Wallfahrtskirche Maria Hilf (Freystadt)

Kirchengebäude im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Freystadt bei Neumarkt in der Oberpfalz ist ein bedeutender Zentralbau des deutschen Barocks. Zusammen mit dem Kloster Freystadt steht sie auf einer weiten flachen Wiese nördlich vor den Toren des kleinen Städtchens.[1]

Die Kirche von Westen
Die Kirche von Süden
Die Kuppel
Blick in den Innenraum

Geschichte

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges errichteten die beiden Hirtenbuben Hans Popp und Hans Steinmetz auf der Rosswiese im Norden von Freystadt eine kleine Kapelle aus Holz und Lehm. Dort stellten sie ein von einer Sarah Frank geschenktes Marienbildnis auf. Wegen des starken Zunahme an Pilgern wurde bald danach mit dem Bau einer steinernen Kapelle begonnen, in der ein geschnitztes Gnadenbild aufgestellt wurde. Die Weihe erfolgte 1670. Eine wegen der großen Pilgerscharen geplante Erweiterung der Kirche wurde nicht zuletzt wegen Baumängeln zu Gunsten eines Neubaus aufgegeben. Als Bauherr trat der örtliche Grundherr Ferdinand Lorenz Franz Xaver Graf Tilly auf, dessen Familie (Nachkommen des Generals Tilly) mit reichen Pfründen in der von Bayern eroberten Oberpfalz belehnt worden war.

In den Jahren 1700 bis 1710 wurde nach den Entwurf des Giovanni Antonio Viscardi ein Zentralbau errichtet, der von einer Kuppel mit Laterne überwölbt und mit vier kleinen Ecktürmen eingefasst wurde. Die Stuckierung der Barockkirche stammt von Pietro Francesco Appiani. Die Fresken aus dem Marienleben schuf Hans Georg Asam mit Unterstützung seiner Söhne Cosmas Damian und Egid Quirin. Die Weihe vollzog der Eichstätter Weihbischof Johann Adam Nieberlein am 3. August 1710.[2]

Neben der Kirche entstand 1712 bis 1714 nach Plänen des Franziskanerbruders und Architekten Philipp Plank ein Franziskaner-Kloster zur Betreuung der Wallfahrt. Schon vor der Reformation unterhielt der Orden auf dem unweit gelegenen Möningerberg ein Kloster.

Die Bauform der Freystädter Maria-Hilf-Kirche wird zu den Vorbildern für die Dresdener Frauenkirche gerechnet.[3]

1802 wurde das Kloster durch die Säkularisation in Bayern aufgelöst. Die Kirche sollte abgerissen werden, blieb aber auf Intervention des Freiherrn von Griesenbeck erhalten, da er in der Kirche das Grab eines seiner Vorfahren gefunden hatte. 1835 kehrten auch die Franziskaner zurück. Die Kirche hatte stark unter Schäden und Baufälligkeit gelitten und zeigt daher insbesondere bei der Ausstattung nur noch teilweise den ursprünglichen Zustand. Der Hochaltar stammt aus den 1950er-Jahren.

Orgel

Neubarockprospekt der Orgel

Die Orgel wurde von Volkmar Krätzer mit einem Neo-Barockprospekt erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 15 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.[4]

I Hauptwerk C–g3
1.Prinzipal8′
2.Gamba8′
3.Bourdon8′
4.Flöte4′
5.Octave4′
6.Superoctave2′
7.Mixtur223
II Schwellwerk C–g3
8.Salicional8′
9.Rohrflöte8′
10.Flöte4′
11.Feldflöte2′
12.Quinte113
Tremulant
Pedalwerk C–f1
13.Subbaß16′
14.Violon8′
15.Gedecktbaß8′
Commons: Maria Hilf (Freystadt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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