Walpersdorf (Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf)
Ortschaft im Bezirk St. Pölten
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Walpersdorf ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich mit 440 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026).[1]
| Walpersdorf (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Walpersdorf | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | St. Pölten (PL), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | St. Pölten | |
| Pol. Gemeinde | Inzersdorf-Getzersdorf | |
| Koordinaten | 48° 18′ 48″ N, 15° 40′ 37″ O | |
| Höhe | 250 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 440 (1. Jän. 2026) | |
| Fläche d. KG | 3,61 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 05523 | |
| Katastralgemeindenummer | 19167 | |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Geografie
Das Dorf wird von der Landesstraße L110 durchquert, von der im Ort die L5016 nach Getzersdorf abzweigt. Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 100 Adressen.[2]
Geschichte
Graf Georg Ludwig von Sinzendorf gründete 1666 in Walpersdorf eine Seidenmanufaktur. Erzeugnisse aus Seide wurden bisher aus dem Ausland importiert und Graf Sinzendorf versuchte, die modernen Ideen des Merkantilismus umzusetzen und die Volkswirtschaft zu heben. Angeleitet von Wirtschaftstheoretikern wie Philip Wilhelm von Hornick, Wilhelm von Schröder und Johann Joachim Becher entstand hier eine der ersten Fabriken des Landes. Unter der Leitung Bechers wurde die aus Italien kommende Rohseide versponnen und teilweise zu Bändern oder in einer eigenen Strumpfmühle zu Fertigprodukten verarbeitet. Die Seidenarbeiter wie Zwirner und Färber wurden im Ausland angeworben und hier angesiedelt. Der Betrieb war jedoch nur kurzzeitig erfolgreich und schrieb bald hohe Verluste. Die Seidenfabrik wurde 1683 geschossen.
Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 52 Häusern genannt, das nach Inzersdorf eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Walpersdorf besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus und besorgte die Konskription. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Walpersdorf und Neulengbach.[3]
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Walpersdorf ein Gastwirt, ein Müller, ein Obst- und Gemüsehändler und einige Landwirte ansässig. Weiters gab es die Metallwarenfabrik Wiese & Bruchhausen.[4]
Sehenswürdigkeiten
- Schloss Walpersdorf, ein 1571 errichtetes Renaissanceschloss
Persönlichkeiten
- Georg Ludwig von Sinzendorf (1616–1681), kaiserlicher Staatsmann, betrieb im Ort eine Seidenmanufaktur
Literatur
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel Ober-Wienerwald. 14 von 34 Bänden. 4. Band: Pettendorf (Oberizberg) bis Lilienfeld. Wallishausser, Wien 1836, S. 124 (Walpersdorf – Internet Archive).
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 284.
Weblinks
- Walpersdorf in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
