Walter In der Gass

Urner Landammann und Tagsatzungsgesandter From Wikipedia, the free encyclopedia

Walter In der Gass oder In der Gassen, auch Walther In der Gaß (* erste Hälfte des 15. Jahrhunderts; † nach 1503), war ein Urner Landammann, Landeshauptmann und Tagsatzungsgesandter. Er gilt als «einer der bedeutendsten Staats- und Kriegsmänner des Urnerlandes im 15. Jahrhundert».[1.1]

Familie und Wappen

Walter In der Gass von Altdorf UR entstammte einem 1246 erstmals «in Platea» erwähnten Geschlecht, dessen Name im Jahr 1295 als Gasser bezeugt ist. Sein Vater Johann(es) machte sich dem Urner Landschreiber Friedrich Gisler (1876–1956)[2] zufolge 1422 in der Schlacht bei Arbedo verdient. Mit Walters Sohn Heinrich, der 1478 in Basel studierte, erlosch die Familie im Mannesstamm.[1.1]

In der Gass führte als Landammann ein durch mehrere Siegel überliefertes Wappen mit folgender Blasonierung: In Gold eine schwarze Hausmarke (Kreuz mit Winkelfuss). Helmzier: goldener Flug, belegt mit einer Hausmarke. So besass das Pfarrarchiv Schattdorf 1936 ein gut erhaltenes, einem Urteil des Urner Fünfzehnergerichts vom 17. Februar 1473 anhaftendes Siegel mit einem Durchmesser von 27 Millimetern, das in gotischer Minuskel auf dem Schriftband beiderseits des Wappenschildes die Umschrift «∘       » trägt.[1.2]

Leben und Wirken

Walter In der Gass amtierte in den Jahren 1471–1474, 1479–1481, 1483–1485 und 1494–1496 als Landammann von Uri. Überdies war er von 1473 bis 1503 Tagsatzungsgesandter und stand zeitweilig als Landeshauptmann dem Landesmilitär vor. In der Gass war ein Exponent der Urner Südpolitik, die 1500–1503 zur Errichtung der dreiörtigen Tessiner Vogteien führte. 1484 war er eidgenössischer Gesandter zum französischen König Karl VIII., 1489 Gesandter in Zürich zur Schlichtung des Waldmannhandels.

Wie aus dem Nekrologium der Stubengesellschaft hervorgeht, war Walter In der Gass Mitglied der Altdorfer Bruderschaft zum «Alten Grysen».[3]

Literatur

Einzelnachweise

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