Walter Delabar
deutscher Philologe, Verleger und Windwirtschaftler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Walter Franz Delabar (* 17. Juni 1957 in Hochneukirch) ist ein deutscher Philologe, Verleger und Windwirtschaftler.
Leben
Walter Delabar belegte ab 1976 an der RWTH Aachen ein Lehramtsstudium. Im Jahr 1982 absolvierte er das erste Staatsexamen für die Sekundarstufe II in Deutsch. Sein Heimatort war eine Zeitlang dafür vorgesehen, vom Braunkohletagebau abgebaggert zu werden.
1984 erschien im Verlag des Niederlandisten Bernd Kehren Delabars erste Buchveröffentlichung zum Thema Hexenverfolgung in Erkelenz um 1600,[1] die für die Fachwelt eine wichtige Quelle darstellt.[2] 1986 wurde er Mitbegründer der Zeitschrift Juni im gleichnamigen Verlag. Ab 1990 erfolgte der Vertrieb über den Alano Verlag in Aachen. Nach einer kurzen Zeit im Berliner Weidler Verlag wechselte die Zeitschrift, weiterhin unter der Federführung Delabars, zum aisthesis Verlag in Bielefeld.[3]
1987 wurde Delabar an der Gesamthochschule Essen über Wolfram von Eschenbach promoviert. Er wandte in seiner Dissertation[4] die strukturalen Methoden von Claude Lévi-Strauss auf einen mittelalterlichen Text an, wobei nach Helmut Brall Wolframs „Eigendynamik und Unverwechselbarkeit“ in den Hintergrund traten.[5]
Finanziert aus Mitteln der Freien Universität Berlin übte er mehrere Jahre eine Tätigkeit als Redakteur des biographischen und bibliographischen Lexikons „Die Deutsche Literatur. Reihe VI von 1890 bis 1990“ aus. Die ersten Lieferungen umfassen 174 Autoren von Aab bis Ahlers,[6] die zweiten 131 Autoren von Ahlers bis Alder,[7] ein Sonderband behandelt Raoul Hausmann.[8] Das Projekt wurde nicht fortgesetzt.[9]
1998 wurde er mit einer Arbeit über beispielhafte Romane der Zwischenkriegszeit[10] habilitiert. Er ist berechtigt, den Titel „außerplanmäßiger Professor“ zu führen.
Seit 1998 arbeitet er als Sprecher, Geschäftsführer und Vorstand in der Windwirtschaft.[11]
Veröffentlichungen (Auswahl)
Monographien
- Styna und Mergen. "Hexenglaube und Hexenwahn in Erkelenz" von Joseph Gaspers. Neu herausgegeben und kommentiert von Walter Delabar. Erkelenz: Bernd Kehren 1984
- Erkantiu sippe unt hoch geselleschaft: Studien zur Funktion des Verwand[t]schaftsverbandes in Wolframs von Eschenbach "Parzival". Göppingen: Kümmerle 1990. (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 518)
- mit Anne Bentfeld: Perspektiven der Germanistik. Neueste Ansichten zu einem alten Problem. Opladen: Westdeutscher Verlag 1997
- Was tun? Romane am Ende der Weimarer Republik. Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1999. Zweite korrigierte Auflage Berlin: Weidler Buchverlag 2004
Herausgeberschaft
- Juni. Magazin für Kultur & Politik am Niederrhein, ab Heft 0/1986 (DNB)
- Kleine niederländische Reihe im Verlag Alano, Aachen, ab 1993
- Studien zur Moderne im Weidler Buchverlag, Berlin, ab 2005