Weiße Nächte (Dostojewski)
Novelle von Fjodor Dostojewski
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Weiße Nächte (russisch Белые ночи) (auch Helle Nächte[1][2]) ist eine Novelle des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski, die erstmals 1848 unter dem Originaltitel Белые ночи. Сентиментальный роман (Из воспоминаний мечтателя) (russ. für Weiße Nächte. Ein gefühlvoller Roman (Aus den Memoiren eines Träumers)) erschien. Sie handelt von einem Außenseiter, der einer jungen Frau begegnet, in die er sich verliebt und mit der er sich an vier Abenden trifft.

Handlung
Ein junger Mann trifft eines Nachts in Sankt Petersburg ein weinendes 17-jähriges Mädchen namens Nastenka. Voller Mitleid spricht er sie an, woraus eine Freundschaft und im Laufe der folgenden Nächte eine zarte Liebe entsteht.
Sie treffen sich jede Nacht am selben Ort zur gleichen Zeit und sprechen über ihr bisheriges Leben. Er erzählt ihr von seinem einsamen Leben als Träumer, sie ihm von einer bis jetzt unerfüllten Liebe zu einem ehemaligen Untermieter ihrer Großmutter, mit dem sie damals weglaufen wollte. Allerdings reiste dieser für ein Jahr nach Moskau und wollte zuerst Geld verdienen, um ihr ein angenehmes Leben als seine Frau bieten zu können. Noch immer wartet sie voller Sehnsucht auf dessen versprochene Rückkehr.
Der junge Mann und Nastenka lernen sich in der Zwischenzeit immer besser kennen und schließlich lieben. Doch während seine Liebe immer stärker wird, steht sie vor der Entscheidung zwischen den beiden Männern.
Der Roman endet mit der Rückkehr von Nastenkas Verehrer, für den sie sich schließlich entscheidet. Anschließend schickt sie dem Erzähler einen Brief und bittet darin um Verständnis. Der Enttäuschte sieht sich einem trostlosen, einsamen Leben entgegengehen, hegt aber dennoch keinen Groll gegen Nastenka.
Adaptionen
Verfilmungen
- 1934: Peterburgskaja notsch (Frz. La Nuit de Saint-Petersbourg/Nuits blanches), Grigori Lwowitsch Roschal und Wera Pawlowna Strojewa, UdSSR[3][4]
- 1957: Weiße Nächte (Le notti bianche), Luchino Visconti, Italien
- 1959: Belyje Notschi (Белые ночи), Iwan Alexandrowitsch Pyrjew, UdSSR
- 1962: Le notti bianche, Vittorio Cottafavi, TV, Italien[5]
- 1964: Helle Nächte, Wilhelm Semmelroth, TV, Deutschland[6]
- 1971: Vier Nächte eines Träumers (Quatre Nuits d’un Rêveur), Robert Bresson, Frankreich
- 1973: Noites Brancas, Zbigniew Ziembinski, TV, Brasilien[7]
- 1975: L’Assassin musicien, Benoît Jacquot, Frankreich
- 1992: Belyje Notschi, Leonid Kvinikhidze, Russland[8]
- 2001: Belye Noci, CZ
- 2005: White Nights, Alain Silver, USA[9]
- 2007: Saawariya, Sanjay Leela Bhansali, Indien
- 2009: Le notti bianche, Christian Patanè, Italien (Kurzfilm)[10]
- 2009: The Seducer, John C. Koch, USA[11]
- 2011: Venice Shore Nights, Timothy Welch, USA[12]
- 2016: Белые ночи (Weiße Nächte), Tatjana Woronetzkaja + Andreij Bogatirew, Russland
Oper
- 1929: Weiße Nächte (Eric Paul Stekel)
Trivia
Das Werk findet in Jacqueline Harpmans dystopischem Roman Ich, die ich die Männer nicht kannte Erwähnung. Die Hauptfigur findet, nach einer Wanderung durch eine verwüstete Welt, eine Ausgabe des Buches in einer unterirdischen Behausung, in der sie wohnen bleibt.[13]
Literatur
- Fjodor Dostojewskij: Weiße Nächte. Aus den Erinnerungen eines Träumers. In deutscher Übersetzung von A. Eliasberg. Mit Original-Holzschnitten von K. Rössing, Orchis-Verlag, München 1923.
- Fjodor Dostojewski: Weiße Nächte. Ein empfindsamer Roman (Aus den Erinnerungen eines Träumers). Übersetzt von Hermann Röhl. Anaconda, Köln 2007, ISBN 978-3-86647-181-8.
- Fjordor Dostojewski: Weiße Nächte. Eine Liebesgeschichte. Aus dem Russischen von Hermann Röhl. Insel-Verlag, Leipzig 1924. Neuausgabe Insel Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-458-19537-5.