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Wenecja (Morąg)

Siedlung in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Wenecja (deutsch Venedien) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Stadt-und-Land-Gemeinde Morąg im Powiat Ostródzki.

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Wenecja
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Wenecja (Polen)
Wenecja (Polen)
Wenecja
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ostróda
Gmina: Morąg
Geographische Lage: 53° 52′ N, 19° 51′ O
Einwohner: 228 (2021[1])
Postleitzahl: 14-300
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOS
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Morąg/DW 527 – Jędrychówko – Kudypy → Wenecja
Wilamowo/DW 519 ↔ Słonecznik – Bożęcin – Bramka
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig
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Geographische Lage

Wenecja liegt im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, acht Kilometer südlich der Stadt Morąg bzw. 18 Kilometer nordwestlich der Kreismetropole Ostróda.

Geschichte

Ortsgeschichte

Das seinerzeitige Venedye wurde im Jahre 1336 gegründet, als der Oberste Trappier und Komtur von Christburg Hartung von Sonnenborn dem Dorf und seinem Lokator Walther die Handfeste erteilte.[2] Es bestand dann aus einem großen Gut, dazugehörigen Höfen und einer Försterei.[3] Zum Gut gehörte auch ein entsprechend großer Park, eine Windmühle und eine Ziegelei. Nach 1336 hieß das Dorf Venedie, vor 1785 Wenedig, um 1785 Venedig, nach 1820 Venedien.

Das Gut Venedie mit einer Größe von 1375 Hektar wurde 1466 dem Schatzmeister von Stuhm Thomas von Venediger verliehen.[4] In seiner Familie blieb der Besitz bis 1716, als er von Rudolf von Glaubnitz erworben wurde.

Im Jahre 1785 wurde Wenedig als adliges Vorwerk und Dorf mit einer Kirche 33 Feuerstellen genannt, im Jahre 1820 als adliges Dorf mit 30 Feuerstellen bei 220 Einwohnern und im Besitz des Hauptmanns von Polenz.[5] Das Gut ging 1791 in das Eigentum von Major von Radecke über, von dem es 1861 die Brüder Traugott und Ludwig von Lücken aus Mecklenburg erwarben.[4]

Am 30. Juli 1874 wurde Venedien Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Mohrungen, Regierungsbezirk Königsberg.[6] Eingegliedert waren zunächst nur der Gutsbezirk mit Vorwerken und die Landgemeinde Venedien.

Im Jahre 1885 erbte eine ihrer Töchter den Besitz, die in die Familie Treusch Freiherr von Buttlar-Brandenfels eingeheiratet hatte.[4]

Am 30. September 1928 verlor der Gutsbezirk Venedien seine Eigenständigkeit in die Landgemeinde Venedien eingemeindet.[6] Die Einwohnerzahl der auf diese Weise neu formierten Gemeinde belief sich im Jahre 1933 auf 466 und im Jahre 1939 auf 439.[7] Einbezogen waren auch die bisher zum Gut gehörenden Vorwerke Hechtwinkel, Mahrau, Steenkenwalde und Wolla.[5]

Letzter deutscher Besitzer auf Venedien war Burkhard Freiherr von Buttlar,[4] als 1945 das gesamte südliche Ostpreußen in Kriegsfolge an Polen fiel. Venedien erhielt die polnische Namensform „Wenecja“. Das Dorf ist heute eine Ortschaft in der Stadt-und-Landgemeinde Morąg im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Wenecja zählte im Jahre 2021 228 Einwohner.[1]

Amtsbezirk Venedien (1874–1945)

Zum Amtsbezirk Venedien gehörten:[6][8]

Weitere Informationen Deutscher Name, Polnischer Name ...
Deutscher NamePolnischer NameAnmerkungen
Venedien (LG)Wenecja
Venedien (GB) mit:
Hechtwinkel, Mahrau,
Steenkenwalde und Wolla
1928 in die Landgemeinde Venedien eingegliedert
ab 1898:
Kuhdiebs
Kudypyvorher im Amtsbezirk Himmelforth,
1928 in die Stadtgemeinde Mohrungen eingegliedert
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Religion

Kirchengebäude

Das einstige Venedien war ein altes Kirchdorf. Wann hier eine Kirche gebaut worden ist, ist nicht belegt. Doch am 17. April 1817 traf ein Blitzschlag das Venediener Kirchengebäude, und ein verheerendes Feuer legte es in Schutt und Asche.[9][10] Lediglich der freistehende Glockenstuhl mit zwei Glocken blieb erhalten.

Die Kirche wurde nicht wieder aufgebaut. Venedien wurde Kirchspielort von Sonnenborn, doch blieb der Doppelname beider Kirchengemeinden aus vorheriger Zeit erhalten.

Evangelische Kirchengemeinde

Eine Kirchengründung erfolgte in Venedien im Jahre 1336.[11] Seit der Reformation war sie lutherisch ausgerichtet, und spätestens seit dem beginnenden 18. Jahrhundert mit der Kirchengemeinde in Sonnenborn verpartnert, wobei Sonnenborn der Pfarrsitz war.

Kirchspielorte von Venedien waren neben dem Kirchort die Dörfer Hechtwinkel, Mahrau und Wolla.[11]

Nach dem Brand der Kirche im Jahre 1817 blieb die Kirchengemeinde Venedien nur noch nominell in dem bisherigen Doppelnamen Sonnenborn-Venedien als vereinigte Kirchengemeinden erhalten. Die Kirchspielorte wurden mit Venedien in Sonnenborn eingepfarrt. Das Kirchenpatronat für Venedien versah der Gutsbesitzer des Ortes.[11] Im Jahre 1925 zählte man 395 Gemeindeglieder in Venedien bei 2.287 in der Gesamtgemeinde. Sonnenborn-Venedien waren bis 1945 Teil des Kirchenkreises Mohrungen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Flucht und Vertreibung im Zusammenhang des Zweiten Weltkriegs beendeten das kirchliche Leben der evangelischen Gemeinde vor Ort. Heute hier lebende Gemeindeglieder gehören zur Kirchengemeinde in der Stadt Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Römisch-katholische Gemeinde

Die römisch-katholischen Einwohner Venediens gehörten vor 1945 zur Pfarrei St. Joseph in der Stadt Mohrungen im Dekanat Pomesanien im damaligen Bistum Ermland. Heute ist die früher evangelische Kirche in Słonecznik die zuständige Pfarrkirche. Sie gehört zum Dekanat Morąg im jetzigen Bistum Elbląg.

Verkehr

Wenecja ist sowohl von der Woiwodschaftsstraße 527 (frühere deutsche Reichsstraße 133) als auch von der DW 519 direkt zu erreichen: von Morąg über Jędrychówko und Kudypy bzw. von Wilamowo in Richtung Słonecznik und Bramka.

Wenecja verfügt über keine Bahnanbindung. Von 1909 bis 1992 war die nächstliegende Bahnstation Kuhdiebs resp. Morąg Kudypy und lag an der Bahnstrecke Osterode–Liebemühl–Mohrungen–Liebstadt–Wormditt, die nicht mehr existiert.

Persönlichkeiten

  • Georg von Venediger (?–1574), lutherischer Theologe und Reformator, Bischof von Pomesanien, wurde in Venedien unbekannten Datums geboren
  • Ludwig von Lücken (1831–1885), deutscher Rittergutsbesitzer, ab 1861 auf Venedien, und Parlamentarier, verstarb am 21. Juli 1885 auf Venedien

Einzelnachweise

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