Wedde (Westerwolde)

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Wedde ([ˈʋɛdə]) ist ein Ort und eine ehemalige Gemeinde im Osten der Provinz Groningen im Nordosten der Niederlande an der Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden. Der Ort liegt 9 km südöstlich von Winschoten im Zentrum der Gemeinde Westerwolde. Wedde ist ein Verwaltungsbezirk (niederländisch buurt) im Gemeindebezirk (niederländisch wijk) Blijham.

Schnelle Fakten
Wedde
?
Flagge
Wappen des Ortes Wedde
Wappen
Staat Niederlande Niederlande
Provinz  Groningen
Gemeinde Flagge der Gemeinde Westerwolde Westerwolde
Fläche
 – Land
 – Wasser
16,61 km²
16,34 km²
0,27 km²
Einwohner 1.245 (1. Jan. 2025[1])
Koordinaten 53° 4′ N,  5′ O
Höhe 3 m NAP
Bedeutender Verkehrsweg N368 N973
Vorwahl 0597
Postleitzahlen 9698
Lage von Wedde in der Provinz Groningen
Lage von Wedde in der Provinz Groningen
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Geschichte

Wedde liegt am deutsch-niederländischen Grenzfluss Westerwolder Aa. Der Ort wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1316 erwähnt, in der sich die Einwohner unter den Schutz des Bischofs von Münster, Ludwig II. stellten. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Wort widu („Holz“) ab und ist eine Verballhornung von wedo, was „Unterholz“ oder „Wald“ bedeuten kann. Das Dorf lag an dem alten Heereweg nach Münsterland und hatte eine eigene Markgenossenschaft. Die Kirche von Wedde wird erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt. Möglicherweise handelte es sich dabei um einen hölzernen Vorgänger der heutigen Kirche. Das Gebäude wird auch Große Kirche genannt. Dies liegt vermutlich weniger an ihrer Größe, sondern daran, dass sie vom Gebäude der Reformierten Evangelisation in Wedderheide unterschieden werden konnte. Die romanisch-gotische Kirche von Wedde wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche erweitert und erhöht. Dadurch erhielt sie ein eher gotisches Aussehen.

Um 1370 ließ Egge Addinga dort die Wedderborg erbauen. Die adelige Familie Addinga aus dem Rheiderland erhielt das Land im 14. Jahrhundert vom Stift Corvey als Entschädigung für Verluste aus der zweiten Marcellusflut. Die tyrannische Herrschaft der Addingas führte 1478 dazu, dass die Stadt Groningen die Wedderborg zerstörte und den Wiederaufbau nur ohne Befestigungsanlagen erlaubte. Im Jahr 1530 wurde die Wedderborg durch eine List von Berend van Hackfort und Karl von Egmond sowie 1536 von Georg Schenck von Tautenburg eingenommen. 1561 ging die Burg an Johann von Ligne. Im Jahr 1568 zählte das Dorf einschließlich Hoorn und Wessinghuizen 33 Häuser, die bei der Schlacht von Heiligerlee von Adolf von Nassau und Ludwig von Nassau-Dillenburg größtenteils zerstört oder schwer beschädigt wurden.

Ab etwa 1569 fanden im Dorf Märkte statt. Es gab sowohl ein Pfingstmarkt als auch einen Herbst- oder Leinenmarkt, einen Weihnachtsmarkt und im 20. Jahrhundert einen Pferdemarkt. Mittlerweile existieren die Märkte nicht mehr. Im Jahr 1591 war die Zahl der Häuser auf 52 angestiegen, darunter 20 im Dorf selbst. Zwei Jahre später wurde das Dorf erneut schwer von Kriegshandlungen getroffen. Zunächst wurde die Wedderborg von Francisco Verdugo teilweise zerstört und anschließend von Wilhelm Ludwig von Nassau-Dillenburg erobert. In unmittelbarer Nähe zu Wedde liegt der Geselberg, ein Hügel, der als Galgenacker genutzt wurde. Zwischen 1587 und 1597 fanden in der Wedderborg im Rahmen der Hexenverfolgung Hexenprozesse statt. 21 Frauen und ein Mann wurden auf dem Scheiterhaufen des Geselbergs verbrannt. Im Jahr 1597 wurden Hexenprozesse in der Republik der Vereinigten Niederlande verboten. Der Geselberg wurde fortan für Hinrichtungen durch Erhängen und Auspeitschen genutzt.

Im Jahr 1629 restaurierte die Stadt Groningen die Wedderborg, die zum Sitz des Drosten von Westerwolde wurde. Während des Zweiten Englisch-Niederländischen Kriegs wurde Wedde im Jahr 1666 niedergebrannt. Auch die Kirche wurde in Mitleidenschaft gezogen und der Chor und das Kirchenschiff wurden abgesenkt.

Die hohen Unterhaltskosten veranlassten die Stadt Groningen im Jahr 1829 zum Verkauf der Wedderborg. Danach wechselte die Burg mehrmals den Besitzer, bis sie 1990 in den Besitz der Gemeinde überging. Der Kirchturm wurde im Jahr 1860 angebaut. Er ersetzte einen frei stehenden hölzernen Glockenstuhl.

1915 wurde die Dampfstraßenbahnlinie der Stoomtramweg-Maatschappij Oostelijk Groningen zwischen Winschoten und Ter Apel eröffnet, die durch Wedde führte. Die Linie bestand hier aus Straßenbahnschienen, die in S-Bögen durch das Dorf verliefen und manchmal dicht an den Häusern vorbeiführten. Im Jahr 1948 wurde die Strecke für fast den gesamten Verkehr geschlossen. Bis 1950 gab es noch Sandtransporte im Zusammenhang mit dem Bau einer Straße. Danach wurde die Strecke stillgelegt.

Wedde war bis 1968 eine eigenständige Gemeinde, zu der Blijham, Hoornderveen, Hoorn, Lutjeloo, Morige, Tjabbesstreek, Wedderheide, Weddermarke und Wedderveer gehörten. Das Rathaus befand sich ursprünglich in Wedde. Ab 1861 hatte die Gemeindeverwaltung ihren Sitz im Hotel Nieuwburg in Blijham. 1886 wurde ein neues Rathaus gebaut. Die neue Gemeinde Bellingwedde nutzte zunächst das bestehende Rathaus in Bellingwolde. Im Jahr 1972 wurde die Wedderborg zum Rijksmonument ernannt. Im Jahr 2001 zog die Gemeinde in das ehemalige Wasserwirtschaftsamt des Dollardzijlvest, direkt gegenüber der Burg. Nach der Fusion der Gemeinden Bellingwedde und Vlagtwedde zur Gemeinde Westerwolde befindet sich der Sitz der Gemeinde in Sellingen. Bis Dezember 2022 befand sich eine Nebenstelle in Wedde.

Persönlichkeiten

Commons: Wedde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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