Waltraut Schmitz-Bunse
deutsche Schriftstellerin, Journalistin, Hörspielautorin und Redakteurin
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Waltraut-Elisabeth Schmitz-Bunse (* 14. August 1926 als Waltraut-Elisabeth Bunse in Barmen, jetzt Wuppertal; † 27. Mai 1993 in Solingen-Ohligs; Pseudonyme Ruth Moser und Betty Blain) war eine deutsche Schriftstellerin, Journalistin, Hörspielautorin und Redakteurin. In zahlreichen Beiträgen für katholische Zeitschriften wie Die Wacht, Die bunte Kette, Frau und Mutter und Frau und Beruf setzte sie sich bereits Ende der 1940er/Anfang der 1950er Jahre mit der Rolle der Frau in der katholischen Kirche auseinander. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit begann sie Anfang der 1950er-Jahre Bücher zu veröffentlichen.

Herkunft
Waltraut Schmitz-Bunse war das dritte Kind des Drehers und späteren Rasenmäherfabrikanten Fritz Bunse[1] und seiner Frau Paula, geb. Danz. Die Familie zog Anfang der dreißiger Jahre nach Solingen-Ohligs. Prägend für Schmitz-Bunse war die jahrelange, durch gemeinsame antifaschistische Aktivitäten in der katholischen Arbeiterbewegung entstandene enge Freundschaft ihres Vaters mit dem Widerstandskämpfer Bernhard Letterhaus, der 1944 in Plötzensee hingerichtet wurde.
Studium, Familie und erste berufliche Erfahrungen
Waltraut Schmitz-Bunse studierte ab 1946 Germanistik in Köln. Nach ihrer Heirat mit Günther Schmitz 1947 und der Geburt ihrer beiden Söhne Wolfgang (1948) und Christoph (1949) sowie der Tochter Waltraud Christine (1952) begann sie neben ihrer journalistischen Tätigkeit Bücher zu veröffentlichen. Bereits 1952 erschienen Für Dich, Renate! – 13 Kapitel für junge Mädchen[2] und ein Jahr später Heiligengeschichten für Kinder[3]. Ebenfalls 1953 veröffentlichte sie Ein Mädchen namens Ursula und drei andere Erzählungen.[4] Ihr erstes Hörspiel Geschichte einer mittelmäßigen Seele wurde am 6. August 1955 im Nordwestdeutschen Rundfunk gesendet.[5]
Journalistische Karriere
Am 1. April 1958 übernahm Waltraut Schmitz-Bunse – als erste Frau in der Geschichte des Westdeutschen Rundfunks – die Leitung des Fernseh-Ressorts für Frauen, Kinder und Jugend, ohne ihre Tätigkeit als freie Schriftstellerin aufzugeben. Noch im selben Jahr erschienen die Geschichten für Kommunionkinder[6], die bis in die 1960er Jahre mehrfache Neuauflagen erfuhren. 1962 wurde Die Heiligen wohnen nebenan[7] veröffentlicht, es folgten – neben vielen weiteren – Biblische Geschichten aus dem Neuen Bund – Kindern erzählt (1963)[8] und Christinchen. Geschichte einer Kindheit (1969).[9] 1965 wurde ihr Film Esme und der Gaukler – Das verwunschene Land Schwarz-Weiß in der ARD ausgestrahlt.[10]
Ab 1963 leitete Waltraut Schmitz-Bunse unter anderem den Jugendfunk im WDR, wo sie gegen beträchtliche Widerstände die Entwicklung jugendspezifischer Formate und Sendestrecken vorantrieb. 1970 wirkte sie – neben Senta Berger – in dem Film Männer, wir kommen! mit.[11] Einige Jahre später wechselte sie in die Hörspiel-Abteilung des WDR.
Nach ihrer Pensionierung Mitte der 1980er Jahre zog sie sich ins Sauerland zurück und widmete sich publizistischen und literarischen Projekten. Waltraut Schmitz-Bunse starb am 27. Mai 1993 in ihrem Elternhaus in Solingen-Ohligs. Das 1987 erstmals ausgestrahlte Hörspiel Avila im Dezember 1581 – Heiligenlegende für einen Inquisitor[12] erschien 1994 posthum als Kompaktkassette, ebenso der Erzählband Sommertage – Wintertage, Kalendernotizen (hrsg. von Gretel Rieber).[13]
Werke (Auswahl)
Bücher
- Für dich Renate! 13 Kapitel für junge Mädchen. Paulus Verlag, Recklinghausen 1952 (2. Aufl. 1953).
- Heiligengeschichten für Kinder. Paulus Verlag, Recklinghausen 1953.
- Ein Mädchen namens Ursula und drei andere Erzählungen. Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1953.
- Gut angezogen. Modespiegel für Frauen. Knecht, Frankfurt am Main 1956.
- Geschichten für Kommunionkinder. Fredebeul & Koenen, Essen 1958 (erw. u. überarb. Neuaufl. 1966).
- Die Heiligen wohnen nebenan. Hörfolgen. Knecht, Frankfurt am Main 1962.
- Biblische Geschichten aus dem Neuen Bund, Kindern erzählt. Fredebeul & Koenen, Essen 1963 (2. Aufl. 1965).
- Biblische Geschichten aus dem Alten Bund, Kindern erzählt. Fredebeul & Koenen, Essen 1965
- Jesus. In: Die Wahrheit der Ketzer. Kreuz-Verlag, Stuttgart 1968.
- Christinchen. Geschichte einer Kindheit. Fredebeul & Koenen, Essen 1969.
- Anna L., 43 oder: Niemandes Schlaf zu sein. Erzählung. Radius-Verlag, Stuttgart 1981, ISBN 3-87173-600-7.
- Sommertage – Wintertage. Kalendernotizen. Hrsg.: Gretel Rieber. Butzon & Bercker, Kevelaer 1994, ISBN 3-7666-9913-X.
Hörspiele
- 1955: Zum Abend: Geschichte einer mittelmäßigen Seele (Autorin) – Regie: Nicht bekannt (Original-Hörspiel, Kurzhörspiel – NWDR)[14]
- 1979: Andrzej Jawien: Der Laden des Goldschmieds. Szenische Meditationen über Liebe und Ehe (Sprecherin: Einleitung) – Regie: Friedhelm Ortmann (Hörspielbearbeitung – WDR/ORF Niederösterreich/DRS)[15]
- 1982: Richard Farber: Boris und Edna: Das Komödienteam (Übersetzerin aus dem Englischen) – Regie: Klaus Mehrländer (Originalhörspiel, Kurzhörspiel – WDR)[16]
- 1985: Alter König mit Frau (Autorin) – Regie: Manfred Brückner (Hörspiel – WDR)[17]
- 1987: Avila im Dezember 1581. Heiligenlegende für einen Inquisitor (Autorin) – Regie: Heinz Wilhelm Schwarz (Hörspiel – WDR)[18]
- Veröffentlichung: Kassetten-Edition: Herder Verlag, Freiburg im Breisgau [u. a.] 1994, ISBN 3-451-31020-1.
- 1992: Böss de secher oder Wer will unter die Soldaten (Autorin) – Regie: Manfred Brückner (Mundarthörspiel – WDR)[17]
Literatur
- Schmitz-Bunse, Waltraut-Elisabeth. In: Werner Schuder (Hrsg.): Kürschners Deutscher Literatur-Kalender. 56. Jahrgang. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1973, ISBN 3-11-002068-8, S. 844.
- Ingrid Bigler: Schmitz-Bunse, Waltraut-Elisabeth. In: Deutsches Literatur-Lexikon. Bd. 15: Schilling–Schnydrig. Saur, Bern 1993, ISBN 3-907820-15-0, Sp. 497.