Wappen-Sammlung in Buntdruck

ab 1898 erscheinende Reihe von Sammelbildern mit Wappendarstellungen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die zunächst im Verlag A. Weller (Anna Weller;[1] auch A. Weller’s Wappen-Sport-Verlag)[2] und später im Verlag Gebr. Vogt erschienene Wappen-Sammlung in Buntdruck war eine ab 1898 erscheinende Reihe von Sammelbildern mit Wappendarstellungen. Der Verlag vertrieb sowohl die Sammelbilder (auf briefmarkenartig durchlochten Bögen zu jeweils 25 Wappen) als auch entsprechende Sammelalben.[3]

Ab dem Jahr 1900 erschien im gleichen Verlag die Zeitschrift Der Wappensammler, die neben heraldischen und geneaologischen Beiträgen auch die Sammelbilder selbst thematisierte und weitere, als Sammelobjekte gedachte heraldische Beilagen enthielt. Die zunächst selbständig monatlich erscheinende Zeitschrift wurde 1901 in Wellers Archiv für Stamm- und Wappenkunde, 1904 in Roland. Archiv für Stamm- und Wappenkunde umbenannt und 1922–35 mit der Zeitschrift Familiengeschichtliche Blätter vereinigt.[4] Von 1904 an wurde die Zeitschrift vom Verein Roland herausgegeben.[5]

Der Verlag bot Privatpersonen an, bei „gut gezeichnete[n] Skizze[n], evtl. nach Urkunden gezeichnet“ ihre Familienwappen dem Verlag zum Druck in diesem Format einzusenden.[2]

Das Werk ist in sechs Ausgaben (A–F) angefertigt, wobei die Ausgabe A ein Sammelband für die Ausgaben B bis F darstellt:[3]

  • Wappen regierender Häuser und Staaten (B)
  • Wappen der Landestheile, Provinzen und Städte (C)
  • Wappen des hohen und niederen Adels (D)
  • Wappen der geistlichen Würdenträger, Stifter, Bürgerlichen (E)
  • Berufs-, Vereins- und Korpswappen (F)

Die Zeichnungen der Wappen stammten unter anderem von bekannten Heraldikern wie Adolf Matthias Hildebrandt, Hugo Gerard Ströhl und Alexander von Dachenhausen.[6]

Der Verlag gab auch Wappenbeschreibungen zu der Wappensammlung in Buntdruck heraus.[7]

Ab dem Jahr 1904 finden sich Ausgaben im Verlag Gebr. Vogt (Papiermühle bei Roda, S.-A.),[8] wobei die Sammlung im Jahr 1908 aus 3750 verschiedenen Wappen auf 150 Blättern bestand,[9] im Jahr 1911 waren es 5400 verschiedene Wappen auf 216 Blättern.[10]

Die 5 Serien waren in Jahr 1904 folgendermaßen unterteilt:[11]

  • I. Kaiser, Könige, regierende Fürsten.
  • II. Städte, Länderteile u. Provinzen.
  • III. Hoher u. niederer Adel.
  • IV. Bürgerliche u. Geistliche.
  • V. Vereine u. Zünfte.

Im Jahr 1911 gab es zusätzlich eine Serie Ib für Flaggen u. Kokarden.[10]

Rezeption

Die Sammlung wurde am 18. Oktober 1898 in der 586. Sitzung des Vereins Herold von Adolf Matthias Hildebrandt vorgestellt und besprochen.[12] Rezensionen in den Zeitschriften Deutscher Herold und Exlibris betonten die hohe heraldische Qualität der Aufrisse,[13][14][15] der Rezensent des Vereins Adler vor allem die niedrigen Kosten.[16] Die Familiengeschichtlichen Blätter empfahlen die Weller’sche Wappensammlung 1911 aufgrund der einfachen Trenn- und Ordnebarkeit der einzelnen Wappen als besonders brauchbares Material für den Aufbau systematischer Wappenbild-Kataloge. Dadurch konnte demnach jedermann „bei der Bestimmung von unbekannten Wappen mithelfen“ und so die gelegentlich „von Museumsdirektoren und Privatsammlern [...] zu Rat gezogenen Heraldiker“ unterstützen.[17]

Literatur

  • Wappen-Sammel-Album. Verlag von A. Weller in Kahla. in: Der Deutsche Herold 29, Nr. 11 (1898), S. 152. (Volltext)
  • F. S. F.: Ein neues Wappen-Sammelwerk in: Der Deutsche Herold 30, Nr. 6 (1899), S. 93–94. (Volltext)
  • Wappensammlung von A. Weller’s Verlag in Kahla in Thüringen. In: Monatsblatt der Heraldischen Gesellschaft Adler, Nr. 222 (= IV. Band, Nr. 42.). Wien, Juni 1899. S. 434–435. (Volltext)
  • Sammelalbum für Wappen. In: Journal der Goldschmiedekunst, Nr. 18; 22. Jahrgang. Leipzig 1901. S. 261. Büchermarkt. (Volltext)

Einzelnachweise

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