Walter Schels

deutscher Fotograf From Wikipedia, the free encyclopedia

Walter Schels (* 1936 in Landshut) ist ein deutscher Fotograf, der mit Schwarzweiß-Porträtserien von Menschen und Tieren bekannt wurde.[1]

Walter Schels, 2016
Walter Schels (2009)

Leben

Walter Schels arbeitete von 1957 bis 1965 als Schaufensterdekorateur in Barcelona, Kanada und Genf. Anschließend ging er nach New York, um Fotograf zu werden. 1970 kehrte er nach Deutschland zurück und eröffnete in München ein eigenes Studio. Er arbeitete für die Werbung, für Zeitschriften und Magazine. Seit Mitte der 1990er Jahre widmete er sich zunehmend eigenen Projekten und experimentellen Arbeiten.

Für die Zeitschrift Eltern fotografierte Schels in den 1980er Jahren Reportagen über Geburten und entdeckte die greisenhaft und „wissend“ wirkenden Gesichter der Neugeborenen. Diese Erfahrung beeinflusste ihn bei all seinen weiteren Porträtarbeiten. In fotografischen Langzeitstudien beschäftigte sich Schels mit Extremsituationen menschlicher Existenz.

Der Kunstkritiker und Fototheoretiker Klaus Honnef bezeichnet Schels als "einen der seltenen Künstler, die ihre Vorstellungen noch in großem Wurf und mit sicherem Gespür für Zusammenhänge verwirklichen und sich einen Teufel darum scheren, ob ihre Bilder in die Zeit passen oder nicht."[2]

Als „einen der passioniertesten, im besten Sinne obsessivsten Künstler im Bereich der Porträtphotographie“ beschreibt ihn der Fotograf, Sammler und Kurator F. C. Gundlach in einer Ausstellungseinführung in der Freien Akademie der Künste in Hamburg: „Schels' Blick ist kein distanzierter, kein emotionsloser, kein rein analytischer, sondern bleibt im höchsten Maße eindringlich, einfühlend und wahrt trotz aller Nahsichtigkeit gegenüber dem Portraitierten stets respektvolle Diskretion.“[3]

Für die mit Beate Lakotta verwirklichte Serie Noch mal leben vor dem Tod, die Hospizpatienten kurze Zeit vor und unmittelbar nach deren Tod zeigt, wurde Walter Schels mehrfach ausgezeichnet.

Walter Schels ist Ehrenmitglied des Berufsverbands Freie Fotografen und Filmgestalter (BFF) und Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Walter Schels ist mit der Journalistin und Autorin Beate Lakotta verheiratet. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

Ausstellungen (Auswahl)

Auszeichnungen

Bücher

Commons: Walter Schels – Sammlung von Bildern
  • Literatur von und über Walter Schels im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Offizielle Homepage
  • How one Photographer overcame his Fear of Death by photographing it, by David Rosenberg, in: Slate, 17. Aug. 2014
  • Vom Zauber des Verblühten. Fotograf Walter Schels zeigt Blumenstilleben in der Galerie Hilaneh von Kories von Belinda Grace Gardner, Welt am Sonntag, 11. November 2012
  • Sechs on the beach: 3. Der Menschenkenner. Manche Fotografen erschaffen in Lauf ihres Lebens ein Werk, vor dem man sich nur verneigen kann. Walter Schels gehört zu diesen Ikonen der Fotokunst. Blog von Christoph Künne, Docma – Magazin für Bildbearbeitung, Juni 2012
  • Faces of Life and Death. Well-Blog by Tara Parker-Pope, The New York Times, 9. April 2008
  • How to stare death in the face. Laura Cumming reviews Life Before Death at the Wellcome Collection. The Guardian, 13. April 2008
  • Death portraits shared around the world. The Guardian, 8. April 2008
  • Ronald Grätz: Walter Schels, Jörg Esefeld u. a. ‘’LAMEBA‘’, LA MEVA BARCELONA, MI BARCELONA, MEIN BARCELONA, 1. Auflage Esefeld & Traub 2024, ISBN 978-3-9818128-8-6
Interviews mit Walter Schels
  • Walter Schels – Animali. Portfolio and Interview by Rosanna Checchi In: Zoom, Jan/Feb 2010
  • Jan Paersch: „Liebe ist ein irrealer Begriff“. In: taz. 30. September 2019; (Walter Schels im Interview).

Einzelnachweise

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