Weißschwanz-Riesenratte

Art der Gattung Mosaikschwanz-Riesenratten (Uromys) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Weißschwanz-Riesenratte (Uromys caudimaculatus) ist ein in der Region Australis verbreitetes Nagetier in der Gattung der Mosaikschwanz-Riesenratten. Sie zählt innerhalb der Gattung zu einer Untergattung mit fünf anderen Arten, die ebenfalls Uromys heißt.[1]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Weißschwanz-Riesenratte

Weißschwanz-Riesenratte (Uromys caudimaculatus)

Systematik
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
Tribus: Hydromyini
Uromys-Gruppe
Gattung: Mosaikschwanz-Riesenratten (Uromys)
Art: Weißschwanz-Riesenratte
Wissenschaftlicher Name
Uromys caudimaculatus
(Krefft, 1867)
Schließen

Taxonomie und Verbreitung

Verschiedene Populationen besitzen abweichende Chromosomen, was zur Anerkennung neuer Arten führen könnte. Vorläufig werden zwei Formen als Unterarten geführt.[2]

Merkmale

Wie aus dem Namen erkennbar, ist die Art mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 204 bis 382 mm, einer Schwanzlänge von 206 bis 262 mm und einem Gewicht von 400 bis 900 g ein sehr großes rattenähnliches Tier. Es sind 34 bis 80 mm lange Hinterfüße und 20 bis 40 mm lange Ohren vorhanden. Die Oberseite ist mit recht kurzem borstigem Fell bedeckt, in das einige längere Deckhaare eingemischt sind. Die Haare sind graubraun mit rötlicher Spitze, was ein gesprenkeltes Aussehen erzeugt. So erscheint der Rücken graubraun bis rehkitzfarben. An den Flanken wird das Fell grauer. Zur weißlichen oder gelblichen Unterseite besteht eine deutliche Grenze. Auf der weißen Oberseite der Füße kann sich ein brauner Strich oder Fleck befinden. Verglichen mit anderen Gattungsvertretern sind die Füße allgemein schmaler. Der Kopf ist durch abgerundete, nackte und graue Ohren sowie durch lange Vibrissen gekennzeichnet. Der nackte Schwanz kann je nach Exemplar im vorderen Bereich dunkel und an der Spitze weiß sein, oder der vordere Teil ist auch unterseits hell. Verglichen mit der Emma-Riesenratte (Uromys emmae) ist der Schnauzenteil (Rostrum) am Schädel schmaler und die Hirnschale ist im Vergleich zur Queensland-Riesenratte (Uromys hadrourus) weniger abgeplattet. Die vier Zitzen der Weibchen im Leistenbereich sind paarig angeordnet. Im Verdauungstrakt wurden verschiedenen Fadenwürmer und im Fell Milben registriert. Der diploide Chromosomensatz enthält in Australien 46 und auf Neuguinea 48 Chromosomen (2n=46/48).[2]

Lebensweise

Das Tier lebt im Flach- und Bergland bis 1920 Meter Höhe und bewohnt tropische Regenwälder, Wälder mit Hartlaubgewächsen, Sümpfe und Mangrove. Manchmal werden offenere Wälder mit Myrtenheiden oder anderen Bäumen und Sträuchern besucht. Die meist nachtaktive Weißschwanz-Riesenratte ruht am Tage in Baumhöhlen, die oft 10 Meter über dem Grund liegen. Selten werden Krabben bei Tageslicht gefangen. Allgemein nimmt dieser Allesfresser Früchte, Baumrinde, Nüsse, Insekten, kleine Reptilien, Frösche und Vogeleier zu sich. Da das Gebiss kräftiger als bei der Queensland-Riesenratte ist, kann das Tier Früchte mit härterer Schale knacken. Dazu zählen Früchte von Beilschmiedia bancroftii und Endiandra insignis (beide Lorbeergewächse) oder von Athertonia diversifolia. Gelegentlich werden Pflanzensamen hinter einem umgefallenen Baum oder unter einer Laubschicht versteckt. Diese Stelle kann 60 Meter vom besuchten Baum entfernt liegen. Manche große Käfer werden aus halb verrotteten Stämmen oder Ästen gekratzt. Wenn das Nagetier Früchte von Pangium edule, Schraubenbäumen oder Kokosnüsse sammelt, wird es als Schädling betrachtet.[2]

Die Weißschwanz-Riesenratte ist ein geschickter Kletterer und kann Feinde am Geruch erkennen. In manchen Monaten hält sie trotzdem keinen Abstand. Neben Baumhöhlen werden Erdlöcher und auf Neuguinea auch Höhlen als Versteck genutzt. Weibchen mit Jungtieren wurden zusätzlich in Tunneln gefunden. Männchen und Weibchen leben außerhalb der Paarungszeit getrennt. Das Revier ist mindestens 4 Hektar groß und die Länge von Wanderungen liegt allgemein bei 500 Metern. In den Überlappungsbereichen der Territorien kann es zu Aggressionen kommen. Daten zur Fortpflanzung liegen hauptsächlich aus Australien vor, wo die Paarungen im September oder Oktober beginnen und während der Regenzeit im November und Dezember am häufigsten auftreten. In dieser Zeit resultieren Begegnungen zwischen Männchen in Kämpfen. Nach etwa 36 Tagen Trächtigkeit werden meist zwei oder drei unselbstständige Nachkommen geboren. Bei den seltenen Ausflügen halten sich die Jungtiere an den Zitzen fest. Kommt das Weibchen dabei in Gefahr, können sie während der Flucht abfallen. Nach etwa drei Monaten bei einem Gewicht von 250 bis 300 g werden die Jungtiere selbstständig. Mit etwa vier Jahren ist die gewöhnliche Lebensdauer recht hoch. Auf Neuguinea enthält ein Wurf manchmal nur ein Neugeborenes.[2]

Gefährdung

Für diese recht anpassungsfähige Mosaikschwanz-Riesenratte sind keine Bedrohungen bekannt. Die IUCN listet die Art als nicht gefährdet (least concern).[3]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI