Walter Kleinfeldt

deutscher Fotograf From Wikipedia, the free encyclopedia

Walter Kleinfeldt (* 3. Januar 1899 in Freiburg im Breisgau; † 23. April 1945 im Schönbuch[1]) war ein deutscher Soldat im Ersten Weltkrieg und dort ein Vertreter der Kriegsfotografie sowie Begründer eines Fotofachgeschäftes.[1]

Walter Kleinfeldt als Pressefotograf bei einem Manöver, 27. August 1937

Werdegang

Kleinfeldt wurde 1899 in Freiburg im Breisgau geboren. 1904 siedelte seine Familie nach Reutlingen über, wo sein Vater Wilhelm Kleinfeldt die Leitung der dortigen Stadtwerke übernahm. Kleinfeldt besuchte ab 1906 die Grundschule und ab 1909 die Oberrealschule. Im Oktober 1909 starb sein Vater an Typhus.[2]

Mit sechzehn Jahren meldete sich Walter Kleinfeldt im Mai 1915 freiwillig an die Front. Er kam zum Feldartillerie-Regiment „König Karl“ (1. Württembergisches) Nr. 13, II. Ersatz-Batterie, 3. Ersatz-Abteilung.[2]

Kleinfeldt fertigte mit einer Contessa-Nettel-Plattenkamera, die ihm im November 1915 aus Reutlingen geschickt wurde, zwischen 1915 und 1918 Fotografien in Nordfrankreich und Belgien an. Er schickte seine Platten an seine Mutter, die sie bei einem Fotografen entwickeln ließ und ihrem Sohn wiederum die Abzüge sandte. Kleinfeldts Kameraden kauften ihm die Porträts und Fotos ab, womit er das Material für weitere Fotografien erwarb. Kleinfeldts Fotos zeigen den Alltag an der Front, etwa Besuche bei befreundeten Soldaten im Graben und das gemeinsame Kartenspiel, die Weihnachtsfeier 1915 mit Kameraden, aber auch Militärtechnik der Zeit, für die er sich begeistern konnte. Er nahm im Juli 1916 an der Schlacht an der Somme teil und gehörte zu den wenigen Überlebenden seiner Einheit. 1917 nahm er zwischen Juli und November an der Schlacht bei Ypern teil; seine Ausmusterung erfolgte im Dezember 1918.[2]

Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er im Februar 1919 nach Reutlingen zurück und schlug sich 1920 zunächst mit Gelegenheitsarbeiten durch. 1921 fiel sein Entschluss, Fotograf zu werden und er konnte erste Aufträge in Reutlingen erfüllen, u. a. als Industriefotograf.[2] 1922 gründete er einen Bildpostkartenverlag, einen Fotohandel sowie im Dezember 1928 mit Foto Kleinfeldt[3] ein bis heute bestehendes Foto-Fachgeschäft in der Tübinger Mühlstrasse.[1]

Im Zweiten Weltkrieg wurde er 1945 zum Volkssturm einberufen und verschanzte sich im Schönbuch. Am 19. April wurde Tübingen durch französische Truppen besetzt.[2] Am 24. April fiel er kurz vor Kriegsende im Schönbuch durch den Beschuss französischer Soldaten.[1][2]

Edition und Ausstellung

2010 fand sein Sohn, als er Geschäftsunterlagen aufräumte, die rund 130 der einst 149 Fotografien. Der Historiker Ulrich Hägele konnte auf dieser Basis unter Hinzuziehung von Tagebucheinträgen und Briefen eine Wanderausstellung zusammenstellen, die u. a. im Schloss Rheydt bei Mönchengladbach gezeigt wurde.[2] Museumspädagoge Klaus Möhlenkamp urteilte 2014 über seine Fotos aus dem Ersten Weltkrieg: „Ein Naturtalent. Er hatte ein gutes Auge für Motive und ein Händchen für die richtige Belichtung“.[2]

Literatur

Einzelnachweise

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