Werner Mamugwe
namibischer Apartheidgegener und Politiker (1936-1998)
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Werner Henry Mamugwe (* 7. Februar 1936 in Windhoek, Südwestafrika; † 25. Mai 1998) war ein namibischer Politiker. In den späten 1950ern wurde er eine führende Person der nationalistischen Politik und der Bürgerrechtsbewegung in Windhoek und später zu einer Schlüsselfigur der South West African National Union (SWANU) und Gründer der Workers Revolutionary Party (WRP).
Leben
Jugend
Mamugwe wuchs in der Old Location in Windhoek auf.[1][2] Als junger Mann trainierte er Boxen.[3] Mamugwe war damals einer der wenigen schwarzen Schulabgänger in Südwestafrika, die das Matrik machten.[4] Er engagierte sich in der nationalen Politik und trat 1957 der South West Africa Progressive Association (SWAPA) bei[1] und wurde Mitglied der Führungsriege der SWAPA.[1] Er führte in Old Location Proteste an gegen die erzwungene Umsiedlung der Community nach Katutura.[1][3] Als die südafrikanischen Behörden sich anfangs weigerten Andimba Toivo ya Toivo eine Übernachtung in Old Location zu erlauben, überzeugte Mamugwe den Passoffizier einen temporären Erlaubnisschein auszustellen.[3] Mamugwe half auch bei der Herausgabe der Zeitschrift South West News - Suidwes Nuus und schrieb regelmäßig für Contact und New Age.[5][4]
SWANU-Vorsitzender, Inhaftierung und Exil
Mamugwe war 1959 an der Gründung der South West African National Union (SWANU) beteiligt.[1][2] Er fungierte als amtierender Vorsitzender der SWANU.[1][6] Mamugwe war Verbindungsmann zwischen dem im Exil befindlichen SWANU-Rat für Äußeres in Francistown (Betschuanaland, heute Botswana) und der SWANU-Organisation in Südwestafrika.[1][3] 1962 wurde ihm aufgrund seiner politischen Aktivitäten die Wiedereinreise nach Betschuanaland verweigert.[1]
Im Mai 1965 ging er ins Exil und ließ sich in Lusaka in Sambia nieder.[1] Von Lusaka reiste er nach Israel, wo er am Afro-Asian Institute for Cooperative and Labour Studies studierte, einer Institution, die 1960 von Histadrut in Tel-Aviv gegründet worden war. Dort erhielt er eine militärische Ausbildung.[1][7] Im August 1966 versuchte er, über den Caprivizipfel nach Südwestafrika zurückzukehren, wurde jedoch festgenommen.[1] Er wurde vier Tage lang auf Impalila Island festgehalten und verhört und anschließend nach Katima Mulilo gebracht, wo er drei Wochen in Einzelhaft verbrachte.[3] Am 7. September 1966 wurde er in das Zentralgefängnis von Pretoria verlegt.[1] Dort wurde er sieben Monate lang ohne Gerichtsverfahren festgehalten.[3]
Anschließend schafften die südafrikanischen Behörden Mamugwe und Kuaima Riruako ohne Angabe von Gründen in den Caprivi-Streifen und überließen sie dort in der Wildnis ihrem Schicksal.[3] Nach drei Tagen wurden sie von sambischen Fischern gerettet.[3] Mamugwe zog nach Lusaka, wo er ein College besuchte.[3] Später zog er nach Daressalam in Tansania und dann nach Uganda, wo er sich an der Makerere-Universität einschrieb.[3] Sein Studium an der Makerere-Universität wurde durch die internen Unruhen in Uganda unterbrochen, und er zog nach Nairobi, wo ihm schließlich Asyl gewährt wurde.[3] Er war als SWANU-Repräsentant in Zentral- und Ostafrika tätig und sprach auf zahlreichen internationalen Foren, darunter dem Sonderausschuss der Vereinten Nationen gegen die Apartheid.[3] 1977 kehrte er in sein Heimatland zurück.[3]
WRP-Führer
Am 1. Mai 1989 gründeten Mamugwe, Attie Beukes und Erica Beukes die Workers Revolutionary Party (WRP) bei einer Veranstaltung in der Khomasdal Community Hall.[2][8] Bald darauf schloss sich die WRP der Socialist Alliance of Namibia (SAN) an und Mamugwe wurde einer der amtierenden Parteisekretäre, zusammen mit Rirua Karihangana.[9] Im August 1989, im Vorfeld der der ersten Parlamentswahlen, wechselte die WRP zur United Democratic Front (UDF) und verließ die SAN, welche dadurch ihren Einfluss verlor.[9]