Wean hean
From Wikipedia, the free encyclopedia
Das Wienerliedfestival wean hean ist das größte Festival des Genres Wienerlied. Es findet seit 2000 in Wien statt.

Zentrales Anliegen des Festivals ist es, die Vielfalt des Genres darzustellen, junge Künstler:innen und Strömungen vorzustellen und zu fördern sowie die Tradition mit modernen Interpretationen zu verbinden.
Die Festivalzentrale ist der Liebhartstaler Bockkeller[1][2], ein historischer Veranstaltungsort in Wien-Ottakring. Die Konzerte finden an verschiedenen Orten in Wien statt. Neben Heurigen und traditionellen Veranstaltungsräumen wie dem ORF RadioKulturhaus[3]sind das Orte, die einen Bezug zum Inhalt der jeweiligen Veranstaltung haben, wie das Jüdische Museum, die Wiener Hofburgkappelle oder das Museum im Dunkeln.
Veranstalter ist das Wiener Volksliedwerk. Ins Leben gerufen wurde das Festival von einem Team um Herbert Zotti[4], dem langjährigen geschäftsführenden Vorsitzenden des Wiener Volksliedwerks, Susanne Schedtler und Werner Korn.[5] Dem künstlerischen Leitungsteam gehört seit 2024 unter anderem auch der Musiker und Arrangeur Helmut Stippich an.
Programmierung und Künstler
Das Festival betont die große Bandbreite der Wiener Musik, entsprechend breit ist auch die Auswahl der auftretenden Musiker. Es spielen Musiker:innen der traditionellen und modernen Wienerlied-Szene wie Rudi Koschelu, die Neuen Wiener Concert Schrammeln, die Bravour-Schrammeln, Agnes Palmisano Die Strottern, Kollegium Kalksburg, Traude Holzer und viele mehr. Ebenso sind bereits Acts aufgetreten, die die jüngere Wiener Musikszene vertreten, wie Wiener Blond oder Yasmo.
In Formatreihen wie "wean modean" oder "wean jazz" werden Musiker:innen anderer Genres eingeladen, ihre Interpretationen des Wienerlieds zu spielen - darunter Peter Havlicek, Tini Kainrath, Thomas Gansch, Georg Breinschmid oder das Trio Lepschi. Auch Werke von Künstler:innen aus anderen Kultursparten - Literatur, Kabarett, Theater etc. - werden im Kontext des Festivals vorgestellt, z. B. Werke von H. C. Artmann oder Karl Kraus.
Regelmäßig treten auch österreichische Schauspieler:innen mit ihren Wienerliedinterpretationen auf, darunter Wolfgang Böck oder Cornelius Obonya.
Neben klassischen Konzerten werden auch thematische Schwerpunkte gesetzt, in denen Ereignisse der Wiener Geschichte oder Jubiläen musikalisch aufbereitet werden, beispielsweise der Wiener Kongress (2024).
Bei Konzerten des Wienerlied-Vermittlungsprojekts "wean schbüün" stellen Studierende der beiden Wiener Musikunis Universität für Musik und darstellende Kunst (mdw) und Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (muk) ihre Programme vor.
Viele Veranstaltungen werden vom künstlerischen Leitungsteam in Kooperation mit den auftretenden Musiker:innen extra für das wean hean Festival konzipiert. Die Formate des Festivals entstehen im Austausch mit anderen relevanten Institutionen im Bereich der Wiener Kulturszene. Aus den oft eigens für wean hean zusammengestellten Formationen entwickeln sich z. T. neue Ensembles, die auch nach dem Festival gemeinsam auftreten, so etwa die Divinerinnen.
Die Eröffnungen finden stets in größeren Spielstätten wie dem Jugenstiltheater am Otto-Wagner-Areal, dem Wiener Rathaus oder dem WUK statt und können bei freiem Eintritt besucht werden.
Geschichte
Das Festival wean hean startete im Oktober 2000 mit elf Konzerten innerhalb eines Monats. Es richtet seinen Fokus auf die Wiener Musik und das Wienerlied, das etwa 150 Jahre alt ist.
Presseberichte aus diesem Jahr, wie in der Wiener Zeitung und im Kurier, hoben das „Glaserl mit an Hengl“ hervor und unterstrichen die Erhaltung der Volksliedertradition. Aufgetreten sind unter anderem der damalige Wiener Bürgermeister Michael Häupl, Schrammelmusiker Roland Neuwirth, die Rap-Crew Illianz of Lykx und die Wiener Tschuschenkapelle.
Seit 2017 umfasst es 9-12 Veranstaltungen und findet im Frühjahr (April/Mai) statt.
2020 wurde das Festival aufgrund der COVID-Pandemie ausgesetzt.
2025 wurde das 25-jährige Jubiläum als „süWEANes“ Festival gefeiert.[6]
Nachhaltigkeit und Kooperationen
Das Wienerliedfestival wean hean ist seit 2025 als ÖkoEvent ausgezeichnet. Dieses Prädikat erhalten umweltfreundliche Veranstaltungen, die nachhaltige Praktiken wie regionale Verpflegung, Abfallvermeidung und ressourcenschonende Maßnahmen umsetzen.
Medienpartner ist unter anderem Ö1.
Soziale Kooperationspartner des Festivals sind die Initiativen Hunger auf Kunst und Kultur und die Tafel Österreich.
Das Festival wird u.a. durch die Stadt Wien MA7 unter der Leitung von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler gefördert.
Trivia
Der Festivalname wean hean ist wienerisch für "Wien hören".
Zur Dokumentation wird nach jedem Festival ein Sampler zusammengestellt, auf dem die musikalischen Highlights des vergangenen Festivals zu finden sind.
Die Festivalsujets zeigen Ausschnitte von Gebäuden oder Sehenswürdigkeiten, die man nicht immer gleich auf den ersten Blick mit Wien in Verbindung bringt.