Wefox

Versicherungsunternehmen From Wikipedia, the free encyclopedia

wefox ist eine Schweizer Unternehmensgruppe mit Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich Versicherungsvertrieb in verschiedenen europäischen Märkten[6], die 2015 als Insurtech-Startup mit einer digitalen Plattform zur Verwaltung von Versicherungspolicen startete.

Schnelle Fakten
wefox Holding AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2015[1][2]
Sitz Zürich, Schweiz Schweiz
Leitung Joachim Müller (CEO)[3]
Mitarbeiterzahl 200[4]
Umsatz 600 Mio. EUR (2022)[5]
Branche Versicherungswirtschaft
Website www.wefox.com
Stand: 25. Juni 2024
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Geschichte

Das Unternehmen wurde 2015[1] unter der Marke FinanceFox von Julian Teicke, Dario Fazlic und Fabian Wesemann gegründet.[2] Zwei Jahre nach dem Marktstart wurden über 100.000 Endkunden gezählt. 2017 folgten die Expansion von Deutschland und der Schweiz nach Österreich sowie der neue Name wefox.[7] Ab 2018 vertrieb das Unternehmen unter der Marke One eigene Versicherungsleistungen.[8] Als Rückversicherer fungiert die Munich Re. Nach einer weiteren Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen 2019 erstmals mit über 1 Milliarde Euro bewertet und damit zu einem Einhorn.[9] 2020 folgte die Übernahme des Schweizer Brokers SAM Versicherungen AG.[10] 2021 wurde der Markenauftritt vereinheitlicht; die Sachversicherungen wurden nun ebenfalls unter dem Namen wefox angeboten.[11] Im Juni 2021 sammelte Wefox in einer von Target Global angeführten Runde 650 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 3 Milliarden US-Dollar ein.[12] Im Kontext einer neuen Finanzierungsrunde im Jahr 2022 wurde Wefox mit 4,5 Milliarden US-Dollar bewertet.[13]

Nachdem wefox mit ihrem in Liechtenstein angesiedelten Versicherer im Jahr 2023 wiederholt einen Verlust nach Steuern eingefahren hatte,[14] verkaufte wefox seine Versicherungstochter wefox Insurance schließlich im Dezember 2024.[15] Das Unternehmen hat den Verkauf von Policen in den Bereichen Kfz, Hausrat und Privathaftpflicht in Deutschland und der Schweiz 2023 eingestellt. In Italien bietet es keine Kfz-Policen mehr an.[14] Im Juni 2024 beschloss die Hauptversammlung des Unternehmens, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen.[16] Den erst Ende 2021 übernommenen Assekuradeur Assona verkaufte wefox im Juli 2024 an die Maklergruppe Ecclesia.[15]

Im Zuge der Krise und Neuausrichtung des Geschäftsbetriebs von wefox löste im September 2024 Joachim Müller den vorherigen CEO Mark Hartigan ab, der nun noch Präsident des Verwaltungsrats ist.[17] Nach dem erfolgreichen Abschluss des Restrukturierungsprogramms hat sich wefox im Juli 2025 zusätzliche Finanzmittel in Höhe von 151 Millionen Euro gesichert.[18]

Wefox bereitet am 24. März 2026 eine Notallfinanzierungsrunde vor. Geplant ist ein wandelbares Darlehen in Höhe von 15 Mio. Euro.[19]

Die wefox Gruppe geriet 2026 infolge hochverzinslicher Kreditverträge und strenger Covenants in eine erhebliche Schulden- und Zinsfalle, die im Falle einer weiteren Verschlechterung der Liquiditätslage einen Kontrollverlust zugunsten von Investoren begünstigen könnte.[20]

wefox möchte Zeit kaufen und Probleme verschieben und setzt erneut auf Übernahmen und Skalierung.[21]

Struktur

Das eigentliche Versicherungsgeschäft war unter der Wefox Insurance AG (vormals ONE Versicherung AG) mit Hauptsitz in Vaduz (Liechtenstein) organisiert. Diese wurde zu 90 % durch die Wefox Holding FL gehalten, welche wiederum durch die Wefox Holding AG gehalten wurde.[22]

Der Hauptsitz befindet sich in Zürich.[23]

Kritik

Medienberichten zufolge sind die Gewinne von wefox deutlich geringer als gegenüber Investoren und Öffentlichkeit zuvor angekündigt. Die gesamte Wefox-Gruppe soll 2023 einen Verlust nach Steuern von 141 Mio. Euro verbucht haben, nach 125 Mio. Euro im Vorjahr.[14] Im Zuge einer 2024 notwendig gewordenen weiteren Finanzierungsrunde kommt wefox noch auf eine Bewertung von 500 Mio. Euro, was einer Abwertung um knapp 90 % gegenüber der zuletzt kommunizierten Bewertung von 4,5 Mrd. Euro aus dem Sommer 2022 entspricht.[24]

Zudem gebe es Problem bei der Integration der akquirierten Versicherungsbetriebe.[25] Anfang 2024 trat Gründer Julian Teicke als CEO zurück.[26] Mitte 2024 wurde bekannt, dass die Zerschlagung der Firma droht.[27]

Einzelnachweise

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