Wallburg Borge
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Borge (auch Borgboda genannt) ist eine Wallburg auf der Insel Fasta des Åland-Archipels in der finnischen Provinz Åland.
| Wallburg Borge | ||
|---|---|---|
Burgmauer | ||
| Staat | Finnland | |
| Entstehungszeit | 400–1000 | |
| Burgentyp | Höhenburg, Wallburg | |
| Erhaltungszustand | Wall- & Mauerreste | |
| Bauweise | Bruchstein | |
| Geographische Lage | 60° 16′ N, 20° 6′ O | |
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Lage und Größe
Die Wallburg (schwedisch: fornborg) Borge bedeckt eine Fläche von 3 ha und ist damit die größte von den sechs Wallburgen der Provinz Åland.[1] Sie liegt auf einer steilen, frei stehenden Klippe in der Samtgemeinde (Kommun) Saltvik, etwa 3,0 km östlich des Dorfes Kvarnbo, das wegen seines jährlichen Wikingermarktes bekannt ist. Während der Eisenzeit, als der Meeresspiegel etwa 5,0 m höher lag als heute, war sie auf drei Seiten von Wasser umgeben und lag an einem Nebenarm des Lumparfjordes in einem relativ dicht bevölkerten, bereits in der Bronzezeit besiedeltem Gebiet.[2]
Von dem Weiler Borgboda, der wegen des kleinen Museums Idas Stuga bekannt ist, führt ein ausgeschilderter etwa 700 m langer Wanderweg zur Wallburg Borge.
- Borge fornborg in Borgboda
- Gesamtansicht
- Haupttor
- Gräberfeld Ängisbacken
- Borge
Burganlage
Architektonisch erinnert Borge an die Torsburg auf Gotland und die Burgen im Mälardal in Schweden. Erhalten ist in erster Linie die Burgmauer aus Bruchsteinen und kleineren Findlingen, auf der sich vermutlich Palisaden befanden, im Süden und Westen der Anlage. Im westlichen Teil der Burg ist im Bereich des Haupttores eine zusätzliche Mauer erhalten. An der Nord- und Ostseite bildet die steile Klippe einen natürlichen Schutz. Ein kleinerer Nebeneingang ist im Bereich der Südmauer erhalten. In der Mitte der Burganlage fand man die Fundamente einiger Gebäude, die zeitlich undatierbar sind.
Archäologische Untersuchungen in den 1980er Jahren führten zu dem Ergebnis, dass die Wallburg Borge in der späten Eisenzeit (400–1000 n. Chr.) genutzt wurde aber vermutlich nicht ständig bewohnt war. Da sich in der Nähe der Klippe zur Wikingerzeit ein bedeutender Hafen befand – im benachbarten Kvarnbo wurden unter und an der Kirche Reste von Häusern aus der Wikingerzeit entdeckt – geht man davon aus, dass Borge eine Fliehburg war, in der die Bevölkerung der damals dicht besiedelten Gegend bei Gefahren Schutz suchte.[3]
Umgebung
In der Nähe der Wallburg Borge befinden sich vier Gräberfelder, wo bei archäologischen Forschungen hauptsächlich Funde aus der Eisenzeit sowie der Zeit der Wikinger und in geringerem Umfang auch aus der Bronzezeit gemacht wurden. Das größte Gräberfeld, Ängisbacken, besteht aus 65 Grabstellen. Gammelgårdshägnaden, das zweitgrößte, umfasst 63 Grabstätten.
