Wartezahnung

Zahnung im Mauerwerk From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Wartezahnung wird die im Mauerwerk angelegte Zahnung für geplante Anbauten bezeichnet. Im Mittelalter gehörte deren Ausführung zu den grundlegenden Prinzipien der Bautechnik, bei der geplante, aber zunächst nicht ausgeführte Bauteile systematisch am Ursprungsbau vorbereitet wurden.

Wartezahnung für einen nie ausgeführten Backsteinturm an der Dorfkirche Bibow, 2018
Detail der Wartezahnung
Dorfkirche Bibow mit sichtbarer Wartezahnung

Im Backstein- und im Feldstein-Mauerwerksbau wurden erwartete Anbauten durch stehende Zahnungen vorbereitet, bei der Ziegel aus der Wandoberfläche herausragen. Es handelt sich um zahnartig ineinander greifende Ausschnitte zur Ausführung einer schubsicheren Verbindung im Mauerwerksverband.[1] Die in selteneren Fällen angelegte zurückgesetzte Zahnung, bei der von der Wandoberfläche zurückweichende Einkerbungen im Mauerwerk erkennbar sind, wird liegende Zahnung genannt.[2]

An Bauten aller Epochen sind vorhandene oder als Baunähte erkennbare ehemalige Wartezahnungen ein besonders wichtiges Hilfsmittel zur Periodisierung und zeitlichen Einordnung.[3]

Siehe auch

Literatur

  • Mila Schrader, Julia Voigt: Bauhistorisches Lexikon. Baustoffe, Bauweisen, Architekturdetails. Suderburg-Hösseringen 2003, ISBN 3-931824-29-2.
  • Mila Schrader: Mauerziegel als historisches Baumaterial. Ein Materialleitfaden und Ratgeber. anderweit-Verlag, 2015, ISBN 3-931824-02-0.

Einzelnachweise

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