Wera Cleve
deutsche Regisseurin, Kamerafrau, Schnittmeisterin und Technische Zeichnerin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Wera Cleve (* 22. Juli 1896 in Berlin; † 27. Juli 1984 in Dresden)[1] war eine deutsche Regisseurin, Kamerafrau, Schnittmeisterin und Technische Zeichnerin. Sie gilt als Deutschlands erste Kamerafrau.[1][2]
Leben
Cleve besuchte zunächst das Städtische Schillerlyzeum in Berlin, begann ab 1914/15 eine Ausbildung zur Zeichnerin an der Unterrichttsanstalt des Kunstgewerbemuseums.[1] Nachdem die Unterrichtsanstalt während des 1. Weltkrieges in ein Lazarett umgebaut wurde, führte Cleve ihre Ausbildung an der Handerwerkerschule am Stralauer Platz in Berlin fort. Dort schloss sie ihre Lehre als technische Zeichnerin ab. 1917/18 arbeitete sie kurzzeitig bei der AEG, wechselte dann ab 1919 zum Film. Bei der Ufa wurde sie Teil der Trickabteilung unter der Leitung von Svend Nolan.[1] Neben Schnittarbeit erlernte sie dort auch den Umgang mit der Kamera. Erste Kameraarbeiten führte sie ab den frühen 1920er Jahren durch, darunter der Lehrfilm Wunder der Schöpfung von 1925.[1]
Neben dem Filmschaffen für die Ufa arbeitete Cleve in den 1920er Jahren auch an Werbefilmen für die Werbekunst Epoche Reklame GmbH, die u. a. die Hartungsche Zeitung und Langenscheidt bewarben. Für die Ufa setzte sie in dieser Phase ihrer Arbeit neben Kameraführung vor allem Sprachaufnahmen, Tonaufnahmen und Ton-Regie um. Cleve wurde während ihrer Zeit bei der Ufa zur Schnittmeisterin.[1] Anschließend arbeitete Cleve auch als Regisseurin, darunter 1940 bei dem Werbefilm Quellen der Lebenskraft.[3]
Am 18. September 1945 wurde Cleve von der Ufa entlassen, die später in die 1946 neugegründete DEFA eingegliedert wurde. Cleve zog anschließend mit ihrer Mutter nach Dresden. Erste Arbeit im Filmschnitt nach Kriegsende fand Cleve bei der DEFA-Produktion Sachsen sowie in den DEFA-Filialien in Potsdam-Babelsberg. Beim DEFA-Studio für Trickfilme hatte sie von dessen Gründungsjahr 1955 bis zu ihrer Verrentung 1961 eine Festanstellung als Schnittmeisterin.[1] Dort ist sie bei über 70 Produktionen für den Schnitt verantwortlich gewesen.[1][4][5]
Filmografie
- 1921: Die weiße Seuche (Kamera)
- 1922: Steinach-Film (Kamera)
- 1925: Wunder der Schöpfung (Kamera)
- 1927: Das Sprachrohr (Werbefilm)
- 1927: Der Leuchtturm (Werbefilm)
- 1940: Quellen der Lebenskraft (Regie)
- 1950: Meister des Schnellzerspanens (Schnitt)
- 1951: Das demokratische Dorf (Schnitt)
- 1952: Mein persönliches Konto (Schnitt)
- 1952: Aktivisten der Eisenbahn (Schnitt)
- 1952/1953: Schiene – Achse – Schiff (Schnitt)
- 1952/1953: Elbsandsteingebirge (Schnitt)
- 1953: Ernte in Merxleben (Schnitt)
- 1954: Rockenstock und Zamperstrauss (Schnitt)
- 1954: Unsere neuen Arzneimittel (Schnitt)
- 1955: Ausgang erlaubt (Schnitt)
- 1955: Leipzig – Brücke zur Welt (Schnitt)
- 1955/1956: Die gestohlene Nase (Schnitt)
- 1955/1956: Katz und Maus (Schnitt)
- 1955/1956: Till Eulenspiegel als Türmer (Schnitt)
- 1955/1956: Frechheit siegt nicht (Schnitt)
- 1955/1956: Das vergessene Püppchen (Schnitt)
- 1955: Der Wettlauf zwischen Hase und Igel (Schnitt)
- 1956: Fuchs bleibt Fuchs (Schnitt)
- 1956: Die Geschichte von den Windgeistern (Schnitt)
- 1956: Der kleine Häwelmann (Schnitt)
- 1956: Wer rastet, der rostet (Schnitt)
- 1956: Mittagessen im Hofe (Schnitt)
- 1956: Köpfchen, Köpfchen (Schnitt)
- 1956: Eine unglaubliche Geschichte (Schnitt)
- 1956: Der kluge Bauer (Schnitt)
- 1956: Vom Hasen, der nicht lernen wollte (Schnitt)
- 1956: König Drosselbart (Schnitt)
- 1956: Das Strichmännchen (Schnitt)
- 1956: Bauer Sorglos (Schnitt)
- 1956: Vom Löwen und den Mäusen (Schnitt)
- 1956: Prinzessin Springwasser (Schnitt)
- 1956: Schnaken und Schnurren. 1. Der hohle Zahn. – Die Rutschpartie (Schnitt)
- 1956: Schnaken und Schnurren. 2. Das Rabennest (Schnitt)
- 1956: Der heimliche Weg (Schnitt)
- 1956/1957: Die Geschenke des Graumännchens (Schnitt)
- 1956/1957: Spuk im Atelier (Schnitt)
- 1957: Petz der Bär (Schnitt)
- 1957: Die Zauberschere (Schnitt)
- 1957: Das Zauberfaß (Schnitt)
- 1957: Die Straße ist kein Spielplatz (Schnitt)
- 1957: Des Kaisers neue Kleider (Schnitt)
- 1957: Die Geschichte von den fünf Brüdern (Schnitt)
- 1957/1958: Der Wunderdoktor (Schnitt)
- 1957/1958: Der Wunschring (Schnitt)
- 1957/1958: Blaue Mäuse gibt es nicht (Schnitt)
- 1958: Der Wunderbogen (Schnitt)
- 1958: Jorinde und Joringel (Schnitt)
- 1958: Teddy Brumm (Schnitt)
- 1958: Das konnte schief gehen (Schnitt)
- 1958: Ich sehe das so (Schnitt)
- 1958/1959: Das Faschingskostüm (Schnitt)
- 1958/1959: Fuchs und Igel (Schnitt)
- 1958/1959: Däumelinchens Abenteuer (Schnitt)
- 1958/1959: Vom mutigen Hans (Schnitt)
- 1959: Gleich links hinterm Mond (Schnitt)
- 1959: In den Sack gesteckt (Schnitt)
- 1959: Pinocchios Abenteuer (Schnitt)
- 1959: Der ungeschickte kleine Elefant (Schnitt)
- 1959: Warum einer ein Körnchen Weisheit besitzt (Schnitt)
- 1959: Abenteuer im All (Schnitt)
- 1959: Der Zweikampf (Schnitt)
- 1959: Raubritters Landfahrt (Schnitt)
- 1959/1960: Die Prinzessin auf der Erbse (Schnitt)
- 1959/1960: Der gefoppte Kobold (Schnitt)
- 1959/1960: Rumpelstilzchen (Schnitt)
- 1959/1960: Sensation des Jahrhunderts (Schnitt)
- 1960: Das Wolkenschaf (Schnitt)
- 1960: Der größte Esel (Schnitt)
- 1960: König der Tiere (Schnitt)
- 1960: Der rechte Barbier (Schnitt)
- 1960: Die Sage vom verschwundenen Schacht (Schnitt)
- 1960: Das Lied von der Taube (Schnitt)
- 1960: Alle helfen Teddy (Schnitt)
- 1960: Wie Bremsheini die Heinzelmännchen fand (Schnitt)
- 1960: Maus und Bleistift (Schnitt)
- 1961: Die Geschichte vom Weihnachtsmann (Schnitt)
- 1961: Die Bewährungsfrist (Schnitt)
- 1961: Da helfen keine Pillen (Schnitt)
- 1961: Krawall im Stall (Schnitt)
- 1964: Dinge gibt's, die gibt's gar nicht – Folge 1 (Drehbuch-Idee)