Walter Rubensdörffer

deutscher Offizier From Wikipedia, the free encyclopedia

Walter Rubensdörffer (* 1. August 1910 in Basel; † 15. August 1940 bei Rotherfield (Sussex, England)) war ein schweizerischer Angehöriger der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Er war der einzige Schweizer Staatsbürger, der mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde.

Militärischer Werdegang

Walter Rubensdörffer trat 1935 freiwillig in die deutsche Luftwaffe ein und befand sich damit in der Tradition der Schweizer Reisläufer, die sich als Soldaten in den Dienst fremder Nationen stellten. Dies war nach Art. 94 des Schweizer Militärstrafgesetzes seit 1929 strafbar.

Kriegseinsätze

Erste Kampferfahrungen sammelte Rubensdörffer im Spanischen Bürgerkrieg, als er in der Legion Condor Bombeneinsätze mit der Heinkel He 111 flog.

Im Jahr 1939 zum Hauptmann befördert, übernahm Rubensdörffer das Kommando über ein Bombengeschwader und nahm damit am Krieg gegen Polen und Frankreich teil. Am 1. Juli wurde Rubensdörffer mit dem Kommando der in Köln-Ostheim neu aufgestellten Erprobungsgruppe 210 betraut.[1] Sie war mit Maschinen des Typs Messerschmitt Bf 109 und Messerschmitt Bf 110 ausgerüstet.[2] Rubensdörffer, der seit seiner Zeit in Spanien als Verfechter von taktischen Bombardierungen zur Unterstützung der kämpfenden Truppe galt, entwickelte das Konzept des Jagdbombers und setzte es in der Folgezeit mit seiner Erprobungsgruppe in 28 Einsätzen gegen englische Flugplätze, Radarstationen etc. erfolgreich um.

Tod

Am 15. August 1940 bombardierte Rubensdörffer mit seiner Gruppe zunächst die Flugplätze Martlesham und Manston und bekam am Nachmittag den Auftrag, mit 15 Bf 110 den wichtigen Flugplatz Kenley ebenfalls anzugreifen. Allerdings verfehlte er das vorgesehene Treffen mit seinen Begleitjägern und griff bei schlechter Sicht – offenbar irrtümlich – den Flugplatz in Croydon an, wo gerade die 111. Jägerstaffel, angeführt von Squadron Leader John Thompson, gestartet war. Zwar richteten die Bomben beträchtlichen Schaden an, aber ohne Jagdschutz konnten Rubensdörffers Bomber den gleich darauf eingreifenden britischen Jägern vom Typ Hawker Hurricane kaum etwas entgegensetzen, zumal nun auch noch die 32. britische Staffel hinzukam. Trotz der ungleichen Kräfteverteilung entwickelte sich ein langwieriges Luftgefecht, wobei schließlich insgesamt acht deutsche Maschinen abgeschossen wurden, darunter auch Rubensdörffers eigene, die, von zwei Hurricanes zugleich angegriffen, brennend über einem Feld abstürzte; er und sein Bordschütze Ogfr. Ludwig Kretzer fanden dabei den Tod.[3][4][5][6]

Rubensdörffers und Kretzers sterbliche Überreste wurden zunächst in Tunbridge Wells bestattet, später jedoch auf die deutsche Kriegsgräberstätte Channock Chase überführt.[7][3]

Für seine Leistungen wurde Rubensdörffer posthum das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.[8]

Einzelnachweise

Literatur

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