Walter Vycudilik

österreichischer Toxikologe, Chemiker und Universitätsprofessor From Wikipedia, the free encyclopedia

Walter Vycudilik (* 4. September 1943; † 8. Dezember 2022 in Wien) war ein österreichischer Toxikologe, Chemiker und Universitätsprofessor.

Leben

Walter Vycudilik studierte an der Universität Wien Chemie und promovierte 1969 über „Über die Reaktion der Aniline und Phenylhydrazine mit Dimethylsulfoxid“.[1] Als Nachfolger von Gottfried Machata leitete er viele Jahre lang das Toxikologische Labor des Wiener Instituts für Gerichtliche Medizin (heute Department für Gerichtliche Medizin Wien). Als forensischer Toxikologe und Chemiker war er sowohl in der Lehre an der Universität Wien als auch als gerichtlicher Sachverständiger tätig. Vycudilik beschäftigte sich mit den Grundlagen und der Anwendung verschiedener analytischer Methoden zur Detektion und Quantifizierung körperfremder Substanzen in biologischen Matrices. Er gehörte zu den Pionieren bei der Anwendung der Massenspektrometrie in der gerichtlichen Chemie.

Begraben ist Vycudilik auf dem Friedhof Hadersdorf in Wien.

Leistungen

In mehreren wegweisenden Arbeiten befasste er sich mit der systematischen toxikologischen Analyse im Rahmen des sog. General-Unknown-Screenings.[2] Außerdem war er maßgeblich an umfangreichen Studien zum Monitoring der Wiener Drogentodesfälle und der suizidalen Intoxikationen mit Antidepressiva beteiligt.[3] Durch Analysen der Verteilung von Morphin und seinen Metaboliten in den Hirnregionen von Drogentoten konnte er wesentliche Beiträge zum Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen leisten.[4]

Spektakuläre Vergiftungsfälle, die aufgrund seiner Arbeiten aufgeklärt werden konnten, war der Nachweis von Senfgas bei Kriegsopfern aus dem Nahen Osten[5], die Überführung der dreifachen Giftmörderin Elfriede Blauensteiner (gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Reiter)[6] und der sogenannten Todesengel von Lainz.[7] Er war außerdem an Untersuchungen der Gebeine des Paracelsus beteiligt.[8]

Auszeichnungen

  • Ehrenmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Gerichtliche Medizin (ÖGGM)

Einzelnachweise

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