden Church der Besetzung an.[14][15]
Die Dreharbeiten mit Kameramann Steve Yedlin erfolgten zwischen dem 10. Juni und 17. August 2024 in London.[16][17] Die Filmmusik komponierte abermals Nathan Johnson.[18]
Im Mai 2024 wurden der offizielle Titel Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery verkündet,[19] der vom gleichnamigen Rocksong des U2-Albums Pop entlehnt wurde.[20] Die Weltpremiere erfolgte am 6. September 2025 im Rahmen des Toronto International Film Festivals,[21] ehe zwei Tage später ein Trailer veröffentlicht wurde.[22] Im Anschluss eröffnete Wake Up Dead Man am 8. Oktober 2025 das London Film Festival und wurde Ende des Monats auch beim Austin Film Festival gezeigt.[23][24] Ein limitierter Kinostart erfolgte in den Vereinigten Staaten am 26. November,[25] ehe der Film am 12. Dezember 2025 ins Programm von Netflix aufgenommen wurde.[26]
Synchronisation
Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Solveig Duda und unter der Dialogregie von Katrin Fröhlich im Auftrag der FFS Film- & Fernseh-Synchron GmbH in Berlin.[27]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher[27] |
|---|---|---|
| Benoit Blanc | Daniel Craig | Dietmar Wunder |
| Pater Jud Duplenticy | Josh O’Connor | Tobias Diakow |
| Martha Delacroix | Glenn Close | Kerstin Sanders-Dornseif |
| Monsignor Jefferson Wicks | Josh Brolin | Klaus-Dieter Klebsch |
| Geraldine Scott | Mila Kunis | Anja Stadlober |
| Dr. Nat Sharp | Jeremy Renner | Gerrit Schmidt-Foß |
| Vera Draven | Kerry Washington | Katrin Fröhlich |
| Lee Ross | Andrew Scott | Marius Clarén |
| Simone Vivane | Cailee Spaeny | Paulina Rümmelein |
| Cy Draven | Daryl McCormack | Felix Mayer |
| Samson Holt | Thomas Haden Church | Oliver Stritzel |
| Bischof Langstrom | Jeffrey Wright | Florian Halm |
| Pater Prentice Wicks | James Faulkner | Axel Lutter |
| Louise | Bridget Everett | Friederike Walke |
| Nikolai | Noah Segan | Bastian Sierich |
Rezeption
Dieter Oßwald lobt auf dem Arthaus-Portal Programmkino.de die vollendet schrägen Figuren, die superbe Spannung sowie einen grandiosen Daniel Craig mit leinwandpräsenter Lässigkeit.[28]
Im Spiegel hebt Oliver Kaever den „genialen Ermittler Benoit Blanc“ hervor, den Daniel Craig in der Filmreihe „mit Lust an der Übertreibung“ spielt. Sein „Südstaaten-Dialekt und die dandyhaften Anzüge seines Blanc“ gehörten zu den „schönsten Spezialeffekten dieses Films“.[29]
Benjamin Lee schrieb im Guardian, im dritten Teil kritisiere Regisseur Rian Johnson die zunehmende religiöse Heuchelei der extremen Rechten und den Missbrauch blinden Glaubens: „Der unübersehbare Schatten Trumps“ liege über dem widerwärtigen und destruktiven Gemeindevorsteher Jefferson Wicks.[30]
Auszeichnungen
Toronto International Film Festival 2025
- Drittplatzierter beim Publikumspreis[31]