Wepa Group
Hersteller von Hygienepapieren mit Sitz in Arnsberg-Müschede
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Die Wepa Gruppe (Eigenschreibweise WEPA) ist ein europaweit tätiges Familienunternehmen und Hersteller von Hygienepapieren.[3] Die WEPA Hygieneprodukte GmbH ist das Mutterunternehmen und hat ihren Hauptsitz in Arnsberg-Müschede.[2]
| WEPA Hygieneprodukte GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1948 |
| Sitz | Arnsberg, |
| Leitung | Geschäftsführer (Januar 2026)
|
| Mitarbeiterzahl | 4.155 (durchschnittlich im Jahr 2024)[2] |
| Umsatz | knapp über 1,8 Mrd. Euro[2] |
| Branche | Hygienepapierhersteller |
| Website | www.wepa.eu |
| Stand: 31. Dezember 2024 | |

Geschichte
Im Jahr 1948 wurde Wepa (Westfälische Papierfabrik) durch Paul Krengel als Großhandel für Schrank-, Einschlag- und Geschenkpapier gegründet. Erst 1953 begann die Verarbeitung von Hygienepapieren in Arnsberg. 1958 startete mit dem Bau der ersten Papiermaschine für Krepppapiere in Müschede die eigene Papiererzeugung.[4][5]
Mit dem Bau des Werkes in Marsberg-Giershagen begann 1963 die Weiterverarbeitung des hergestellten Papiers. 1980 startete das Unternehmen mit der Entwicklung der ersten Handelsmarken, diese bildeten seit den 1980er-Jahren einen Schwerpunkt des Unternehmens.[6]
2001 übernahm Wepa die Kriepa GmbH in Kriebethal (heute Wepa Sachsen),[5] wo bereits seit 1990 ein Joint Venture mit der Papierfabrik Kübler & Niethammer bestanden hatte.[7] Weil Wepa-Produkte wie Toilettenpapiere beim Transport viel Volumen bei einem vergleichsweise geringen Preis einnehmen, wurden aus Rentabilitätsgründen weitere Standorte in Europa errichtet, um die Transportstrecken geringer zu halten.[6]
Anfang der 1980er-Jahre stiegen Paul Krengels vier Söhne Paul junior, Wolfgang, Joachim und Martin Krengel als Kommanditisten in das seit 1960 als „Wepa Papierfabrik P. Krengel K.G.“ tätige Unternehmen ein,[8] in der Folge übernahmen sie die Firmenleitung.[9][6]
Ab dem Jahr 2004 wurde das Unternehmen erweitert. So gründete Wepa das Joint-Venture GC & Wepa S.L. in Ejea de los Caballeros (Spanien) und übernahm die Mehrheitsanteile am polnischen Hygienepapierhersteller Fabryka Papieru Piechowice SA (heute Wepa Piechowice) und das Mainzer Werk von Kimberly-Clark.[5] Ab 2008 wurden außerdem die Betriebsstätten des italienischen Wettbewerbers Kartogroup in Italien (Lucca und Cassino), Deutschland (Leuna) und Frankreich (Lille) in die Wepa-Gruppe integriert.[10] Weil Kartogroup fast so groß wie Wepa und überdies insolvent war, galt die Übernahme als eher riskant, zumal es in dieser Zeit zur Weltfinanzkrise kam. Unter diesen Aspekten kam es 2010 zu einer Zusammenarbeit mit der Investmentgesellschaft Pamplona Capital, die aber aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über Unternehmensführung bald darauf wieder beendet wurde. Auch ohne Investmentgelder gelang in der Folge die Integration von Kartogroup.[6]
2015 verkaufte Wepa die Anteile am spanischen Joint Venture und kaufte einen weiteren Standort in Troyes (Frankreich) hinzu.[11] Zwei Jahre später wurde mit der Übernahme des Familienunternehmens Van Houtum ein Standort in Swalmen (Niederlande) für die Herstellung von Produkten des Away-from-Home-Bereichs übernommen.[5][12]
2018 übernahm Wepa alle Anteile des 2014 gegründeten Joint Ventures UK Northwood & Wepa LTD. Bridgend (heute Wepa UK).[5]
Im Jahr 2019 erweiterte Wepa mit dem Erwerb des Werkes Greenfield in Château-Thierry (Frankreich) seine Standorte. Wepa Greenfield produziert ausschließlich von der Druckfarbe gereinigte Recyclingfasern (DIP).[13] Während der COVID-19-Pandemie ab Frühjahr 2020 erhöhte sich die Nachfrage nach Toilettenpapier und die Produktion wurde zeitweise auf ein Basisprodukt standardisiert, sodass die Maschinen ohne Umstellung des Programmes laufen und die hohe Nachfrage gedeckt werden konnte.[14]
Seit 2021 ist Andreas Krengel neben seinem Vater Martin Krengel Teil der Geschäftsführung.[15] In der Globalen Energiekrise um 2022 musste die Produktion zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte aufgrund der hohen Energiepreise teilweise stillstehen.[16] 2023 akquirierte die Geschäftseinheit Wepa Professional das Familienunternehmen Star Tissue UK, einen britischen Anbieter von Hygienepapier mit Sitz in Blackburn, Lancashire (heute Wepa Professional UK Ltd).[17]
Am Standort in Bridgend in Wales investiert Wepa seit 2025 in eine neue Papiermaschine, zwei neue Verarbeitungslinien sowie eine Komplettmodernisierung der Palettierung.[18]
Unternehmensstruktur
Die Wepa-Gruppe besteht aus einer Reihe von Unternehmen, wobei die Wepa SE als Mutterkonzern für rund 20 nationale und internationale Tochtergesellschaften fungiert.[19] Der Hauptsitz und zugleich ein Großteil der Verwaltung der Wepa-Gruppe befindet sich im sauerländischen Arnsberg-Müschede.[20] Das Familienunternehmen ist im Besitz der Familie Krengel.[6]
Über die sogenannte Wepa Academy bietet das Unternehmen u. a. berufliche Fortbildungen und Sprachkurse für seine Mitarbeiter an.[21]
Standorte und Produktionsstätten


An vierzehn Standorten in sechs europäischen Ländern werden Werke betrieben (Stand 2025):[18]
- Arnsberg-Müschede, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
- Marsberg-Giershagen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
- Kriebstein-Kriebethal, Sachsen, Deutschland
- Leuna, Sachsen-Anhalt, Deutschland
- Mainz, Rheinland-Pfalz, Deutschland
- Lille, Frankreich
- Troyes, Frankreich
- Château-Thierry, Frankreich
- Bridgend, Großbritannien
- Blackburn, Großbritannien
- Cassino, Italien
- Lucca, Italien
- Swalmen, Niederlande
- Piechowice, Polen
Produkte und Marken
Die Wepa-Gruppe stellt unterschiedliche Formen von Hygienepapier für den Lebensmitteleinzelhandel und Fachhandel her, darunter Toilettenpapier, Taschentücher, Küchentücher, Handtuchpapier, Kosmetiktücher, Servietten, Centerfeedrollen, Putzrollen und Ärzterollen; zudem bietet die Wepa-Gruppe Spendersysteme und Waschraumausstattungen an. Toilettenpapier macht nach Angaben von 2020 den größten Anteil am Umsatz aus.[22]
Das Unternehmen erreicht nach Angaben von 2023 im Bereich Hygienepapier 25 % des Marktanteils in Deutschland und 8 % in Europa.[23] Die 22 Papiermaschinen bieten eine Produktionskapazität von 850.000 Tonnen, die an über 80 Verarbeitungsautomaten zu den verschiedenen Formen von Hygienepapier verarbeitet werden.[24]
Die hergestellten Hygienepapiere vertreibt Wepa im Consumer-Bereich überwiegend als Handelsmarken an den europäischen Lebensmitteleinzelhandel.[25] Neben diesen Handelsmarken vertreibt Wepa auch eigene Marken in Europa, in Deutschland etwa mit den Marken mach m!t, Snyce und Satino by Wepa.[26][27][28] Der Geschäftsbereich Wepa Professional mit der Marke Satino bietet komplette Ausstattungen (etwa Hygienepapier- und Spendersysteme) für zum Beispiel öffentliche Waschräume, die Industrie, Büros oder Einrichtungen des Gesundheitswesens,[29] inklusive Dienstleistungen wie Handtuchpapierrückholung.[30] Wepa bietet mit Premium Recycled Pulp auch Recycling-Zellstoff als Halbfertigerzeugnis für industrielle Kunden an, das u. a. bei der Verpackung von trockenen Lebensmitteln verwendet werden kann.[31]
Nachhaltigkeit
Wepa setzt nach Eigenangaben für die Herstellung der Hygienepapiere ausschließlich Altpapier oder fair gehandelte Fasern ein. Das soll Altpapier und zertifizierte Zellstoffe aus der nachhaltigen Forstwirtschaft umschließen.[32][33]
Im Bereich der Umwelt-Hygienepapiere ist Wepa mit den Hybrid-Eigenmarkenprodukten sowie den Produkten der Wepa-Marke mach m!t und Satino PureSoft[34] am Markt tätig. Letztere bestehen aus 100 % Altpapier, sind mit dem Blauen Engel zertifiziert und sollen mit reduziertem Energie- und Wasserverbrauch produziert worden sein. Die von Wepa entwickelten Hybridprodukte sollen optisch und qualitativ vergleichbar mit herkömmlichen Frischfaser-Hygienepapieren sein. Der restliche Anteil der Frischfasern ist FSC-zertifiziert. Seit 2023 verwendet Wepa ein neuartiges Verfahren, bei dem alte Kartons in Recyclingpapier umgewandelt werden, wodurch die Papierfasern noch mehrere Lebenszyklen durchmachen können.[34]
Im Bereich Papierhandtücher betreibt Wepa eine Kreislaufwirtschaft, bei der gebrauchte Papierhandtücher aus beispielsweise Firmen oder Behörden zurückgeholt werden, um daraus neue Papierhandtücher zu fertigen.[35]
Seit 2017 sind WWF Deutschland und Wepa Partner für Nachhaltigkeit.[36] Im Rahmen der Non-Profit Initiative „Lean & Green“ konnte Wepa im Jahr 2016 den CO2-Ausstoß im Lager- und Logistikbereich um 20 % senken. Dabei erhielt das Unternehmen im Frühjahr 2017 den Award „Lean and Green First Star“ von der Standardisierungsorganisation GS1Germany GmbH.[37] Weitere Auszeichnungen im Nachhaltigkeitsbereich folgten mit dem Bundespreis Ecodesign 2023[38] sowie dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2024.[39]
Gesellschaftliches Engagement
2021 gründete die Familie Krengel die Wepa-Stiftung, welche sich der Förderung von Initiativen und Projekten in den Bereichen Hygiene, ökologische und soziale Nachhaltigkeit, lebenslanges Lernen und Familienunternehmertum widmet. Vorstand der Wepa-Stiftung wurden Andreas Krengel und Ingmar Lohmann.[40] 2023 übernahm die Wepa-Stiftung im Rahmen der Sonderausstellung „Wunder Wald“ im Sauerland-Museum die Schirmherrschaft über eine Waldfläche in Eslohe, die aufgeforstet wurde.[41] Zudem vergibt die Wepa-Stiftung einen Nachhaltigkeitspreis, der beispielsweise 2024 an eine Schule in Wolfsburg ging.[42] Im Bereich Hygiene spendete die Stiftung etwa Hygieneprodukte an Feuerwehren in der Umgebung von Arnsberg.[28]
Wepa unterstützte das 2020 erfolgreich beendete Naturschutz-Projekt „Wilde Mulde“ des WWF in Sachsen-Anhalt, um die Vitalität des Elbe-Nebenflusses zu verbessern.[43][44]
Für die Renaturierung des Flusses Diemel, der neben dem Produktionszentrum in Marsberg-Giershagen fließt, stellte das Unternehmen Flächen aus eigenem Besitz zur Verfügung.[45]
