Weingut Zumstein
deutsches Weingut in Bad Dürkheim im Weinbaugebiet Pfalz
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Das Weingut Zumstein ist ein deutsches Weingut in Bad Dürkheim im Weinbaugebiet Pfalz. Es ist Mitglied des Vereins Bioland. Große Teile seines Gebäudeensembles stehen unter Denkmalschutz. Unter anderem enthält es den längsten Felsenkeller in der Pfalz.[1]
| Weingut Zumstein | ||
|---|---|---|
Wohngebäude des Weinguts Zumstein im November 2016 aus nordöstlicher Richtung, im Vordergrund die Bundesstraße 37 | ||
| Daten | ||
| Ort | Bad Dürkheim | |
| Architekt | Theodor Brofft (Wohnhaus) | |
| Bauherr | Johann Georg Zumstein II | |
| Bauherrin | Familie Zumstein | |
| Baustil | Spätbarock (Gutsgebäude), Spätklassizismus (Wohnhaus) | |
| Baujahr | um 1787 (Gutsgebäude) 1858–1859 (Wohnhuas) | |
| Koordinaten | 49° 27′ 36,1″ N, 8° 9′ 38,8″ O | |
Lage
Die historische Gutsvilla mit der Hausnummer 45 steht am Ostrand des Pfälzerwald nahe dem Stadtkern von Bad Dürkheim auf der Südseite der Kaiserslauterer Straße.[2] Unmittelbar östlich verlaufen die Isenach und die Bundesstraße 37. Es ist der Bereich der Kreuzung von Kaiserslauteter Straße und B 37 gegenüber dem Hauptfriedhof von Bad Dürkheim.
Gebäude

Ihre historischen Gutsgewölbe, das alte Kelterhaus, die 600 Jahre alte Ölmühle sowie das Kreuzgewölbe sind öffentlich zugänglich. Drei der Gutsgebäude, die um 1787 im Stil des Spätbarock gehalten und die im 19. und 20. Jahrhundert architektonische Veränderungen durchmachten, und das anspruchsvolle, in den Jahren 1858 und 1859 unter Regie des Frankfurter Architekten Theodor Brofft entstandene zweieinhalbgeschossige spätklassizistische Wohnhaus mit Walmdach sind im Denkmalverzeichnis Kreis Bad Dürkheim verzeichnet. Ebenfalls denkmalgeschützt ist eine um 1840 entstandene Steintafel an der Scheune mit der Angabe von 6 Stunden für die Entfernung zwischen Kaiserslautern und Dürkheim. Das sind sechs Wegestunden zu Fuß beziehungsweise etwa 30 Kilometer.[3]
Geschichte
Der Grundstein für das gegenwärtige Weingut wurde 1415 gelegt, das zu dieser Zeit eine Ölmühle mit Nagelschmiede war. Diese und einige benachbarte Mühlen wurden ab 1760 von Johann Georg Zumstein aufgekauft.[4] Seine Familie stammte aus Arosa, die wie viele andere Schweizer Familien während der frühen Neuzeit über das Elsass in die Kurpfalz einwanderte, die im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs großteils entvölkert war. Das Weingut gründete er im Jahr 1765 und gab ihm damit den Namen.[5][6] Im Jahr 1860 legte Johann Georg Zumstein II den heutigen Felsenkeller an. Basierend auf dem wirtschaftlichen Erfolg, den die Familie mit dem Weingut hatte, wurde die Gutsvilla neu gebaut, die Sitz des Weinguts ist. In dem Felsenkeller fanden im Zweiten Weltkrieg Einwohner Schutz in den zwei Röhren, die beide jeweils 100 Meter tief in den Berg eingegraben wurden. Mittlerweile dient dieser mit einer konstanten Temperatur von 12 °C der Kühlung der Weine im Gärungsprozess und ist öffentlich zugänglich.
Wegen fehlender Nachfolge in der Familie wurde das Weingut 1988 an den Winzermeister Dirk Renzelmann verkauft, der daraufhin im Felsenkeller die Infrastruktur modernsierte.[7]
Nachhaltige Bewirtschaftung
Seit 2010 wurden die Weinberge auf nachhaltige Bewirtschaftung und organische Düngung umgestellt. Dazu gehören die Zufuhr von Gesteinsmehl, Begrünung der Weinlagen zur natürlichen Kultivierung der Böden, Laubarbeiten für natürliche Düngung oder sensitiv eingesetztes Bespritzen der Reben mit ausschließlich quelleigenem saurem Wasser. Seit 2020 ist das Weingut Zumstein mit dem Bio-Gütesiegel zertifiziert und Mitglied im Verbund Bioland.[8]
Weine

Das Weingut liegt an der Deutschen Weinstraße in Bad Dürkheim im Weinbaugebiet Pfalz. Mit Weinlagen Bad Dürkheims, Leistadts und Wachenheims werden auf eigenen Weinbergen unter anderem folgende Rebsorten angebaut: Dornfelder, Cabernet Dorio, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir, Riesling, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Portugieser und Gewürztraminer. Das Weingut produziert Schaumweine, Roséweine, Weißweine und Rotweine. Alle Weine sind mittlerweile bio-zertifiziert.
Literatur
- Georg Peter Karn, Rolf Mertzenich: Kreis Bad Dürkheim. Stadt Bad Dürkheim, Gemeinde Haßloch, Verbandsgemeinden Deidesheim, Lambrecht, Wachenheim (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 13.1). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1995, ISBN 3-88462-119-X.
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim (PDF; 5,1 MB). Mainz 2024.
