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Wehrkirche Schaala

Kirchengebäude in Rudolstadt, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Thüringen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die evangelische Wehrkirche Schaala im Ortsteil Schaala der Stadt Rudolstadt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen liegt von einer Mauer umgeben an einem einst strategisch wichtigen Zugang zum Ort und zum Saaletal.

Wehrkirche Schaala
Gesamtansicht

Geschichte

Die Dorfkirche gehört zu den am besten erhaltenen idealtypischen Wehrkirchen Thüringens, ihr ältester Teil ist aus dem 12. Jahrhundert oder früher. Das Gotteshaus ist eine Chorturmkirche.

Der Sakralbau hat seine Wurzeln in der Romanik. In gotischer Zeit um 1400 wurde die rechteckige Apsis mit ihrem Ostfenster angebaut und der Turm aufgemauert.

Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche 1575 mit dem Anbau des Kirchenschiffes, dem dekorativen, doppelt abgestuften Zinnenkranz und der Spitze des Turmes.

Im 16. Jahrhundert erfolgte der Anbau des Chors. Über das schlichte Langhaus mit zweigeschossigen Emporen wölbt sich eine verputzte spitzbogige Holztonne.

Der Zinnenturm ist mit Schießscharten ausgestattet. Umgeben ist das Gotteshaus mit einer massiven Kirchhofmauer mit Tor.

Altar

Schnitzaltar aus der Saalfelder Schule

Der spätgotische Schnitzaltar stammt aus der Saalfelder Schule aus der Zeit um 1500[1][2]:

Der Mittelschrein zeigt in der Mitte die von Engeln umgebene Maria als Himmelskönigin im Strahlenkranz auf der Mondsichel (das Böse mit dem Fuß niederhaltend) mit dem Jesuskind auf dem linken Arm und mit dem Zepter in der rechten Hand. Links daneben die Heiligen Margarete (mit Krone, Kreuz und Drachen) und Katharina (mit Schwert, Rad und Krone), rechts Scholastika (mit Äbtissinenstab und Buch) und Barbara (mit Turm).

Orgel

Die Orgel aus dem Jahr 1742

Die von 1742 stammende Orgel konnte nahezu original in Werk, Prospekt und Stimmung erhalten werden.[3] Sie hat sieben Register auf einem Manual und Pedal[4] und wurde im Jahr 1993 von Orgelbau Schönefeld aus Stadtilm restauriert.

Geläut

Im Turm der Kirche befinden sich heute zwei Bronze-Kirchenglocken, beide gegossen wohl um 1960 in der Glockengießerei Schilling in Apolda; die Gussjahre sind leider nicht mehr lesbar. Die eine Glocke hat den Schlagton cis", die andere e".[5]

Literatur

  • Udo Hopf: Baugeschichtliche Untersuchung der sogenannten Wehrkirche zu Schaala, in: Burgen und Schlösser in Thüringen 1997, S. 110–118
  • Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 218–219
  • Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Thüringen. München, Berlin, 2003, S. 1069
  • Michael Köhler: Thüringer Burgen. Jena, 2003, S. 247

Einzelnachweise

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