Wallenrod

Stadtteil von Lauterbach (Hessen) From Wikipedia, the free encyclopedia

Wallenrod ist ein Stadtteil der Kreisstadt Lauterbach des hessischen Vogelsbergkreises.

Schnelle Fakten Stadt Lauterbach ...
Wallenrod
Koordinaten: 50° 40′ N,  20′ O
Höhe: 357 m ü. NHN
Fläche: 12,62 km²[1]
Einwohner: 741 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36341
Vorwahl: 06638
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Der Ort liegt in Oberhessen und hatte bis Dezember 2011 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Gießen–Fulda. In Wallenrod treffen sich die Landesstraßen 3144 und 3165.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Das Dorf wurde erstmals im Jahre 1294 urkundlich erwähnt: „... in villa Waldenrode...[3]“ Hier wird der Ort in seiner Organisationsform als villa bezeichnet. 1313 heißt es: „... zu Waldinrode ...[4]“ Am Ausgang des Mittelalters wird der Ort 1447 als „villa Wallenrod“ und als „Wallenrode“ bezeichnet.[5]

Der heutige Ortsname wird in der Namensforschung als „Siedlung des Waldo“ erklärt. Er entstand durch Assimilation von - ld - zu - ll -.[6]

In der heutigen Gemarkung findet man vier Wüstungen. Auf „Dorkelnrode“ weist der Flurname „zur Dorkelnrod“ hin.[7] „Hohenwarte“ wurden zwei „wüste“ militärische Anlagen genannt, welche oberhalb der Warte lagen. Von dort bestand eine Blickverbindung auf Schloss Eisenbach.[8] Die Siedlung lag südwestlich von Wallenrod.[9] Schließlich befand sich „Wüstenfeld“ südöstlich von Wallenrod.[10]

Neuzeit

Die Kirche wurde 1728 erbaut. Im Jahre 1806 wurde der Ort hessisch. Seit 1902 hat Wallenrod eine Molkerei.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Wallenrod:

„Wallenrod (L. Bez. Lauterbach) evangel. Pfarrdorf; liegt im Vogelsberg, 1 St. von Lauterbach, und gehört dem Freiherrn von Riedesel. Man findet 130 Häuser und 759 Einwohner, die alle evangelisch sind, und welche sich stark mit der Verarbeitung des Flachses beschäftigen. Wallenrod hat 1 Kirche und 1 Schulhaus, so wie eine sehr fruchtbare Gemarkung.“[11]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Wallenrod am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Kreisstadt Lauterbach eingegliedert.[12] Für Wallenrod wurde, wie für die übrigen durch die Gebietsreform nach Lauterbach eingegliederten Gemeinden, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.[13]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Wallenrod angehört(e):[1][14][15]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Wallenrod 765 Einwohner. Darunter waren 9 (1,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 117 Einwohner unter 18 Jahren, 282 zwischen 18 und 49, 153 zwischen 50 und 64 und 213 Einwohner waren älter.[20] Die Einwohner lebten in 315 Haushalten. Davon waren 69 Singlehaushalte, 108 Paare ohne Kinder und 111 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 84 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 174 Haushaltungen lebten keine Senioren.[20]

Einwohnerentwicklung

 1806:722 Einwohner, 121 Häuser[18]
 1829:759 Einwohner, 130 Häuser[11]
 1867:828 Einwohner, 131 Häuser[21]
Wallenrod: Einwohnerzahlen von 1785 bis 2015
Jahr  Einwohner
1785
 
604
1800
 
604
1806
 
722
1829
 
758
1834
 
783
1840
 
834
1846
 
882
1852
 
818
1858
 
956
1864
 
815
1871
 
794
1875
 
778
1885
 
724
1895
 
735
1905
 
687
1910
 
691
1925
 
696
1939
 
742
1946
 
984
1950
 
979
1956
 
909
1961
 
908
1967
 
929
1970
 
916
1980
 
?
1990
 
?
2003
 
853
2005
 
828
2010
 
802
2011
 
765
2015
 
724
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1] 1785[22]; 1800[23];[2]; Zensus 2011[20]

Historische Religionszugehörigkeit

 1829:758 evangelische und ein katholischer Einwohner[11]
 1961:776 evangelische (= 85,46 %), 125 katholische (= 13,77 %) Einwohner[1]

Politik

Ortsvorsteher ist Frank Caspar (Stand: Juni 2022).[24]

Anmerkungen und Einzelnachweise

Literatur

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