Weiler an der Zaber
Ortsteil von Pfaffenhofen, Baden-Württemberg, Deutschland
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Weiler an der Zaber ist ein Dorf im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg, das seit 1972 zu Pfaffenhofen gehört.
Weiler an der Zaber Gemeinde Pfaffenhofen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 3′ N, 8° 57′ O |
| Höhe: | 212 m ü. NN |
| Fläche: | 8,46 km² |
| Einwohner: | 590 (2022)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 70 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 74397 |
| Vorwahl: | 07046 |
Weiler aus der Luft von Südwesten, 1985 | |
Geschichte
1188 wird ein castrum (dt.: Burg) Wiliberch in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien, in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Konrad und Alfons Tochter Berengaria vereinbart wurde, erwähnt. Diese Burg, die bei Weiler an der Zaber vermutet wird,[2] gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. Allerdings wurde diese Ehe niemals in die Praxis umgesetzt.
Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung von Weiler erfolgte in einer Urkunde vom 5. März 1122 in der Graf Boppo von Laufen (Lauffen / N) dem von seinem Bruder, Erzbischof Bruno von Trier, gegründeten Stift Odenheim "die halbe Kirche in Weiler" schenkte. Die Jahreszahl dieser Urkunde ist allerdings falsch. Da der in der Rekognitionszeile dieser Urkunde genannte Kanzler Philipp erst seit September 1122 (D H V. †241) rekognoszierte (Philippus cancellarius recognovi vice Adelberti Mogontini archicancellarii), kann die Urkunde die D H V. 252 nicht am 5. März 1122 ausgestellt worden sein: Das Inkarnationsjahr ist daher in 1123 zu korrigieren. Hintergrund für die Korrektur der Datierung von D H V. 252 auf den 5. März 1123 ist zudem einerseits, dass dem Notar Heinrich ein gleiches Missgeschick schon kurz zuvor in D H V. 247 vom 23. Januar 1123 passiert war. Andererseits passt der Fehler der falschen Angabe der 13. Indiktion nur ins Frühjahr 1123: Ab D H V. 238 vom 2. Juni 1122 verwendete die falsche Indiktion XIII, so dass dies als regelrechtes Diktatmerkmal des Notars anzusehen ist. Bis D H V. †237 von 1122 Mai 27 hatte er die richtige 15. Indiktion verwendet, weshalb auch aufgrund dieses Fehlers eine Einordnung von D H V. 252 ins Jahr 1122 ausscheidet.
Im 14. Jahrhundert fiel Weiler durch den Verkauf von Speyerer Gütern im Zabergäu an Württemberg.
Eine massive Kirche befand sich spätestens seit 1300 im Ort, aus dieser Zeit stammt noch das Untergeschoss der heutigen Kirche. Der Bauernführer Anton Eisenhut war Pfarrer in Weiler. Eine Schule ist in Weiler seit 1574 nachgewiesen. Der Ort war bis in die jüngste Vergangenheit ausschließlich landwirtschaftlich geprägt.
Durch die Folgen des Dreißigjährigen Krieges und der nachfolgenden kriegerischen Auseinandersetzungen verarmte die Gemeinde so sehr, dass sie von 1698 bis 1751 große Not hatte, ihre beschädigte Kirche wieder in Ordnung zu bringen. Auch der Erste und Zweite Weltkrieg gingen an der Gemeinde nicht spurlos vorüber. 1939 wurden 309 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 353.[3] Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, verstärkt jedoch nach der Währungsreform 1948, machte sich die Einwohnerschaft daran, die im Krieg zwangsläufig vernachlässigte Gebäudesubstanz zu verbessern und zu erneuern. Verstreut über den ganzen Ort entstanden vereinzelt neue Wohngebäude. Im Jahr 1956 wurde das Neubaugebiet „Schenken“ ausgewiesen.
Am 1. Januar 1972 erfolgte die Eingemeindung von Weiler nach Pfaffenhofen.[4]
Bauwerke und Sehenswürdigkeiten
- Die Kirche zum heiligen Kreuz ist eine evangelische Pfarrkirche. Ihr Kirchturm stammt noch aus der Zeit der frühen Gotik, das Kirchenschiff wurde 1751 erneuert und 1767 mit spätbarocken Gemälden des Prager Künstlers Johannes Stiegler ausgemalt. Vor der Kirche befindet sich ein 1921 eingeweihtes Kriegerdenkmal von Albert Volk.[5]
- Das Alte Rathaus wurde kürzlich saniert. Der Platz vor dem Backhaus wurde bereits erneuert.
- Der Dorfbrunnen wurde 1996 errichtet.
- Evang. Pfarrkirche zum heiligen Kreuz
- Ehemaliges Rathaus der Gemeinde Weiler an der Zaber
- Dorfbrunnen
Persönlichkeiten
- Gottlob Bilger (1876–1971), Landwirt und Abgeordneter (CSVD)
Literatur
- Weiler. In: Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Brackenheim (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 55). H. Lindemann, Stuttgart 1873, S. 438–442 (Volltext [Wikisource]).

