Werner Hoppstock

deutscher Pianist, Musikpädagoge From Wikipedia, the free encyclopedia

Werner Hoppstock (* 22. November 1927 in Griesheim; † 18. Dezember 2017) war ein deutscher Pianist, Musikpädagoge und von 1971 bis 1991 Direktor der Akademie für Tonkunst Darmstadt.

Leben und Ausbildung

Hoppstock wuchs in Griesheim auf. Sein musikalisches Talent wurde früh erkannt; als Jugendlicher wechselte er an ein musisches Gymnasium in Frankfurt am Main. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm er ein Klavierstudium an der Musikhochschule in Frankfurt am Main bei August Leopolder auf und setzte seine Ausbildung später bei Yvonne Lefébure in Paris fort.[1]

Pianistische Laufbahn

Hoppstock gewann Preise bei mehreren überregionalen und internationalen Wettbewerben, darunter 1950 den Internationalen Klavierwettbewerb in Genf, 1952 den Deutschen Hochschulwettbewerb und 1955 den ARD-Musikwettbewerb.[1] Er konzertierte als Solist und ebenso als Kammermusiker (u. a. mit Sándor Károlyi, Joseph Suk, Charles Treger) in zahlreichen europäischen Städten.

Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag auf Studio- und Hörfunkproduktionen. Er arbeitete regelmäßig mit dem Hessischen Rundfunk zusammen und wirkte an zahlreichen Hörfunkaufnahmen mit, darunter auch an Erst- und Neuproduktionen zeitgenössischer Werke.[2] Seiner pianistischen Tätigkeit in Konzert und Studio ging Hoppstock bis in seine späten Lebensjahre nach.

Sein diskographisches Werk umfasst Studioaufnahmen, Hörfunkproduktionen und Konzertmitschnitte im Umfang von über 60 CDs. Eine Auswahl erschien 2017 in der 10-CD-Box Werner Hoppstock – Selection im Prim-Musikverlag, herausgegeben von seinem Sohn Tilman Hoppstock. Das enthaltene Repertoire reicht von Johann Sebastian Bach über klassische und romantische Werke bis zur Musik des französischen Impressionismus und umfasst auch Kammermusik- und Orchesteraufnahmen.[3]

Lehrtätigkeit

Parallel zu seiner Konzerttätigkeit unterrichtete Hoppstock Klavier seit 1948 an der Akademie für Tonkunst Darmstadt.[4] Er war dort bis 1991 durchgehend auch als Klavierpädagoge tätig. Zu seinen Schülerinnen und Schülern zählten unter anderem Erika Haase, Angelika Nebel, Ernst Breidenbach und der Komponist Mathias Spahlinger.

Direktor der Akademie für Tonkunst Darmstadt

Im Jahr 1971 übernahm Hoppstock zusammen mit seinem Stellvertreter Gerhard Hüther die Leitung der Akademie für Tonkunst Darmstadt. Zu den Maßnahmen seiner Amtszeit gehörten organisatorische Reformen, darunter die Einführung eines Verwaltungsrates als begleitendes Entscheidungsgremium.[1]

Ein zentrales Projekt war der Neubau der Akademie an der Ludwigshöhstraße, der 1987 bezogen wurde. Der Umzug beendete die räumlich und baulich problematische Unterbringung der Akademie an der Hermannstraße. Mit den größeren Kapazitäten an Räumlichkeiten konnte seit 1988 der Landeswettbewerb Jugend musiziert an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt stattfinden. Hoppstock leitete das Institut bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1991.[2]

Ehrung

Für sein Wirken erhielt er unter anderem 1991 die Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der Wissenschaftsstadt Darmstadt.[2]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI