Wat Pa Sak
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Wat Pa Sak (thailändisch วัดป่าสัก; deutsch etwa „Tempel des Teakwaldes“) ist ein Theravada-buddhistischer Tempel (วัด, Wat) in der Stadt Chiang Saen in der nordthailändischen Provinz Chiang Rai (Thai: เชียงราย, gesprochen: [tɕʰiaŋ˧raːj˧]). Die Anlage liegt westlich der ehemaligen Stadtmauer und gehört zu den am besten erhaltenen Baudenkmälern der frühen Lanna-Zeit.

Lage
Wat Pa Sak befindet sich unweit des westlichen Tores der Altstadt von Chiang Saen, in der Nähe des Ufers des Mekong. Das Tempelareal liegt innerhalb des historischen Kerngebiets des ehemaligen Königreichs Lanna, etwa 60 Kilometer nördlich von Chiang Rai.
Geschichte
Der genaue Zeitpunkt der Errichtung ist nicht eindeutig überliefert; die Bauzeit wird in die Jahre zwischen 1295 und den 1319[1]datiert.[2] König Saen Phu (reg. 1325–1334), ein Enkel des Lanna-Gründers Mangrai, ließ den Tempel errichten, als er Chiang Saen zur Hauptstadt seines Reiches ausbauen ließ. Der Name „Pa Sak“ („Teakwald“) verweist auf die 300 Teakbäume, die bei der Gründung gepflanzt wurden.

Im 15. Jahrhundert erfolgten mehrere Restaurierungen durch spätere Lanna-Herrscher. Die Anlage wurde zuletzt umfassend durch das thailändische Ministerium für Schöne Künste (Fine Arts Department) konserviert und als archäologische Stätte gesichert.[3]
Wat Pa Sak ist Teil des weiteren kulturellen Erbes des historischen Lanna-Königreichs. Dieses Kulturerbe wurde 2015 von Thailand für die UNESCO-Tentativliste eingereicht unter dem Titel Monuments, Sites and Cultural Landscape of Chiang Mai, Capital of Lanna (UNESCO Tentativliste Nr. 6003).[4]
Architektur

Die Bauten von Wat Pa Sak repräsentieren den klassischen Stil der frühen Lanna-Epoche, zeigen jedoch auch Einflüsse aus Sukhothai, Hariphunchai und dem birmanischen Pagan.[5]
Das Hauptheiligtum ist die etwa 12,5 Meter hohe Chedi (Stupa) mit reichem Stuck-Dekor. In den Nischen erscheinen figürliche Darstellungen des Gautama Buddha, die zu den wenigen noch erhaltenen Reliefs dieser Epoche zählen. Die Figuren zeigen stehende und schreitende Buddha-Gestalten mit feinen Aureolen – ein Motiv, das nach dem 14. Jahrhundert selten wurde.[6]
Nach Carol Stratton stellt der Chedi von Wat Pa Sak eines der „Schlüsselbeispiele der frühen Lanna-Kunst“ dar, in dem sich erstmals die charakteristische Kombination aus „bewegtem Sukhothai-Körper, Lanna-Gesichtszügen und Hariphunchai-Dekor“ zeigt.[7]
Das Dekor umfasst zudem zahlreiche mythische Wesen: Makara-Meerungeheuer, Singh-Löwen, Garuda-Adlerwesen und Zwergfiguren, die als Wächter dargestellt sind. Der Gesamteindruck verbindet symbolische und ornamentale Formen des Sukhothai- und Lanna-Stils.
Symbolik
Wie viele nordthailändische Chedis symbolisiert die Form der Wat Pa Sak den mythischen Weltenberg Meru (thailändisch เขาพระสุเมรุ, Khao Phra Sumeru), das Zentrum des buddhistischen Kosmos. Der umlaufende Sockel stellt den mythischen Himavat-Wald mit seinen Schutzwesen dar, die nach der Überlieferung heilige Orte bewachen.
Heutige Bedeutung
Wat Pa Sak gehört zu den bedeutendsten Denkmälern der frühen Lanna-Kultur und ist Teil des archäologischen Parks von Chiang Saen. Die Anlage wird weiterhin für religiöse Zeremonien genutzt und steht unter Denkmalschutz des thailändischen Ministeriums für Schöne Künste.
Literatur
- Jean Boisselier und Jean Michel Beurdeley: The Heritage of Thai Sculpture. Weatherhill / Kodansha, Tokyo / New York 1975, S. 153. (eingeschränkte Vorschau)
- Fine Arts Department of Thailand: Ancient Monuments of Chiang Saen. Bangkok 2019.
- Volker Grabowsky und Renoo Wichasin: Bevölkerung und Staat in Lan Na. Ein Beitrag zur Bevölkerungsgeschichte Zentralthailands 1350 – 1800. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1998, S. 512. (eingeschränkte Vorschau)
- Santi Leksukhum: The Heritage of Thai Sculpture. Muang Boran Publishing House, Bangkok 1998. (eingeschränkte Vorschau)
- Carol Stratton: Buddhist Sculpture of Northern Thailand. (online) Bangkok: Serindia Publications, 2004, ISBN 978-1-932476-09-5.
- The Rough Guide to Thailand. (eingeschränkte Vorschau) London 2023, S. 421, ISBN 978-90-475-1233-2.