Walzwerk Finow
stahlverarbeitender Betrieb im Eberswalder Ortsteil Finow
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Das Walzwerk Finow war ein stahlverarbeitender Betrieb im Eberswalder Ortsteil Finow.
| VEB Walzwerk Finow | |
|---|---|
| Rechtsform | Volkseigener Betrieb |
| Gründung | 1951 |
| Auflösung | 1990 (Privatisierung) 2012 (Insolvenz) |
| Sitz | Finow, |
| Mitarbeiterzahl | 2094 (1988)[1] |
| Branche | Stahlverarbeitung |

Zum Produktionsprofil zählten Warmband, warmgewalzte Normal- und Sonderprofile, Spezial- und Leichtprofile sowie geschweißte Präzisionsrohre.[2]
Geschichte
Der Betrieb wurde am 1. Januar 1951 als VEB Walzwerk Finow (WWF) gegründet und war Teil der VVB VESTA Leipzig. Das Walzwerk wurde auf dem Gelände des demontierten Messingwerks Finow eingerichtet.[3] Die Reste des Messingwerks wurden dabei mit dem Eisenwalzwerk „Hoffmann und Motz“ vereinigt.[4]
Zusätzlich zu einer bereits vorhandenen Walzstraße für Stabstahl in Doppel-Duo-Konfiguration sowie einer Trio-Straße wurde zwischen 1952 und 1956 eine Warmbandstraße errichtet. Bis 1965 wurde zudem eine Rohrschweißanlage in Betrieb genommen.[3] Ab Ende der 1960er Jahre war der Betrieb Teil des Bandstahlkombinats Eisenhüttenstadt.
Anfang der 1980er Jahre überschritt der Wert der Warenproduktion des Betriebs die Marke von einer Milliarde Mark.[5]
Im Rahmen der staatlich verordneten Konsumgüterproduktion, die die Betriebe verpflichtete, einen bestimmten Prozentsatz der Warenproduktion in Konsumgütern zu realisieren, stellte der Betrieb Gartenschaukeln, Mehrzweckleitern und Regalsysteme her.[6] Es wurden weiterhin Hufeisen, Federnägel und Bierkastengriffe produziert. Insgesamt wurden in der angeschlossenen Presserei rund 50 Millionen Hufeisen gefertigt, die insbesondere nach Mittel- und Südamerika exportiert wurden.[4]
Im Zuge der Wende und der anschließenden Wiedervereinigung wurde der Betrieb 1990 privatisiert und in die Walzwerk Finow GmbH überführt, die zunächst Teil der EKO Stahl AG war.[7] Im Jahr 1993 wurde das Walzwerk vom slowakischen Stahlunternehmen Východoslovenské železiarne übernommen.[8] Dieses wurde seinerseits im Jahr 2000 Teil von US Steel. Im Jahr 2012 meldete die Walzwerk Finow GmbH Insolvenz an und der Betrieb wurde stillgelegt.[9]