Walter Neun
deutscher Mediziner und nationalsozialistischer Funktionär
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Leben
Neun trat zum 1. Januar 1931 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 429.855).[2] Nach seinem Medizinstudium wurde er im Juni 1937 als Arzt bestallt und war bis Juni 1942 als solcher im Hauptgesundheitsamt Berlin-Reinickendorf tätig. 1937 promovierte er an der Universität Berlin zum Dr. med. mit der 19-seitigen Dissertation Ungewöhnliche Psychose nach Typhus.
Ab Juni 1942 war Neun als Regierungsrat beamteter Arzt und als Nachfolger von Eberhard Kitzing stellvertretender Chef des Gesundheitsamtes bei der Reichsjugendführung der Hitler-Jugend. Der Historiker Michael Buddrus sieht in der „Gesundheitspflicht“ der HJ eine Konzeption, die auf die Etablierung eines neuen Menschenbildes abgezielt habe. Die HJ-Sozialingenieure hätten eine Entpersönlichung bewusst forciert, um die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen zugunsten der Volksgemeinschaft von ihrem eigenen Körper zu enteignen.[3]
Literatur
- Michael Buddrus: Totale Erziehung für den totalen Krieg, 2003, S. 1192.