Weißaugenvireo
Art der Gattung Vireo
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Der Weißaugenvireo (Vireo griseus), Syn. Tanagra grisea, Muscicapa noveboracensis, ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]
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Weißaugenvireo | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Vireo griseus | ||||||||||||
| (Boddaert, 1783) |

Der Vogel brütet im Osten der USA von Neuengland westlich bis Missouri und südlich bis Texas und Florida sowie in Ostmexiko, Costa Rica, Panama, auf Kuba und den Bahamas. Die Populationen in den Südstaaten entlang der Golfküste sind Standvögel, die weiter nördlich brütenden sind Zugvögel und überwintern in den Südstaaten, Yucatán, der Karibik und gelegentlich in Costa Rica (an der Karibikküste)[3], Panama (meist küstennah an der Karibikseite von Dezember bis Februar)[4] und als seltener Irrgast in Kolumbien auf San Andrés[5].
Der Lebensraum umfasst Sekundär-, Mangrovenwald, Waldflächen, gebüschige und überwachsene, gerne auch teilzerstörte Flächen (beispielsweise durch Feuer oder Hurrikan) vielfältiger Art.[5][4][6]
Der Artzusatz kommt von lateinisch griseus ‚grau‘.[7]
Merkmale
Die Art ist 11–13 cm groß und wiegt 10–14 g, ein kleiner Vogel mit charakteristischer Kombination von gelbem Augenring und Supraloralstreifen „Brille“ mit weißen Flügelbinden und weißer Kehle. Die Oberseite ist grünlich grau oder olivgrün, der Nacken etwas grauer. Flügel und Schwanz sind gräulich braun mit gelben bis olivfarbenen Rändern, auf den Flügeln finden sich zwei weiße bis gelblich weiße Flügelbinden. Von der Basis des Oberschnabels zieht ein gelber Streifen über und nahezu um das Auge. Ausmaß und Dicke variieren bei den einzelnen Individuen. Der graue Zügel zieht bis zum Auge und unterbricht den Augenring. Die Ohrdecken und Nackenseiten sind grau olivfarben. Die Stirn ist hell grünlich gelb, Scheitel, Nacken und Rücken sind grau, die Schwanzdecken olivgrün, die Steuerfedern bräunlich grau mit olivgrünen Rändern. Die Flugfedern sind graubraun bis grau oliv, die Flügeldecken tragen olivgrüne bis gelblich olivfarbene Ränder. Die Kehle ist weiß. Die Unterseite ist hell bis grau weißlich, an den Flanken gelb. Die Unterschwanzdecken sind grünlich grau mit etwas Gelb. Der Schnabel ist blaugrau bis schwärzlich grau, an der Schneidkante gern bräunlich gelb, der Unterschnabel ist meist heller. Die Iris ist weißlich, seltener bräunlich gefleckt oder leicht grau überhaucht, beim Jungvogel dunkel. Die Füße sind bläulich grau.
Zusammen mit dem Weißaugenvireo kommt in den USA der Braunaugenvireo (Vireo bellii) vor, der kleiner und allgemein grauer ist, eine dunkle Iris aufweist ohne den hellen gelben Streifen oberhalb der Zügel. Im ersten Herbstkleid mit noch dunkler Iris ist eine Verwechslung der beiden Arten möglich, das leuchtendere Gefieder, die deutlichen Flügelbinden und das Gesichtsmuster helfen bei der Unterscheidung. Im Schlichtkleid können ähnliche Arten auf den Karibikinseln und in Mexiko vorkommen. Die vorliegende Art hat heller gelbe Zügel und eine klarer weiße Kehle und als einzige neben dem Jamaikavireo (Vireo modestus) eine weiße Iris. Der Dickschnabelvireo (Vireo crassirostris) hat einen größeren Schnabel, ist insgesamt schwerer und die Iris ist nicht weiß. Der Mangrovevireo (Vireo pallens) ist kleiner und insgesamt weniger farbenprächtig.[5][3][4][6]
Geografische Variation
Es werden folgende Unterarten anerkannt:[6][8][9]
- V. g. griseus (Boddaert, 1783), Nominatform – Mitte und Osten der USA. V. g. noveboracensis (Gmelin, 1789)[10] wird von World Bird Names[8], AviList[9][11][12] mit eingeschlossen, jedoch von „Birds of the World“[6] und von der „Clements Checklist of Birds of the World“[13] als separate Unterart geführt
- V. g. maynardi Brewster, 1887[14] – Südflorida von Key West über die Everglades nördlich bis Tamiami Trail, Kissimmee, sogar bis St. Augustine. Deutlich grauer als V. g. griseus und V. g. noveboracensis, blasser gelbe Flanken, eventuell nur blass olivgelb überhaucht
- V. g. bermudianus Bangs & Bradlee, 1901[15] – Bermuda, Standvogel, grauer an der Oberseite, blasser oliv und gelb an den Flanken, kürzere Flügel, Beine etwas länger
- V. g. micrus Nelson, 1899[16] – Südtexas und Nordosten Mexikos, wie V. g. maynardi aber kleiner
- V. g. perquisitor Nelson, 1900[17] – Osten Mexikos (Nordosten Pueblas und Veracruz), wie V. g. micrus aber kleiner, kürzere Beine, Oberseite gänzlich grünlich olivfarben, Unterseite schmutzig gelblich. Verbreitungsgebiet überlappt sich mit dem des V. g. micrus in Veracruz und Puebla. Mitunter wird die Unterart als eigenständig angesehen und als Vireo perquisitor bezeichnet.[18]
- V. g. marshalli A. R. Phillips, 1991[19] – Höhenlagen San Luis Potosí und Hidalgo Mexikos, dunkler und matter gefärbt, mitunter als Synonym des V. g. perquisitor angesehen.[20][13]
Von Birds of the World[6] wird der Vireo griseus perquisitor (Veracruz) als separate Unterart aufgeführt, alle anderen als (polytypische) Vireo griseus-Gruppe.
Es wurden Hybride zwischen dem Schwarzkopfvireo (Vireo atricapilla) und dem Weißaugenvireo Vireo atricapilla x griseus nachgewiesen.
Stimme
Die Lautäußerungen des Männchens werden als sehr variationsreich beschrieben, bestehend aus einer schnellen Folge von Tönen meist auf ein scharfes „chip“ endend wie „chik, ka-di-deeer-ka-chik!“. Insgesamt lassen sich sechs typische Gesangsformen unterscheiden, meist kurz, nur für 1 Sekunde, meist aus 6 bis 10 Tönen bestehend.[3][4] [6][21]
Lebensweise
Die Unterarten V. g. maynardi, V. g. bermudianus, V. g. micrus und V. g. perquisitor sind Standvögel. Die übrigen sind Teilzieher, V. g. noveboracensis verlässt sein Brutgebiet vollständig. Der Frühlingszug findet von Mitte März bis Mitte Mai statt, der Herbstzug von Mitte September und Mitte Oktober.
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, hauptsächlich Schmetterlingslarven und Spinnentiere, seltener auch kleine Früchte und Beerenobst außerhalb der Brutsaison.
Die Brutzeit liegt zwischen März (in Texas) und Mai (in Wisconsin) bis Juni (in Virginia). Das Gelege besteht aus 3–4, seltener 5 Eiern. Die Eiablage erfolgt früh morgens, jeweils eines, wenige Tage, nachdem das Nest fertig angelegt wurde.[6]
Gefährdungssituation
Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[22]
Literatur
- P. Boddaert: Tanagra grisea. In: Table des planches enluminéez d'histoire naturelle de M. D'Aubenton, 1783, Biodiversity Library
Weblinks
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Weißaugenvireo (Vireo griseus)
- Weißaugenvireo (Vireo griseus) auf eBird.org
- BirdLife International: Species Factsheet – White-eyed-vireo (Vireo-griseus)
- Weißaugenvireo auf oiseaux.net (französisch)
- Macaulay Library
- Vireo griseus im Integrated Taxonomic Information System (ITIS). Abgerufen am 25. Januar 2026.
- Weißaugenvireo auf Briefmarken