Walter Kinkel
deutscher Philosoph und Hochschullehrer
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Walter Kinkel (* 23. Dezember 1871 in Hagen/Westfalen; † 1937 oder 1938) war ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung am Realgymnasium in Wiesbaden studierte Walter Kinkel Philosophie an den Universitäten in Bonn, Berlin, Jena und Leipzig. 1896 promovierte er an der Universität Jena bei dem Neukantianer Otto Liebmann. Nach seiner Habilitation 1898 an der Universität Gießen lehrte er dort zunächst als Privatdozent für Philosophie, von 1903 bis 1934 als außerordentlicher Professor.
Neben seinen philosophischen Veröffentlichungen vor allem zur Geschichte der Philosophie und zur Humanität sowie einer Einführung in das Denken des Neukantianers Hermann Cohen betätigte sich Kinkel auch als Autor von Erzählungen und Gedichten.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die Idealität und Apriorität des Raumes und der Zeit, nach Kant. Neuenhahn, Jena 1896 (= Dissertation Universität Jena) (Volltext).
- Beiträge zur Theorie des Urteils und des Schlusses. v. Münchow, Gießen 1898 (= Habilitationsschrift Universität Gießen) (Volltext).
- Beiträge zur Erkenntniskritik. Ricker, Gießen 1900.
- Joh. Fr. Herbart. Sein Leben und seine Philosophie. Ricker, Gießen 1903.
- (Hrsg.): Gottlob Benjamin Jäsche / Immanuel Kants Logik. 3. Aufl. (= Philosophische Bibliothek, Bd. 43). Dürr, Leipzig 1904.
- Gedichte. Toepelmann, Gießen 1904.
- Geschichte der Philosophie, als Einleitung in das System der Philosophie. Zwei Bände. Toepelmann, Gießen 1906/1908.
- Vom Sein und von der Seele. Gedanken eines Idealisten. Toepelmann, Gießen 1906.
- Lieder eines Wandermüden. Toepelmann, Gießen 1907.
- Aus Traum und Wirklichkeit der Seele. Stille Gedanken aus einsamen Stunden. Toepelmann, Gießen 1907.
- Der Humanitätsgedanke. Betrachtungen zur Förderung der Humanität. Eckardt, Leipzig 1908 (2. Aufl. 1925).
- Grundriß der Ethik. Nach Universitätsvorträgen. Toepelmann, Gießen 1908.
- Idealismus und Realismus. Eine Einführung in ihr Wesen und in ihre kulturgeschichtliche Entwicklung (= Wege zur Philosophie, Bd. 3). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1911.
- Die Idee des Staates und die Idee der Menschheit. Kohlhammer, Stuttgart 1917.
- Erziehung zur Humanität durch Geistesbildung. Leipzig 1918.
- Geist der Philosophie des Altertums. Zickfeldt, Osterwieck a. Harz 1920.
- Das Ringen um Gott im Mittelalter. Zickfeldt, Osterwieck a. Harz 1921.
- Geist der Philosophie von Sokrates bis Aristoteles. de Gruyter, Berlin 1922.
- Philosophische Begründung des Sinnes der Arbeitsschule. Zickfeldt, Osterwieck a. Harz 1923.
- Paul Natorp und der kritische Idealismus. In: Kant-Studien, Bd. 28 (1923), S. 402–422.
- Hermann Cohen. Eine Einführung in sein Werk. Strecker u. Schröder, Stuttgart 1924.
- Kant zum Gedächtnis (22. April 1724 bis 22. April 1924). Zickfeldt, Osterwieck a. Harz 1924.
- Das Zeitalter des deutschen Idealismus. Zickfeldt, Osterwieck a. Harz 1927.
Literatur
- Sebastian Leiß: Die Philosophie an der Universität und der Justus-Liebig-Hochschule in Gießen in den letzten fünfzig Jahren. In: Ludwigs-Universität, Justus-Liebig-Hochschule 1607–1957. Festschrift zur 350-Jahrfeier. Schmitz, Gießen 1957, S. 174–191 (Volltext).